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Ausgabe 04/2017

Magazin

Das verrückte Wesen Mensch

Sowohl das fundamentale als auch das marktpreisbedingte Risiko hat Fondsberater Dr. Uwe Rathausky von der Investmentboutique GANÉ Aktiengesellschaft immer im Blick. Gilt es doch, beides zu minimieren, um anschließend zu investieren. Wie die Kombination aus Value und Event zielgerichtet im ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS UI (DE000A0X7541) umgesetzt wird, berichtet Rathausky im Gespräch mit ChampionsNews.

„Wir bieten ein Basisinvestment für eine langfristige Vermögensanlage“

Dr. Uwe Rathausky,
GANÉ Aktiengesellschaft
Dr. Uwe Rathausky: „Anleihen sind in der Breite des Marktes vollkommen überbewertet“ (Foto: GANÉ Aktiengesellschaft)

ChampionsNews: Herr Dr. Rathausky, Sie sprechen bei Ihrem Ansatz von Event Driven Value. Sie kombinieren Value Investing mit einem Ansatz von Event-Orientierung. Welche Vorteile sehen Sie in dieser Kombination für das Portfolio? Welche Vorteile bietet dies für die Investoren?

Rathausky: Mit der Kombination aus Value und Event versuchen wir, sowohl das fundamentale als auch das marktpreisbedingte Risiko einer Investition zu reduzieren. Auf Fondsebene gelingt uns damit, das Abwärtsrisiko, die Maximum Drawdowns, die wir als „Stress“ bezeichnen, im Vergleich zum Gesamtmarkt signifikant und systematisch zu reduzieren, ohne dass wir dabei auf eine attraktive Rendite verzichten müssen. Unsere Investoren schätzen das sehr. Wir bieten ihnen ein Basisinvestment für eine langfristige Vermögensanlage.

ChampionsNews: Welche Einzeltitel, die diese Kriterien erfüllt haben, wurden zuletzt für das Portfolio erworben oder aufgestockt?

Rathausky: Dazu zählt zum Beispiel AB InBev. Der weltgrößte Brauereikonzern ist eine Plattform für operative Exzellenz. Seit dem Erwerb von SAB Miller im vergangenen Jahr zählen über 500 Marken in mehr als 150 Ländern zum Konzern. Noch belasten übernahmebedingt hohe Verbindlichkeiten. Allerdings sollten die Cashflow-Stärke, die Preissetzungsmacht bei Premiumbieren und die enormen Restrukturierungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren zu einer positiven Veränderung der Kapitalstruktur und damit zu einer Neubewertung des Unternehmens an der Börse führen. Daneben erwarben wir in Schwächephasen immer mal wieder Munich RE. Der Versicherer besitzt bereits heute eine sehr gute Kapitalstruktur. Das Zins- und Prämienumfeld kann in den nächsten Jahren nur besser werden. Der Überschuss am Eigenkapital erlaubt eine laufende Ausschüttungsrendite aus Aktienrückkäufen und Dividenden von sieben Prozent. Das reduziert nicht nur das fundamentale, sondern auch das marktpreisbedingte Risiko erheblich.

ChampionsNews: Dem Portfolio werden auch Anleihen beigemischt. In einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld bleibt es schwierig, Anleihen mit noch zufriedenstellenden Renditen zu finden. Auf welche Papiere setzen Sie derzeit?

Rathausky: Wir mischen keine Anleihen bei. Aktien und Anleihen sind für uns zwei Seiten der gleichen Medaille. Derzeit macht es allerdings wenig Sinn, die zweite Seite hoch zu gewichten. Anleihen sind in der Breite des Marktes vollkommen überbewertet. Entsprechend ist unsere Quote auf zwölf Prozent reduziert, und der Großteil besteht aus Geldmarkt-Ersatzpapieren mit kurzer Laufzeit.

ChampionsNews: Der ACATIS GANÉ VALUE EVENT FONDS UI hält derzeit auch einen sehr hohen Kassenanteil. Der Aktienmarkt bietet aber doch einige Möglichkeiten. Oder sehen Sie schon ein deutliches Anzeichen für eine Überhitzung? Müssen wir  bald mit einer deutlichen Kurskorrektur rechnen?

Rathausky: Im Vergleich zu Anleihen sind Aktien relativ attraktiv bewertet, das steht außer Frage. Aber die Börse ist keine Einbahnstraße. Seit dem Brexit-Votum im Jahr 2016, als der DAX innerhalb von wenigen Minuten zehn Prozent verloren hat, ist er bis November dieses Jahres um fast 50 Prozent gestiegen und die Volatilität auf historisch niedrige zwölf Prozent gefallen. Buffett würde sagen: „Dass die Menschen gierig, ängstlich oder verrückt handeln, ist vorhersehbar, die Reihenfolge nicht.

Für eine bessere Zukunft

Vorausschauend investieren gehört zum Grundverständnis der Bank für Sozialwirtschaft (BfS), die sich auf Geschäftskunden aus den Branchen Soziales, Gesundheit und Bildung konzentriert. Wie der Sozial- und Nachhaltigkeitsaspekt in das Anlagekonzept der BfS-Investmentfonds Bfs Nachhaltigkeitsfonds Ertrag (DE000A0B7JB7)BfS Nachhaltigkeitsfonds Green Bonds (DE0009799981) und BfS Nachhaltigkeitsfonds Aktien I – Anteilklasse B (DE000A2DR2T5) einfließt, berichtet Anton Bonnländer, Bereichsleiter Anlagemanagement der Bank für Sozialwirtschaft.

„Es werden strikte Nachhaltigkeitskriterien angewendet“

Anton Bonnländer,
Bank für Sozialwirtschaft
Die nachfolgenden Generationen werden es einem danken, wenn man nachhaltig investiert (Foto: istockphoto.com/Kuzmichstudio)

ChampionsNews: Herr Bonnländer, soziale Verantwortung und nachhaltiges Handeln sind zentrale Elemente der Bank für Sozialwirtschaft. Wie wird das gelebt und wie fließt das in die tägliche Arbeit mit dem Kunden ein?

Bonnländer: Unser Kerngeschäft ist traditionell fest mit der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit verankert. Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege haben die Bank für Sozialwirtschaft im Jahr 1923 gegründet und gehören bis heute zu unseren Anteilseignern. Vor diesem Hintergrund verstehen wir uns als Teil der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, die gerade im Zuge des demografischen Wandels für eine zukunftsfähige Gesellschaft unverzichtbar ist. Als Universalbank konzentrieren wir uns dementsprechend ganz auf das Geschäft mit Unternehmen, Verbänden, Stiftungen und anderen Organisationen, die in den Branchen Soziales, Gesundheit und Bildung tätig sind. Mit dieser Konzentration erbringt unsere Arbeit einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

Anton Bonnländer, Bereichsleiter Anlagemanagement Bank für Sozialwirtschaft (Foto: BfS)

ChampionsNews: Wie unterscheidet sich die Bank für Sozialwirtschaft in ihrem Verständnis für nachhaltige Anlagen gegenüber Mitstreitern am Markt? Was zeichnet Sie hier aus?

Bonnländer: Mit unseren Produkten und Dienstleistungen fördern wir aktiv die Sozial- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Zu unseren Kundengruppen zählen Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, Krankenhäuser und Spezialkliniken, medizinische Versorgungszentren, Krankenkassen, Sozialversicherungsträger, Werkstätten und Wohnheime für Menschen mit Behinderung, Wohn- und Tageseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, Schulen in freier Trägerschaft und andere Bildungsträger. Diese fördern wir nicht nur durch unser Kreditgeschäft, wir bieten unseren Kunden auch explizit nachhaltige Anlageprodukte an. Individuelle Vorgaben sowie weitere Ausschlusskriterien können, je nach Kundenwunsch, berücksichtigt werden.

ChampionsNews: Auch die Investmentfonds Ihres Hauses haben sich ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Nach welchem Ansatz werden die Einzeltitel in den Portfolios ausgewählt? Unterscheiden diese sich unter Umständen zwischen den Fonds „BfS Nachhaltigkeitsfonds Aktien“, „Ertrag“ und „Green Bonds“?

Bonnländer: Grundsätzlich werden bei allen drei Investmentfonds strikte Nachhaltigkeitskriterien angewendet. Wir haben hierbei gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Oekom Research gemacht. Der sozialwirtschaftliche Hintergrund unserer Kunden bedingt einen Investmentansatz mit Absolute-Return-Ausrichtung. Unsere Kunden verzichten im Zweifel auf etwas mehr Rendite, wenn damit deutlich höhere Risikopotenziale verbunden sind. Neben Kursstabilität sind kontinuierliche Ertragsausschüttungen wichtig, die meist direkt in soziale Aufgaben oder Projekte unserer Kunden einfließen. Mit diesem konservativen Ansatz haben wir es geschafft, den siebten Platz von 349 meist konventionell anlegenden Mischfonds zu erreichen (Analyse der „Wirtschaftswoche“ mit der Fondsanalysegesellschaft MMD „Beste Vermögensverwalter des Jahres 2017“, Beitrag in „Wirtschaftswoche“ Ausgabe Nr. 9 vom 24. Februar 2017).

ChampionsNews: Wie können Sie sicherstellen, dass ausschließlich nachhaltige Aktien oder Anleihen in die Portfolios kommen? Viele Unternehmen erweisen sich oftmals nicht als vollständig nachhaltig bei genauerer Analyse?

Bonnländer: Beim BfS Nachhaltigkeitsfonds Green Bonds besteht beispielsweise die Gefahr des sogenannten Green Washings: Ein Emittent schreibt in die Anleihebedingungen, dass mit der Emission Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder nachhaltiges Bauen getätigt werden sollen – er lässt dies aber nicht extern überprüfen. Diese ungeprüften, nicht von einer Umweltprüfagentur gerateten Green Bonds berücksichtigen wir nicht. Daneben sprechen wir in vielen Fällen mit den begleitenden Emissionsbanken. Insbesondere Emittenten oder Unternehmen, die nicht auf den ersten Blick als Nachhaltigkeitsvorbilder gelten, prüfen wir sehr intensiv. Auf der Aktienseite stellen wir die Erfüllung der Nachhaltigkeit durch sorgfältige Selektion in Zusammenarbeit mit Nachhaltigkeitsagenturen wie Oekom Research sicher. Zusätzlich sichern eigene Recherchen durch das Fondsmanagement und die Auswertung von relevanten Ad-hoc-Meldungen in den Medien die Qualität unserer Nachhaltigkeitsportfolios ab.

„Der Kupferbedarf dürfte weiter steigen“

Der Goldpreis hat sich dieses Jahr als sehr volatil erwiesen. Trotz eines starken US-Dollars und beflügelten Aktienmärkten hat er sich auf das Jahr gesehen gut behaupten können. Investments in Gold- und andere Rohstoffaktien können sich daher als durchaus sinnvoll erweisen, wie Georges Lequime und Dr. Joachim Berlenbach, Fondsberater des Earth Gold Fund UI (DE000A0Q2SD8) und des Earth Exploration Fund UI (DE000A0J3UF6) im Gespräch mit ChampionsNews erläutern.   

„Bei Zink sehen wir seit über einem Jahr einen Engpass am Markt, dessen Ende nicht abzusehen ist“

Dr. Joachim Berlenbach,
Gründer der Earth Resource Investment Group (ERIG)
Die gesteigerte Nachfrage für alternative Energien und Elektromobilitätslösungen erhöht den Bedarf an Kupfer, Kobalt und Lithium (Foto: istockphoto.com/shells1)

ChampionsNews: Herr Lequime, der Goldpreis hat auf Jahressicht trotz einiger Volatilität gut zugelegt. Seit September hat es jedoch auch wieder eine deutliche Preiskorrektur gegeben. Mit welchen weiteren Preisentwicklungen müssen wir in den kommenden Monaten rechnen?

Lequime: Der Goldpreis leidet aktuell unter dem starken US-Dollar und dem allgemeinen Anstieg der Aktienpreise. Außerdem preist der Markt die geplanten Kürzungen in der US-amerikanischen  Einkommens- und Körperschaftssteuer ein, was sich positiv auf den US-Dollar auswirkt, aber negativ für den Goldpreis ist. Während viele Marktbeobachter eine Korrektur des überbewerteten Aktienmarktes im Oktober voraussagten, blieb diese aus. Deshalb stand auch der Goldpreis nicht mehr so im Fokus, denn das Risiko einer Marktkorrektur scheint nun wieder abzunehmen. Zusätzlich haben die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea wieder abgenommen, was die Flucht in sichere Anlageklassen verringert hat. Mit Blick in die nähere Zukunft bleiben steigende Renditen bei Staatsanleihen bei gleichzeitig niedriger Inflation eine der Haupthürden für einen steigenden Goldpreis, denn Gold wirft bekanntlich keine Zinsen ab. Der für Dezember geplante Anstieg der US-Zinsen scheint mittlerweile auch im Goldpreis voll eingepreist zu sein.

Historisch gesehen schwächt sich der Goldpreis vor einem geplanten Zinssenkungsdatum ab und verstärkt sich wieder in den Monaten nach der tatsächlichen Ankündigung. Die wichtigste Entwicklung, die in den kommenden Monaten zu beobachten ist, bleibt unserer Einschätzung nach die Entscheidung des US- Repräsentantenhauses bezüglich der Verabschiedung der Steuerreform. Sollte die Gesetzesvorlage nicht akzeptiert werden oder nur eine verwässerte Version durchkommen, so wird dies für die Aktienmärkte und den US-Dollar negative Folgen haben und den Goldpreis unterstützen. Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Erwartung weiterer Zinserhöhungen, solange die Inflation niedrig bleibt. Die mittelfristige Entwicklung der Zinssätze ist dabei wichtiger als die kurzfristige Zinserhöhung. Erneute geopolitische Spannungen könnten kurzfristig für weitere Volatilität sorgen.

ChampionsNews: Immer wieder wird berichtet, dass die Produktion in vielen Goldminen rückläufig ist, vor allem im wichtigen Produktionsland Südafrika. Auch die Erschließung neuer Minen läuft derzeit sehr schleppend. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein, und welche Auswirkung hat das auf den Goldpreis in der nahen Zukunft?

Lequime: Die südafrikanische Goldproduktion ist in den letzten 15 bis 20 Jahren drastisch gesunken, bedingt durch die fallenden Goldgehalte in den Erzen, steigende Kosten und die negative politische Entwicklung in vielen Produzentenländern. Im Jahr 2016 sank die südafrikanische Produktion auf nur noch 4,4 Prozent der weltweiten Goldproduktion. Die Produktion aus dieser Region wird auch in den nächsten Jahren weiter sinken. Weltweit scheint die Goldproduktion ihren Höhepunkt erreicht zu haben, da viele große Minen in Nordamerika und Australien ihren Zenit überschritten haben. China ist derzeit der weltweit größte Produzent, allerdings stammt der Großteil der Produktion aus kleinen Familienbetrieben mit kurzer Lebensdauer. Wir glauben, dass der Mangel an Explorationserfolgen über die letzten fünf bis zehn Jahre mittelfristig einen wesentlichen Einfluss auf die weltweite Goldproduktion und den Goldpreis haben wird.

In den frühen 1980er Jahren führte ein Anstieg der Explorationsausgaben zur Entdeckung einer Reihe von bedeutenden Lagerstätten in Nordamerika und Australien. Trotz der Erholung des Goldpreises seit den Tiefstständen im Jahr 2001 beobachten wir in den meisten Regionen der Welt zu geringe Explorationsausgaben bei einem gleichzeitig erhöhten geopolitischen Risiko. Nach dem Kollaps des Goldpreises über die letzten fünf Jahre liegt der Fokus der meisten Produzenten auf der Cashflow-Generierung zur Reparatur von Bilanzen. Dies resultierte in fallenden Investitionen und Explorationsausgaben, womit sich bei gleichzeitig fallenden Goldgehalten in den Lagerstätten die aktuelle Produktion nicht aufrechterhalten lässt. Der Goldpreis muss sich daher auf ein Niveau erhöhen, das wieder höhere Explorationsausgaben rechtfertigt.

Georges Lequime, ERIG (Foto: ERIG)

ChampionsNews: Auf welche Goldaktien setzen Sie derzeit, und warum sind diese Unternehmen so interessant für ein Investment?

Lequime: Angesichts des aktuell geringeren Interesses am Goldmarkt gibt es viele Unternehmen, die zu extrem niedrigen und attraktiven Bewertungen gehandelt werden. Zwei dieser Aktien sind Eldorado Gold und Teranga Gold. Eldorado Gold war einmal ein Liebling der Goldinvestoren, allerdings hat der Aktienpreis der Firma aufgrund der kurzfristigen operativen Probleme in der Hauptmine in Kisladag/Türkei und Verzögerungen bei der Erlangung der Lizenz für das Skouries-Projekt in Griechenland sehr gelitten. Dazu kam, dass die operativen Probleme in einer Zeit auftreten, in der die Goldminenaktien generell in Ungnade gefallen sind. Der Fall des Aktienkurses um 64 Prozent dieses Jahr scheint einen extrem pessimistischen Ausblick zu reflektieren, den wir nicht teilen. Derzeit beträgt die Marktkapitalisierung von Eldorado Gold nur 966 Millionen US-Dollar, das heißt, weniger als einige Explorationsunternehmen, die teilweise noch nicht einmal Ressourcen deklarieren konnten.

Bei Eldorado Gold handelt es sich um eine Bergbaufirma, die etwa 315.000 Unzen pro Jahr zu Produktionskosten von 500 US-Dollar je Unze herstellt, vier produzierende Minen und fünf Entwicklungsprojekte vorweisen kann. Außerdem besitzt Eldorado Gold 19,2 Millionen Unzen Goldreserven. Die Firma verfügt über eine sehr solide Bilanz mit einem Barbestand von 540 Millionen US-Dollar und Verbindlichkeiten in Höhe von 593 Millionen US-Dollar, die erst ab 2022 fällig sind. Der Markt bewertet das Unternehmen aktuell mit nur 50 US-Dollar je Reserve-Unze, was Eldorado Gold zu einer der am attraktivsten bewerteten Goldfirmen macht. Wir erwarten daher einen rasanten Anstieg des Aktienpreises, wenn die kurzfristigen Probleme bei Kisladag und Skouries überwunden worden sind und sich der Goldmarkt erholt.

Die zweite Aktie, die wir aktuell als sehr attraktiv bewertet ansehen, ist Teranga Gold. Dabei handelt es sich um einen kanadischen Goldproduzenten mit einer Mine in Sabodala im westafrikanischen Land Senegal. Sabodala produziert 225.000 Unzen Gold pro Jahr, bei Gesamtkosten von 1.000 US-Dollar je Unze. Die Mine hat derzeit eine Lebensdauer von zwölf Jahren. Zusätzlich entwickelt das Unternehmen die Banfora-Goldmine im afrikanischen Burkina Faso, die 2019 in Produktion gehen soll. Gegenwärtig beträgt die Marktkapitalisierung gerade mal 167 Millionen US-Dollar. Das entspricht weniger als den Kosten für den Bau der Mine in Sabodala! Die Goldreserven Sabodalas betragen 2,7 Millionen Unzen, Banforas 1,2 Millionen Unzen. Damit liegt die Bewertung des Unternehmens bei nur 43 US-Dollar je Reserve-Unze. Dies macht die Aktie sehr attraktiv für uns.

ChampionsNews: In der Vergangenheit haben Sie zunehmend Silberaktien dem Portfolio beigemischt. Welche Bedeutung haben Silberaktien derzeit im Portfolio des Earth Gold Fund UI?

Lequime: Derzeit repräsentieren Silberfirmen 19 Prozent des Portfolios, im Vergleich zu 23 Prozent zu Beginn des Jahres. Wir haben weiterhin einen positiven Ausblick auf den Silberpreis, allerdings ist er aufgrund der geringeren Marktgröße deutlich volatiler als der Goldpreis. Angesichts der robusten Nachfrage nach Silber durch die Industrie könnte man erwarten, dass sich der Silberpreis in der Zukunft deutlich besser entwickeln müsste. Auch die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wird längerfristig den Silberpreis unterstützen. Allerdings ist die Liquidität von Silberaktien geringer als die von Goldaktien. Deshalb müssen Anleger zukaufen, wenn die Bewertungen der Aktien nicht zu hoch sind, wie dies etwa aktuell der Fall ist. Silberaktien tendieren dazu, Goldaktien in einem steigenden Edelmetallpreis-Umfeld zu übertreffen, und bieten daher ein größeres Aufwärtspotenzial.

Angesichts der Tatsache, dass viele Silberminen Gold als Beiprodukt schürfen, gibt es allerdings sehr wenige reine Silberproduzenten. Entsprechend beträgt der reine Anteil an der Silberproduktion im Portfolio des Earth Gold Fund UI elf Prozent. Eine der größten Silberpositionen des Fonds ist MAG Silber. Diese Bergbaufirma besitzt in einem Joint Venture mit dem führenden Silberproduzenten Fresnillo eines der weltweit wertvollsten Silberprojekte.

ChampionsNews: Mit Blick auf den Earth Exploration Fund UI – welche weiteren Rohstoffe und dazugehörigen Unternehmen haben sich zuletzt fürs Portfolio als attraktiv erwiesen? Wonach besteht derzeit eine sehr große Nachfrage am Markt?

Berlenbach: Mit der Erwartung einer exponentiellen Zunahme von Elektroautos und alternativen Energien wie etwa der Solarenergie und Windenergie wird auch der Bedarf an Metallen wie Kupfer, Kobalt und Lithium steigen. Da es aktuell noch nicht vorhersehbar ist, welche Technologie sich letztendlich durchsetzen wird, ist eine Vorhersage bei Metallen wie Lithium oder Kobalt schwierig. Allerdings lässt sich unserer Einschätzung nach erkennen, dass der Kupferbedarf sehr stark ansteigen wird, unabhängig von der Technik, die sich letztendlich durchsetzen wird. Die Verkabelung von Ladestationen und der Bedarf bei Elektroautos und in Windturbinen werden enorm zunehmen, so dass man an einer deutlichen Zunahme des Kupferverbrauchs nicht vorbeikommen wird.

Bedingt durch die fehlenden Investitionen bei den Minenbetreibern über die letzten Jahre wird es daher schon bald zu Engpässen am Markt kommen. Höhere Kupferpreise müssten folgen, da die notwendigen Minen erst erschlossen werden müssen. Ein weiteres Metall, auf das wir früh gesetzt haben, ist Zink. Es wird hauptsächlich zum Galvanisieren von Stahl benötigt. Hier sehen wir schon seit über einem Jahr einen Engpass am Markt, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. Daher wird der Zinkpreis sehr wahrscheinlich weiterhin steigen, was die unterliegenden Aktienpreise zusätzlich beflügeln sollte.

Fundamentaldaten im Fokus

Die englische Investmentboutique Stratton Street Capital hat sich auf Anleiheinvestments spezialisiert. Den Fokus setzt das Team um den Geschäftsführer Andy Seaman auf die genaue Analyse des Verschuldungsgrades eines Landes, ehe in Staats- oder Unternehmensanleihen angelegt wird. Auf diese Weise sollen Ineffizienzen der Kreditmärkte herausgefiltert werden, die in wertbringende Investments für den Stratton Street UCITS - NFA Global Bond Fund UI (LU1483930282) und den Stratton Street UCITS - Next Generation Global Bond Fund UI (LU1483929276) umgesetzt werden können. Im Gespräch mit Volker Schilling, Dachfondsmanager und Vorstand der GREIFF capital management, sprach Seaman über die Vorteile des globalen Anlagefokus und die feste Überzeugung von der Ineffizienz der Kreditmärkte.

Andy Seaman: „Wir sind fest von der Ineffizienz der Kreditmärkte überzeugt und haben unseren Prozess entsprechend ausgerichtet“ (Foto: Stratton Street Capital)

ChampionsNews: Herr Seaman, mit welchen Risiken müssen Anleiheinvestoren in den nächsten Jahren rechnen?

Seaman: Gefährlich wäre vor allem, die massiven Deflationseffekte zu unterschätzen. Wer glaubt, dass die Inflation steigt, vergisst dabei die demografischen Trends. Japan ist hierfür das beste Beispiel. Die erwerbsfähige Bevölkerung des Landes schrumpft seit 1995, und seitdem gab es auch keinerlei Wachstum und Inflation mehr. Dem Westen droht schon bald ein ähnliches Szenario.

Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen Ausgabe von „select!“

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ChampionsNews: Wie spiegelt sich diese Situation im Portfolio des Fonds wider?

Seaman: Wir konzentrieren uns bei der Titelauswahl auf die wohlhabenden Staaten mit Investment-Grade-Rating. Dadurch engagieren wir uns in Ländern mit soliden Fundamentaldaten, die Finanzschocks verkraften können.

ChampionsNews: Wo sehen Sie die Unterschiede mit Blick auf den Stratton Street UCITS - NFA Global Bond Fund UI zwischen Ihnen und Ihren Wettbewerbern?

Seaman: Wesentlich ist unseres Erachtens unser klarer Fokus auf die Gläubiger- und nicht auf die Schuldnerstaaten. Außerdem sind wir wirklich global aktiv. Die meisten Anleihefonds mit globalen Benchmarks konzentrieren sich auf die USA und andere OECD-Länder. Viele dieser Staaten sind hoch verschuldet. Daher wird zuerst ein Finanz-Screening ausgeführt, mit dem verschuldete Staaten aussortiert werden. Danach wird der Stand des Konjunkturzyklus betrachtet, ehe zum Schluss noch eine tägliche Relative-Value-Analyse für 9.000 Anleihen durchgeführt wird. Durch die Loslösung von Indizes können Engagements in einigen Ländern vermieden werden, die zwar in traditionellen Anleiheindizes stark vertreten, aber zu hoch verschuldet sind, wodurch ein Investment wenig sinnvoll erscheint.

ChampionsNews: Welche fundamentalen Überzeugungen und Ansätze stehen hinter dem Anlageprozess von Stratton Street?

Seaman: Wir sind fest von der Ineffizienz der Kreditmärkte überzeugt und haben unseren Prozess entsprechend ausgerichtet. Demografische Trends und Wohlstandsniveaus spielen für uns in der Beurteilung des Länderrisikos eine große Rolle, und durch Zukunftsprognosen können wir Probleme rechtzeitig identifizieren. So haben wir zum Beispiel die prekäre Lage Spaniens, Portugals, Griechenlands und Brasiliens schon vor Jahren erkannt, bevor Probleme aufgetreten sind.

ChampionsNews: Wie beurteilen Sie das Marktumfeld für indexunabhängige Anleihefonds? Ist die Flexibilität wirklich so wichtig?

Seaman: Der Stratton Street UCITS - NFA Global Bond Fund UI ist ein echtes globales Produkt, weil wir nicht zwischen Schwellenländern und Industriestaaten, sondern zwischen Gläubiger- und Schuldnerstaaten unterscheiden. Durch die Flexibilität, die tatsächlich lohnendsten Investments zu tätigen, haben wir einen riesigen Vorteil gegenüber Managern, die einem Index verpflichtet sind.

Aktuelles

Pressemitteilungen

Termine

Fonds professionell Kongress

Im Januar ist Universal-Investment wieder auf dem Fonds professionell Kongress mit einem Stand vertreten. Kommen Sie doch vorbei und besuchen Sie uns an unserem Stand (Ebene 3, Standnummer 200):

Unsere Fondspartner und wir freuen uns über persönliche Gespräche an unserem Stand. Eine Übersicht unserer Fondspartner und der gemeinsamen Fondskonzepte vor Ort finden Sie hier.

Termin: Mittwoch und Donnerstag, 24. und 25. Januar 2018 
Ort: Congress Center Rosengarten, Mannheim

Weitere Informationen zum Fonds professionell Kongress

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Außerdem bieten wir Ihnen wieder einen Vortrag auf dem Fonds professionell Kongress an.

Das Thema lautet: Mannheim sucht den Superfonds

Drei Fondspartner von Universal-Investment mit mehr als vielversprechenden Strategien beweisen im Schlagabtausch „on stage“, warum sie mit ihren spannenden und erfolgreichen Fondsstrategien den Titel „Superfonds“ verdient haben. Erleben Sie in spannenden Kurzvorstellungen vielversprechende Investmentstrategien unserer Fondspartner, die n-tv-Sprecherin Corinna Wohlfeil moderiert. Universal-Investment präsentiert FPM – Frankfurt Performance Management, GLS Gemeinschaftsbank und TAMAC Qilin. Außerdem können alle Gäste des Vortrags an einem Gewinnspiel teilnehmen. Es können Fondsanteile des favorisierten Superfonds gewonnen werden. Seien Sie dabei und entscheiden Sie mit, wenn es heißt: „Mannheim sucht den Superfonds.“

Termin: Donnerstag, 25. Januar 2018
Zeit: 12:30 Uhr
Ort: Saal 3, Congress Center Rosengarten, Mannheim

ChampionsCall LANGE ASSETS & CONSULTING

Jetzt schon vormerken und anmelden.

Thomas Lange, Geschäftsführer von LANGE ASSETS & CONSULTING, spricht mit Volker Schilling, Dachfondsmanager und Geschäftsführer von Greiff capital management, über das Fondskonzept des ASSETS Defensive Opportunities UI (DE000A1H72N5/DE000A1JGBT2) und erläutert, wie man selbst in einem Niedrigzinsumfeld mit Rentenpapieren noch adäquate Renditen erzielen kann.

Sollten Sie bereits im Vorfeld Fragen zum Thema haben, senden Sie diese bitte an das Postfach ChampionsCall@universal-investment.com. Wir werden die Fragen dann nach Möglichkeit im Webinar beantworten.

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Live-Präsentation via Internet und Telefon:
Donnerstag, 18. Januar 2018
Beginn: 10:30

Anmeldung zum ChampionsCall

Zur Anmeldung

Bereits jetzt vormerken: UI-ChampionsTour 2018

Im März 2018 findet zum 7. Mal die erfolgreiche Roadshow mit Fondspartnern von Universal-Investment statt.

Merken Sie sich bereits jetzt die Termine vor:

 Mittwoch, 7. März 2018 – Düsseldorf (Hotel Intercontinental)
 Donnerstag, 8. März 2018 – Frankfurt am Main (Steigenberger-Hotel Frankfurter Hof)
 Mittwoch, 14. März 2018 – München (Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski)
 Donnerstag, 15. März 2018 – Stuttgart (Steigenberger-Hotel Graf Zeppelin Stuttgart)
 Dienstag, 20. März 2018 – Berlin (Steigenberger-Hotel Am Kanzleramt)
 Mittwoch, 21. März 2018 – Hamburg (Steigenberger-Hotel Hamburg)

Hier können Sie sich auch gleich zur UI-ChampionsTour anmelden.

Zur Anmeldung

Auszeichnungen

UI-Fondspartner erfolgreich bei Sauren Golden Awards 2017

Auch in diesem Jahr konnten wieder einige Fondspartner von Universal-Investment die begehrten Auszeichnungen von Sauren Fonds Research entgegennehmen. Insgesamt 163 Fondsmanager erhielten eine Auszeichnung.

Einen Sauren Golden Award für herausragende Managementleistungen erhielt Henning Gebhardt von Berenberg für das Comeback des Jahres. Außerdem erzielte er zwei Goldmedaillen in der Kategorie „Aktien Deutschland“ für den Berenberg Aktien – Strategie Deutschland (LU1599248827).

Jeweils zwei Goldmedaillen bekamen Nicolas Schmidlin und Marc Profitlich von ProfitlichSchmidlin für den ProfitlichSchmidlin Fonds UI (DE000A1W9A28) in der Kategorie „Aktien und Anleihen“ und Dr. Jochen Felsenheimer von XAIA Investment für den Xaia Credit Basis (LU0462885483) in der Kategorie „Absolute Return (anleihenbasiert) Credit“. Eine Goldmedaille in der gleichen Kategorie ging an Henrik J. Muhle und Dr. Uwe Rathausky von GANÉ Aktiengesellschaft für den ACATIS – GANÉ Value Event Fonds UI (DE000A0X7541).

Fonds

Fokus auf Ertragsperlen

Frühzeitig in die richtigen Fondskonzepte zu investieren, um für den Investor langfristig einen kontinuierlichen Mehrwert zu erzielen, hat sich Christian Mallek, Fondsberater des SIGAVEST Vermögensverwaltungsfonds UI (DE000A0MZ317) auf die Fahnen geschrieben. Wie die aussichtsreichsten Ansätze erfolgreich fürs Portfolio herausgefiltert werden, berichtet er im Gespräch mit ChampionsNews.

Japan bietet nach wie vor interessante Investmentmöglichkeiten (Foto: istockphoto.com/oluolu3)

ChampionsNews: Herr Mallek, ein Schwerpunkt des SIGAVEST-Fonds stellen Investments in Fondsanteile dar. Sie setzen derzeit mehrheitlich auf aktive Fondsmanager. Wieso bevorzugen Sie aktives Management gegenüber passiven Ansätzen? Nach welchen Kriterien werden die Fonds fürs Portfolio ausgewählt?

Mallek: Wir sind davon überzeugt, dass ein aktives Management einen deutlichen Mehrwert gegenüber passiven Investments bietet. Wir konzentrieren uns bei der Auswahl der Manager auf die Spezialisten, die in ihrer jeweiligen Kernkompetenz unter Beweis gestellt haben, dass sie Märkte schlagen können. Das zeigt sich oftmals gerade auch in Abschwungphasen, wenn Verluststrecken deutlich begrenzt werden. Wir geben aber auch jungen Strategien ohne langen Track Record eine Chance, wenn uns die Manager und ihr Konzept überzeugen.

Wir möchten gerne frühzeitig an Bord sein. Nur wenn wir für einen Markt, den wir abdecken wollen, kein geeignetes aktives Investment finden, greifen wir auch auf ETFs zurück. Das Schöne ist, dass uns alle Anlageinstrumente zur Verfügung stehen. Wir decken ein international aktienorientiertes Portfolio ab, das aufgrund der Beimischung von volatilitätsarmen Investments jedoch deutlich stabilere Ergebnisse aufweist. Darauf aufbauend suchen wir unsere Zielinvestments aus.

Christian Mallek, SIGAVEST Vermögensverwaltung (Foto: SIGAVEST Vermögensverwaltung)

ChampionsNews: Ein Merkmal Ihrer Strategie ist das frühzeitige Investment in Fonds, die aufgrund ihres Ansatzes als besonders vielversprechend gelten und aufgrund von hohen Zuflüssen ihr Anlagevolumen begrenzen. Wie filtern Sie mögliche erfolgreiche Fonds mit Soft-Closing-Tendenzen frühzeitig heraus?

Mallek: Bei einem Investment in einen Zielfonds steht ein eventuelles Soft Closing nicht im Vordergrund. Dass sich das bei dem einen oder anderen Fonds ergibt, zeigt uns, dass wir besonders interessante Fondskonzepte auch dank unserer guten Vernetzung in der Branche oftmals rechtzeitig entdecken. Ein Beispiel dafür ist das Investment in den Magna New Frontiers Fund. Wir suchten bereits vor einiger Zeit ein Investment im Bereich der New-Frontiers-Märkte zur Ergänzung unserer Emerging-Markets-Positionen.

Dabei sind wir auf den von Stefan Böttcher gemanagten Magna New Frontiers aufmerksam geworden. Böttcher ist ein absoluter Kenner der Frontiers-Märkte mit einem sehr guten Track Record. Schon beim ersten Gespräch deutete sich an, dass ab einem Volumen von 400 Millionen Euro ein Soft Closing kommen wird, damit der Fonds seine Anlageziele in diesen engen Märkten auch weiter verfolgen kann. In den nächsten Wochen wird die absolute Obergrenze von 500 Millionen Euro voraussichtlich erreicht und der Fonds dann geschlossen werden. Uns überzeugte letztlich das Gesamtkonzept, so dass wir den Fonds mit knapp zwei Prozent Gewichtung allokierten.

ChampionsNews: Welche Investmentfonds haben sich zuletzt als besonders erfolgreich fürs Portfolio erwiesen?

Mallek: Besonders performancestark war in diesem Jahr der Mainfirst Germany Fund mit einem Zuwachs von über 35 Prozent bis Mitte November. Fondsmanager Olgerd Eichler investiert vor allem in wachstumsstarke unterbewertete deutsche Mittelstandsunternehmen, wobei er sich auf ein konzentriertes Portfolio von rund 30 Titeln fokussiert. MDAX und SDAX wurden nicht nur in 2017 deutlich geschlagen, sondern auch in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr outperformt.

Mit dem Atlantis Japan befindet sich seit Sommer ein exzellenter Japan-Fonds im Portfolio, der uns in den ersten drei Monaten bereits einen Gewinn von gut zwölf Prozent einbrachte. Das Hauptaugenmerk legt Fondsmanagerin Taeko Setaishi im Rahmen ihres mehrstufigen Analyseprozesses auf kleinere Werte mit starkem Wachstums- und Erholungspotenzial. Mit der 2011 aufgelegten Eurotranche (+25,4 Prozent p. a.) schlug Setaishi den marktbreiten Topix (+10,6 Prozent p. a.) in den vergangenen Jahren deutlich.

ChampionsNews: Einzelaktien und Rentenpapiere sind in einem geringeren Umfang momentan enthalten. Welche Anlagekriterien kommen bei der Auswahl der Einzeltitel zum Tragen? Welche Einzeltitel haben sich zuletzt besonders positiv aufs Portfolio ausgewirkt? 

Mallek: Die Einzelaktien, die wir in unserem Fonds allokieren, stammen in erster Linie aus der Umsetzung der Strategie eines Wirtschaftsinformationsdienstes mit über 50 Jahren Erfahrung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf ausgewählten deutschen Value-Aktien. Die erfolgreichsten Titel in diesem Jahr waren Süss Microtec mit einem Zuwachs von 155 Prozent und AT&S mit 105 Prozent. In diesem Jahr liegt die Performance dieser Strategie bei +25 Prozent und seit Beginn der Umsetzung am 1. Dezember 2011 bei +110 Prozent. Diese Ergebnisse sind umso eindrucksvoller, als die Strategie in den letzten Jahren mit einer Liquiditätsquote von fast 50 Prozent arbeitete. Investitionen in Anleihen sind dagegen eher die Ausnahme. Wenn sich hier aber interessante Opportunitäten anbieten, nutzen wir sie, wie etwa bei der siebenprozentigen Nachranganleihe von Grenke Leasing, die wir im September aus der Emission zu 100 Prozent gezeichnet hatten. Aktuell notiert die Anleihe bei über 112 Prozent.

Robuster Heimatmarkt

Der deutsche Aktienmarkt hat sich trotz teilweise sehr volatiler Ausschläge über das Jahr hinweg sehr positiv entwickelt. Dr. Christian Funke, Vorstand von Source For Alpha und verantwortlich für den S4A Pure Equity Germany (DE000A1W8960), gibt sich weiterhin zuversichtlich in Bezug auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert Funke, welche Taktiken sich als sinnvoll für das Portfolio im derzeitigen Marktumfeld erweisen.      

Dr. Christian Funke: „Insbesondere reagiert der Markt äußerst sensibel auf Nachrichten zu einem möglichen militärischen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel“ (Foto: Source For Alpha)

ChampionsNews: Herr Dr. Funke, der deutsche Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn eine sehr gute Entwicklung hingelegt. Der DAX hat die magische Marke von 13.000 Punkten im Oktober überschritten. Können wir von weiterhin steigenden Aktienkursen ausgehen, da am Zinsmarkt vorerst mit keinen Änderungen zu rechnen ist? Oder sind zeitnah steigende Zinsen doch nicht so unrealistisch?

Funke: Die zukünftige Zinspolitik würde sich nur ändern, wenn die Inflation deutlich anzöge. Um diese dann in den Griff zu bekommen, müsste die Geldpolitik deutlich restriktiver werden. In Europa sind wir von dieser Situation jedoch noch ein ganzes Stück entfernt, das heißt, die  EZB wird wahrscheinlich in der näheren Zukunft keine Änderung ihrer Geldpolitik durchführen und die Zinsen nicht anheben. Unabhängig davon ist es wichtig, festzustellen, dass die häufig in den Medien verbreitete Angst vor Zinserhöhungen empirisch nicht belegt ist. Im Gegenteil: Eine von uns durchgeführte Analyse zeigt, dass beispielsweise der US-Kapitalmarkt in den letzten sechs Zinserhöhungszyklen, seit Beginn der 80er Jahre, signifikant zulegen konnte. Im Durchschnitt betrug die Rendite in den ersten zwölf Monaten nach der ersten Zinserhöhung sogar über zehn Prozent. Die großen Crashs der vergangenen Jahrzehnte fanden nicht während der Zinserhöhungszyklen, sondern üblicherweise 6 bis 18 Monate nach der letzten Zinserhöhung statt.

Dr. Christian Funke, Source For Alpha (Foto: Source For Alpha)

ChampionsNews: Wie groß ist die Gefahr, dass wir in den kommenden Monaten einen deutlichen Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt erleben?

Funke: Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind wir insgesamt zuversichtlich, dass die grundsätzlich positive Aktienmarktentwicklung in der näheren Zukunft anhalten wird. Natürlich kann es immer wieder zu einem Aufflackern der Eurokrise kommen, was die Märkte sicherlich kurzfristig in Turbulenzen bringen würde. Risiken sehen wir aber vor allem in schwelenden geopolitischen Konflikten. Insbesondere reagiert der Markt äußerst sensibel auf Nachrichten zu einem möglichen militärischen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel.

ChampionsNews: Mit Blick auf das Fondsportfolio investieren Sie derzeit bevorzugt in Standardwerte des DAX. Kommen auch Aktien aus dem Small- und Mid-Cap-Bereich im Fondsportfolio zum Einsatz?

Funke: Das Anlageuniversum umfasst alle Werte des DAX, MDAX, SDAX und TecDax. Die Unternehmensgröße hat indirekt eine Bedeutung, da wir die Gewichtung in den einzelnen Anlagesegmenten im Laufe des Kalenderjahres verändern. Empirische Analysen haben ergeben, dass in den ersten Monaten des Jahres Nebenwerte stärker sind. Viele Investoren haben zu Beginn des Jahres noch höhere Risikobudgets zur Verfügung und können somit benchmarkferner investieren. Nebenwerte profitieren von diesem Anlageverhalten. Daher sind wir in den ersten Monaten eines Jahres im Nebenwertebereich übergewichtet. Im letzten Drittel des Jahres haben wir hingegen Standardwerte aus dem DAX sehr hoch gewichtet. Diese Werte profitieren von den enger werdenden Risikobudgets der Portfoliomanager. Außerdem möchten viele Fondsmanager für das Jahresendreporting sichere Titel in ihren Büchern vorweisen, was klassischen Bluechips ebenfalls Auftrieb verleiht.

ChampionsNews: Welche Titel haben sich in den letzten sechs Monaten als besonders erfolgreich im Fondsportfolio erwiesen? Wo sehen Sie derzeit interessante Zukaufmöglichkeiten? 

Funke: Zwei Dinge sind unserer Meinung nach im derzeitigen Marktumfeld entscheidend. Einerseits präferieren wir defensive Titel. Entsprechende Unternehmen haben gut prognostizierbare Gewinne, wodurch ihre Aktienrenditen erheblich geringeren Schwankungen unterliegen als andere Titel. Die empirische Kapitalmarktforschung hat das Renditeverhalten dieser defensiveren Aktien intensiv analysiert. Interessant ist, dass Anleger für das deutlich geringere Risiko im Schnitt keinen Renditemalus in Kauf nehmen müssen. Im Gegenteil, Aktien mit einem geringen Risiko haben ähnlich hohe, teilweise sogar höhere Renditen als Aktien mit einem hohen Risiko. Da wir der Meinung sind, dass die deutsche Volkswirtschaft sich gut entwickeln wird, bevorzugen wir innerhalb der defensiveren Titel diejenigen mit einer positiven Sensitivität gegenüber dieser gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Für den deutschen Aktienmarkt sind dies beispielsweise Axel Springer oder auch MTU. Diese Werte sind innerhalb des Fondsportfolios auch in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen.

Reproduzierbare Rendite

Durch den Einsatz mehrerer Substrategien und eines evidenzbasierten Ansatzes filtert Dr. Robert Velten, Geschäftsführer der Velten Asset Management, die passenden Aktien für den Velten Strategie Deutschland (DE000A2ATCU8) heraus. Im Gespräch mit ChampionsNews berichtet Velten, wie anhand der selbst entwickelten Kennzahlen und der Kombination mehrerer Substrategien eine stabile Rendite erzielt werden kann.

Transparenz ist das A und O für ein erfolgreich über mehrere Teilstrategien ausgerichtetes Portfolio (Foto: istockphoto.com/shells1)

ChampionsNews: Herr Dr. Velten, viele Anleger handeln wenig rational und werden von Emotionen geleitet. Wo sehen Sie die Ursachen dafür? Lernt der Mensch nicht aus seinen Fehlern?

Velten: Manchmal lernt der Mensch und manchmal lernt er nicht. Schauen Sie sich die Kriege und Unterdrückungen an, die Menschen verüben. Andererseits gibt es Individuen mit einem beeindruckenden Track Record wie Mahatma Gandhi und Nelson Mandela. Im Dazulernen schlägt die keiner. Und sie sind nicht gerade bekannt für ihre Angst und Gier. Unsere Gefühle stammen aus Jahrmillionen langer Evolution. Sie sind geeignet, um in einer kleinen Gruppe von Urmenschen zu überleben, aber nicht um am Kapitalmarkt erfolgreich zu sein. Unsere Ratio ist im Regelfall zu schwach, um sich gegen die unbewusst viel stärkeren Gefühle durchzusetzen. Auf den Punkt gebracht: Wir Menschen benötigen hier Hilfe. Quasi Überlebenshilfe, wenn es um finanziellen Erfolg geht. Ich finde Hilfe in meiner Strategie, weil sie logisch plausibel ist und nach dem neusten Stand der Wissenschaft entwickelt wurde.

Dr. Robert Velten, Geschäftsführer der Velten Asset Management (Foto: Velten Asset Management)

ChampionsNews: Eine wichtige Grundlage für Ihren Investmentansatz sind evidenzbasierte Regeln. Was verstehen Sie darunter, und welche Vorteile bietet dieses Modell für die Portfoliostrukturierung? 

Velten: Ein Backtest allein ist noch keine Evidenz. Die Regeln für eine Investmentstrategie müssen mehrfach geprüft sein und auch nicht rein auf Statistiken beruhen. Bereits im Vorfeld muss eine finanzwirtschaftlich sinnvolle Hypothese aufgestellt werden. Nur diese Apriori-Hypothesen werden anschließend überprüft. Das unterscheidet mein Vorgehen von rein quantitativen Ansätzen. Die meisten regelbasierten Ansätze haben keine hohe Evidenz. Noch gefährlicher ist es, wenn überhaupt keine Regeln verwendet werden. Evidenzbasierte Regeln hingegen haben schlicht und einfach den Vorteil, dass ihre vergangenen Ergebnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit reproduzierbar sind.

ChampionsNews: Um ein möglichst stabiles Ergebnis zu erzielen, kombinieren Sie außerdem sieben Substrategien. Welche Vorteile bieten diese einzelnen Substrategien? Wie greifen diese sinnvoll ineinander, um ein positives Ergebnis zu erzielen? 

Velten: Ich setze immer alle sieben Substrategien zugleich ein. Jede Strategie funktioniert anders und unabhängig von den anderen. So setzt eine Strategie etwa auf momentumorientierte Faktoren, eine weitere hat eher das Wachstum und mögliche Turn-around-Qualitäten einer Aktie im Fokus, eine dritte konzentriert sich auf eine Kombination aus Value und Momentum.  Auf diese Weise hat man immer mehrere Zugpferde zugleich im Rennen. Es ist wie im Flugzeug: Sollte doch mal ein System ausfallen, gibt es immer noch ein anderes, das hier ausgleichend funktioniert. Bei sieben vielversprechenden Strategien ist die Wahrscheinlichkeit, im jeweiligen Betrachtungszeitraum eine Überperformance zu erzielen, nochmals höher.

ChampionsNews: Warum haben Sie sich gerade auf deutsche Aktien fokussiert? Kommt dabei das gesamte deutsche Aktienspektrum zum Einsatz?

Velten: Ja, alle liquiden deutschen Aktien werden von uns überprüft. Aus dem gesamten Spektrum  werden immer 30 bis 50 Titel für das Portfolio ausgewählt. Der deutsche Aktienmarkt hat den Vorteil, dass er relativ transparent ist und außerdem eine starke globale Vernetzung aufweist. Es gibt ein ausgewogenes Branchenspektrum und sehr viele interessante Titel.

ChampionsNews: Welche Titel haben sich zuletzt als besonders erfolgreich im Portfolio erwiesen?

Velten: Im Grunde ist uns egal, welche unserer Einzeltitel erfolgreich sind. Für uns zählt immer das gesamte Portfolio. Seit mehreren Quartalen haben mehrere Substrategien Deutsche Lufthansa und Einhell Germany als Investmentmöglichkeit ausgewählt. Beide Titel zählen derzeit zu unseren Hauptgewichten. Die von uns gemessenen Erfolgsfaktoren, wie kräftiges Wachstum und günstige Bewertung bei hoher Rentabilität und Stabilität, waren bei diesen beiden Aktien am stärksten ausgeprägt.

Fondspartner im Interview

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