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Ausgabe 04/2016

Magazin

Investieren statt spekulieren

Mit einem vorgelagerten Risikomanagement versucht die Vermögensverwaltung Habbel, Pohlig & Partner (HP & P), die richtigen Aktien fürs Portfolio auszuwählen und so unnötige kritische Faktoren für die Struktur des HP&P Euro Select UI Fonds (DE0009790766) zu vermeiden. Volker Schilling, Dachfondsmanager und Vorstand der GREIFF capital management, sprach mit Matthias Habbel, Gründer der Wiesbadener Vermögensverwaltung, und HP&P-Investmentanalyst Carsten Garbers über die Vorteile einer aktiven Kassensteuerung, gezielten Stock-Pickings und stringenter Risikovermeidung. Seit mehr als 17 Jahren wird diese Strategie erfolgreich bei diesem europäischen Aktienfonds angewendet.

Matthias Habbel und Carsten Garbers, Habbel, Pohlig & Partner: „Wir achten sehr darauf, dass es keine zu starke Übergewichtung einer Branche im Portfolio gibt“ (Foto: Sebastian Reimold)

Schilling: Erzählen Sie uns etwas über die Philosophie und den Investmentansatz des HP&P Euro Select UI Fonds. Welche Aspekte stehen hier für Sie im Vordergrund?

Garbers: Eines der zentralen Themen des Fonds ist die qualitative Aktienauswahl. Darüber hinaus wollen wir Renditen bei einem möglichst geringen Risiko erzielen. Das Risikomanagement beginnt immer vor dem Investment. Wir wollen verlässliche Geschäftsmodelle im Portfolio. In den letzten zehn Jahren hat sich dieser Ansatz durch eine hohe Stabilität im Fonds bestätigt. Das Produkt ist ein reiner Aktienfonds und kommt ohne jegliche Derivate, wie Futures oder Optionen, aus. Die Absicherung erfolgt über die Kasse. Mindestens 51 Prozent des Portfolios sind in Aktien investiert, wobei wir beim Investitionsgrad sehr flexibel sind.

Dennoch steht immer die Risikovermeidung im Vordergrund. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Ansatz langfristig über einen ganzen Konjunkturzyklus gesehen zu einer Outperformance führt. In schwierigen Marktphasen sind so deutlich robustere Unternehmen im Portfolio, bei denen mit geringeren Kursabschlägen zu rechnen ist. Die Kasse dient uns als Vorsichtsmaßnahme bei geopolitischen Einflüssen, wie etwa dem Brexit und den US-amerikanischen Wahlen.

Schilling: Sie erzielen somit Ihre Performance durchs Stock-Picking und durchs Timing, indem Sie die Kassenquote erhöhen oder reduzieren?

Garbers: Da liegen Sie richtig. Unser Timing ist jedoch langfristig orientiert, weil wir Value-orientiert sind und auf Substanzwerte setzen. So können Titel gerne drei bis fünf Jahre im Portfolio bleiben. Je nach Marktlage erhöhen oder reduzieren wir die Kasse, um so das Risiko besser zu steuern.

Volker Schilling im Gespräch mit Carsten Garbers und Matthias Habbel (Foto: Sebastian Reimold)

Schilling: Wissen Sie, wie viel Ihrer Performance aus dem Stock-Picking und wie viel aus dem Timing kommt?

Habbel: Die Performance kommt überwiegend aus der Aktienselektion. Das bedeutet aber auch, dass wir in bullischen Marktphasen nicht zu den Top-Fonds gehören. Wir haben aber seit einiger Zeit schwierigere Marktphasen und sind mit einer höheren Volatilität konfrontiert. Hier erweist sich unsere Strategie als vorteilhaft, weil wir neben der Risikomodifikation auch die Volatilität immer im Blick haben. Die Kunden möchten keinen starken Schwankungen ausgesetzt sein und gleichbleibende Renditeentwicklungen. So hat es sich beispielsweise in den Jahren 2007 und 2008 als vorteilhaft erwiesen, dass der HP&P Euro Select UI Fonds mit über 40 Prozent auf Liquidität gesetzt hat. So konnten wir langfristig betrachtet unsere Kunden stärker vor Verlusten schützen und wieder eher Kursgewinne erzielen.

Garbers: Wir sind Vermögensverwalter, die erst den fundamentalen Wert eines Vermögensgegenstandes ableiten, wenn wir uns im Voraus Gedanken über die Qualität des Investments gemacht haben. Sie steht an erster Stelle, erst dann kommt die Bewertung am Markt ins Spiel. Wenn die Qualität des Investments stimmt, der Kurs aber noch nicht für eine Anlage spricht, setzen wir ihn erst einmal auf die Watchlist. Unseren Ansatz, den wir über die Jahre hinweg entwickelt haben, ist hier sehr einfach, stringent und konsequent: Zunächst einmal nehmen wir die quantitative Prüfung eines Unternehmens vor, indem wir uns verschiedene Bilanzkennzahlen, wie etwa den Verschuldungsgrad und die Rentabilität, anschauen. Das Geschäftsmodell der herausgefilterten Unternehmen wird dann auf Herz und Nieren geprüft.

Schilling: Kommen wir zur Asset Allocation. Gibt es neben dem Stock-Picking und dem Timing weitere entscheidende Faktoren bei der Titelauswahl für das Portfolio?

Garbers: Wir haben aufgrund der Qualitätsüberprüfung aktuell Unternehmen aus dem Banken-, Versicherungs- und Finanzsektor ausgeschlossen, da wir hier keine Titel finden, die derzeit positiv in unserem Investmentprozess und der Bewertungssystematik auffallen. Auch sehr konjunkturabhängige Unternehmen passen nicht gut zu unserer Systematik. Auch versuchen wir, Klumpenrisiken zu vermeiden. Wir achten sehr genau darauf, dass es etwa keine zu starke Übergewichtung einer Branche im Portfolio gibt.

Schilling: Worin unterscheiden Sie sich aus Ihrer Sicht von den Mitstreitern am Markt?

Habbel: Es gibt wenige Vermögensverwalter, die seit über 17 Jahren erfolgreich mit einem Fonds am Markt sind. Des Weiteren kombinieren wir das Stock-Picking mit einem makroökonomischen Ansatz. Vor möglichen kritischen Ereignissen erhöhen wir die Kasseposition, setzen auf Sicherheit und eine geringere Volatilität. Außerdem arbeiten wir konzernunabhängig und sind selbst am Produkt und Unternehmen beteiligt. Wir orientieren uns nicht stringent an einer Benchmark, selektieren die Titel selbst und steuern aktiv die Kasseposition.

„Technologie und Innovation sind der Motor der Zukunft“

Die Globalisierung der Welt schreitet unaufhaltsam voran. Von vielen dieser neuen Entwicklungen kann man durch kluges Investieren auch profitieren. So sieht es jedenfalls Thomas Bartling, Fondsberater des CONCEPT Aurelia Global (DE000A0Q8A07). Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert der Portfolioexperte von CONCEPT Vermögensmanagement, warum es sinnvoll ist, in Technologiewerte anzulegen, und wie man trotz niedriger Zinsen mit anderen Asset-Klassen statt Anleihen erfolgreich ein Portfolio strukturieren kann.

„Gold ist im derzeitigen Umfeld ein elementarer, unverzichtbarer Portfoliobaustein“

Thomas Bartling,
CONCEPT Vermögensmanagement
Technologischer Fortschritt und zukunftsbringende Innovationen können auch der Motor für das Portfolio sein (Foto: istockphoto.com/microgen)

ChampionsNews: Herr Bartling, in Zeiten anhaltend niedriger Zinsen verlieren Anleihen immer stärker an Bedeutung für die Geldanlage. Das spiegelt sich auch in Ihrem Portfolio wider, in dem keine Bonds zu finden sind. Gibt es für Sie keine Ausnahmen in diesem Segment?

Bartling: Grundsätzlich ist unser vermögensverwaltender Fonds CONCEPT Aurelia Global flexibel und darf auch in Anleihen aller Währungsräume investieren. Im Umfeld der derzeitigen Staatsschuldenkrise bei anhaltenden Niedrigzinsen erachten wir das Rendite-Risiko-Verhältnis allerdings für ausgesprochen schlecht, so dass wir nicht investieren. Bei einer Zuspitzung der Bankenkrise könnte sich allerdings eine Ausnahme ergeben. Wir würden dann die Kasseposition gegebenenfalls in kurzlaufende deutsche oder US-Staatsanleihen umschichten. Wir haben das bereits einmal umgesetzt und würden auch ungeachtet einer vielleicht negativen Rendite dieses jederzeit wiederholen.

Thomas Bartling, Portfoliomanagement CONCEPT Vermögensmanagement (Foto: CONCEPT Management)

ChampionsNews: Aktien stellen derzeit die einzig wahre Alternative für Investments dar. Welche Aktiensegmente sind für Sie derzeit besonders attraktiv? Gibt es Branchen/Sektoren, die Sie aktuell bevorzugen?

Bartling: Die US-Technologie-Indices Nasdaq100 und Nasdaq Composite haben jüngst neue Allzeithochs geschafft. Technologie und Innovation sind der Motor für Zukunft. Das gilt heute mehr denn je, zumal die Internettechnologie als revolutionierende Kraft mit 20 Jahren noch vergleichsweise jung ist. Die Welt ist zusammengerückt, und Menschen ändern ihr Konsumverhalten. Für uns ist das ein spannendes und sehr attraktives Umfeld für Investitionen. Im Übrigen haben die Nasdaq-Indices über lange Zeiträume – wir sprechen hier von fünf Jahrzehnten – den breiten US-Markt S&P 500 signifikant hinter sich gelassen.

ChampionsNews: Seit Anfang des Jahres haben Gold, Edelmetalle und auch Rohstoffe wieder eine positive Entwicklung gezeigt. Berücksichtigen Sie Rohstoffe über Aktien oder Fonds in Ihrem Portfolio? Welche Bedeutung messen Sie diesen Beteiligungen zu?

Bartling: Gold ist im derzeitigen Umfeld ein elementarer, unverzichtbarer Portfoliobaustein. Es bietet einerseits ein gutes Gegengewicht zu den dynamischen Technologieaktien und hat somit einen Absicherungscharakter für das Portfolio. Andererseits erachten wir auch die Renditechancen für Edelmetalle angesichts negativer Realzinsen aktuell für gegeben. Edelmetallaktien bieten ein potenziertes Chance-Risiko-Verhältnis gegenüber dem physischen Metall. Wir investieren in Silber und Gold über ausgewählte ETFs, die immer durch Barren rückgedeckt sind. In Minenaktien investieren wir vorzugsweise direkt. Hier zeigen sich nach den Ausverkaufskursen zum Jahresstart und der laufenden Konsolidierung wieder interessante Einstiegschancen.

ChampionsNews: Neben Direktinvestments in Aktien setzen Sie auch auf Fondsanteile in Ihrem Portfolio. Wann kommen diese bei Ihnen zum Einsatz und welchen Vorteil versprechen Sie sich davon?

Bartling: Sofern wir selektiv in Aktien außerhalb Europas oder der USA investieren, wählen wir Fonds oder ETFs. Dann geht es uns darum, die Chancen eines für uns nicht so zugänglichen Marktes zu nutzen. Vom Grundsatz her haben wir das Fondskonzept über die Jahre dahin entwickelt, dass wir unsere eigenen Ideen verfolgen und mit entsprechendem Research unterlegen. So investieren wir derzeit circa 90 Prozent unserer Aktienquote in Einzelaktien.

ChampionsNews: Rechnen Sie mit einer Wende in der Zinspolitik der EZB? Werden wir in den USA eine Zinswende erleben? Auf welche Auswirkungen müssen wir uns durch die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten auf die internationalen Finanzmärkte einstellen?

Bartling:  Wir erwarten sehr moderate Zinserhöhungen in den USA im nächsten Jahr. Auch in der Eurozone sollte der Zinssenkungsprozess beendet sein. Donald Trump wird für Überraschungen sorgen. Es ist bisher nicht absehbar, was uns bevorsteht. Wir werden mit unserem Portfolio flexibel darauf reagieren können.

Viele Anlagechancen trotz Krisenmodus

Laut Analysten soll sich das globale Wirtschaftswachstum verlangsamen. Auch wird von einer mittelfristig gedämpften Prognose ausgegangen. Zudem haben die Brexit-Entscheidung, die Wahl des Milliardärs Donald Trump zum US-Präsidenten und weitere geopolitische Ereignisse, wie die Flüchtlingskrise und Terrorgefahr, für Unruhe unter den Investoren gesorgt. Alexander Wiedemann, Portfoliomanager bei der FIVV AG (FinanzInformation & VermögensVerwaltung), erläutert im Gespräch mit ChampionsNews, wie man trotz der auf den ersten Blick verunsichernden Zeichen mit gezielt diversifizierten Investments erfolgreich sein kann. Die FIVV AG bietet dazu fünf Misch- und Themenfonds mit unterschiedlicher Chance- und Risikostruktur an: FIVV-MIC-Mandat-Rendite (DE000A0NAA3), FIVV-MIC-Mandat-Wachstum (DE000A0NAAF0), FIVV-MIC-Mandat-Offensiv (DE0009790865), FIVV-MIC-Mandat-Rohstoffe (DE000000A0NAAA1) und FIVV-MIC-Mandat-China (DE000A0JELL5).

„Die Welt ist trotz aller ,Krisen‘ besser, als die meisten denken“

Alexander Wiedmann,
FIVV
Die Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten hat viele Menschen verunsichert, jedoch scheinen die Auswirkungen auf die Märkte bisher nicht wirklich erkennbar zu sein (Foto: istockphoto.com/franckreporter)

ChampionsNews: Herr Wiedemann, die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat weltweit für Aufregung gesorgt. Auch der Brexit hat bei vielen Verunsicherung hervorgerufen. Wie werden sich diese Ereignisse auf die Weltwirtschaft auswirken? Müssen wir mit unruhigen Zeiten an den Finanzmärkten rechnen?

Wiedemann: In den vergangenen Monaten und Jahren gab es in der Tat viele Ereignisse, die nicht nur kontinuierlich zu einer Verunsicherung der Anleger geführt haben, sondern für viele Menschen hierzulande den Eindruck entstehen ließen, die Welt befände sich in einer Dauerkrise. Die US-Immobilienkrise, die Banken- und Finanzkrise, die Euro- oder vielmehr Staatsschuldenkrise, die Flüchtlingskrise, der Absturz der Energie- und Rohstoffpreise, das Brexit-Votum und jüngst die überraschende Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA scheinen nahezu nahtlos ineinander überzugehen. Gleichzeitig aber notieren viele Indizes nahe ihrem Allzeithoch oder sogar darüber.

Trotz aller angesprochenen Themenfelder dreht sich die (Wirtschafts-)Welt weiter. Vieles, was Trump im Wahlkampf verkündet hat, wird auch unter ihm als Präsident „nicht so heiß gegessen, wie es zunächst gekocht wurde“. Wir alle, egal ob Privatanleger oder professioneller Vermögensverwalter, müssen letztlich erkennen, dass keiner die Zukunft vorhersehen kann. Es ist aber wichtig, sich auf unterschiedliche Szenarien vorzubereiten und sich von der medialen Dauerbeschallung rund um die „Krisen“ dieser Welt nicht vom Gesamtbild ablenken zu lassen. Es gibt eine Vielzahl an positiven Faktoren, durch die die Weltwirtschaft sukzessive vorangetrieben wird.

Leider schaut in der Regel die breite Masse zunächst auf Berichte über Katastrophen und medial befeuerte „Krisen“. Vermeintlich langweilige Meldungen über eine intakte Weltwirtschaft oder eher unspektakuläre Entwicklungen werden hingegen zumeist überlesen und folglich von Medien kaum behandelt. Stichwort „Griechenland“: Für die Weltwirtschaft praktisch unbedeutend.  Stichwort „Brexit“: Politisch bedeutend, die Umsatzanteile deutscher Unternehmen sind in Großbritannien jedoch klein. Stichwort „gesunkener Ölpreis“: Entgegen der Berichterstattung profitieren schätzungsweise 85 Prozent der Unternehmen und nahezu alle Konsumenten von den günstigen Energiepreisen. Das Gefühl der Dauerkrise ist aus unserer Sicht daher nicht gerechtfertigt.

Alexander Wiedmann, FIVV (Foto: FIVV)

ChampionsNews: Die Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum werden vom Internationalen Währungsfonds als sehr gedämpft dargestellt. Mit einem großen Wachstum wird auch im kommenden Jahr nicht gerechnet. Gehen die Analysten hier zu kritisch ins Gericht?   

Wiedemann: In der Vergangenheit hat sich schon häufig gezeigt, dass die offiziellen Prognosen zu Beginn entweder sehr niedrig oder zu hoch ausfallen und im Jahresverlauf sukzessive angepasst werden. Wir hingegen haben sowohl in den letzten Jahren als auch für dieses und kommendes Jahr ein globales Wachstum von etwa drei Prozent vorhergesagt und lagen bis dato meist sehr nahe an den tatsächlichen Wachstumsraten. Die Rechnung ist aus unserer Sicht kein Hexenwerk: Insgesamt leben auf der Erde mittlerweile über 7,4 Milliarden Menschen. Mit mehr als vier Milliarden Menschen in Asien und etwa einer weiteren Milliarde in Afrika wachsen alleine hieraus hunderte von Millionen junger Menschen mit immer besserer Ausbildung und steigender Kaufkraft in den nächsten Jahren erstmals in den Konsum hinein.

Zusammen mit weiteren Emerging Markets erzielen diese Regionen rund die Hälfte des globalen BIPs und wachsen mit vier bis 4,5 Prozent. Die andere Hälfte kommt aus den etablierten Industrienationen, wie etwa den USA, Japan, Deutschland und Teilen Europas. Das aus diesen Ländern kommende Wachstum in Höhe von etwa 1,5 bis zwei Prozent ergeben zusammen mit den zuvor genannten Raten in der Summe ein weltweites Wachstum in Höhe von rund drei Prozent. Aus unserer Sicht geradezu optimal: Nicht zu wenig für die global agierenden Unternehmen und nicht zu viel, so dass Inflations- oder Zinsängste aufkommen. Steigende Zinsen kann sich keine Volkswirtschaft leisten, denn die Schuldenberge sind zu hoch.

ChampionsNews: Die anhaltende Nullzinspolitik bietet auf dem klassischen Anleihenmarkt wenige Chancen für eine ausreichende Rendite. Auch greift die EZB durch den Ankauf von Unternehmensanleihen in die Märkte ein. Wie sinnvoll sind diese Maßnahmen aus Ihrer Sicht? Wo finden Sie noch passende Anleihen? Muss man dadurch sehr viel zusätzliches Risiko eingehen?

Wiedemann: Während vor einigen Jahren Staatsanleihen bonitätsstarker Länder als renditestarke Anlagen ohne Risiko galten, kaufen Investoren heute risikoreiche Anlagen ohne oder sogar mit negativer Rendite ins Depot. Es wird daher wenig überraschen, dass Staatsanleihen aktuell in keinem unserer Fondsmandate zu finden sind. Alternativ greifen wir je nach Risikostruktur der Fonds im Rahmen einer breiten Diversifikation auf Unternehmensanleihen zurück, wobei sich auch hier mehr und mehr die Spreu vom Weizen trennt. Zunehmend schwer gestaltet es sich, Corporate Bonds mit adäquater Rendite und vertretbarem Risiko zu finden.

Innerhalb der typischen Depotstruktur werden folglich sowohl im FIVV-MIC-Mandat-Rendite als auch im FIVV-MIC-Mandat-Wachstum Unternehmensanleihen unter- und dafür solide und dividendenstarke Aktien höhergewichtet. Selbst Notenbanken scheinen inzwischen erkannt zu haben, dass der Ankauf von Staatsanleihen sowie die historisch niedrigen Zinsen nicht zielführend waren und die Strategie vielleicht sogar als gescheitert erklärt werden kann. Bestes Beispiel ist Japan: Die Bank of Japan verkündete erst kürzlich, dass künftig die Gelder direkt in den Aktienmarkt und nicht wie bislang in den Anleihenmarkt fließen sollen. Höchstwahrscheinlich in einem weitaus geringeren Umfang, aber dennoch, könnten schon bald auch andere Notenbanken diesem Vorbild folgen. Sofern die Notenbanken langfristig und unter Maßgabe einer breiten Diversifikation agieren, gelten schließlich gleiche Argumente für den Sachwert „Aktie“ wie bei Privatpersonen: Stabilität, Liquidität und Ertrag. In puncto Ertrag ist die Aktie der Anleihe derzeit ohnehin überlegen. Unternehmen schütten den Anlegern so viel Geld aus wie kaum jemals zuvor.

ChampionsNews: Welche Aktien bevorzugen Sie gerade für Ihre Portfolios?

Wiedemann: Die Welt ist trotz aller „Krisen“ besser, als die meisten denken, und es gibt eine Vielzahl an Faktoren, wodurch die Weltwirtschaft sukzessive vorankommt und Unternehmen oftmals hervorragende Rahmenbedingungen vorfinden. Profiteure können sowohl lokal ansässige, aber insbesondere global aufgestellte Unternehmen sein, deren Markenprodukte bei den zuvor genannten heranwachsenden Käuferschichten Anklang finden. Dies können führende Markenhersteller, beginnend im niedrigen Preissegment der tendenziell konjunkturunabhängigen Konsumgüter, Nahrungs- und Genussmittel ebenso sein wie Hersteller von Luxusgütern aus dem Schmuck- oder Automobilbereich. Essenziell wichtig ist zudem, Trends und Innovationen frühzeitig zu erkennen. Egal ob Digitalisierung, Automatisierung, Vernetzung, Medizin- und Gesundheitstechnik sowie Umweltschutz und alternative Energiequellen: Der Innovationszyklus ist ungebrochen.

Je nach Risikostruktur des Fonds wird aus der Vielzahl an gut aufgestellten Unternehmen so eine Auswahl an Unternehmen getroffen, deren Geschäftsmodell langfristig an den skizzierten Entwicklungen partizipiert. Im Rohstoffsektor favorisieren wir Edelmetalle sowie, auf deutlich reduziertem Preisniveau, ausgesuchte Agrarrohstoffe und Energiewerte. Antizyklisch agierende Investoren nutzen seit geraumer Zeit die Chance, neben den drei vermögensverwaltenden Mandaten unserer Fondslinie den  FIVV-MIC-Mandat-Rohstoffe als „Sonderthema“ beizumischen. Immerhin blicken die drei vermögenswaltenden Mischfonds auf eine erfolgreiche Historie zurück und weisen, passend zum Thema mediale Präsenz, gegenüber vergleichbaren Fonds der Branche eine sehr gute und im Vergleich zu medial bekannten Börsenprofessoren sogar markant höhere Renditen auf – sowohl in diesem Jahr, aber auch auf Sicht von einem, drei und fünf Jahren.

ChampionsNews: Die chinesische Regierung versucht derzeit, die Wirtschaft neu auszurichten, da das Wirtschaftswachstum im letzten Jahr das niedrigste Plus seit 25 Jahren verzeichnete. Mit einem milliardenschweren Restrukturierungsfonds und Infrastrukturinvestitionen will Chinas Regierung das Wachstum wieder stärker ankurbeln. Wie schätzen Sie die weiteren Entwicklungen in China ein? Wie nachhaltig sind die Aktionen von Chinas Führung? Was bedeutet das für die Aktienmärkte in China und Hongkong in den nächsten sechs Monaten?

Wiedemann: Die mehrfach angesprochene, sehr einseitige Berichterstattung internationaler Medien kommt leider auch hier zum Tragen. Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr mit knapp unter sieben Prozent zwar das geringste seit 25 Jahren gewesen, gleichwohl ist das absolute Wachstum der nunmehr zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt unverändert beeindruckend hoch. Das zeigt sich etwa am Basiseffekt. Immerhin hat es China als eines der wenigen Ländern geschafft, über Jahrzehnte hinweg fast pausenlos zweistellig zu wachsen.

Unabhängig davon ist es sogar das erklärte Ziel der chinesischen Regierung, künftig ein geringeres, aber dafür ein qualitativ höheres Wachstum zu generieren. So soll in Zukunft das BIP-Wachstum verstärkt und vor allem nachhaltig aus dem Dienstleistungssektor sowie dem Binnenmarkt und nicht wie bislang fast ausschließlich aus dem Industriesektor kommen. Neben dem Wachstumsziel stehen zudem eine Vielzahl an weiteren Themen auf der Agenda, die im Rahmen des „neuen“ Fünfjahresplanes festgehalten wurden: Investitionen in Forschung, Entwicklung und Infrastruktur, Erhöhung der Urbanisierungsrate sowie Maßnahmen für den Umweltschutz.

Mit der aktuellen Ausrichtung des FIVV-MIC-Mandat-China setzen Anleger automatisch auf die Unternehmen, die infolge der oben aufgeführten Beschlüsse in den kommenden Monaten zu den Gewinnern dieser Entwicklungen zählen sollten. Konkret heißt dies, dass der Fonds derzeit Unternehmen meidet, die lange Zeit von niedrigen Faktorpreisen bei Arbeit, Kapital und Ressourcen profitiert haben und deren Kapazitäten sich in vielen Bereichen der energieintensiven Bau- und Schwerindustrie weiter über das gesunde Maß hinaus ausgeweitet haben. Unternehmen hingegen, die ihr Geld mit Dienstleistungen im Internet, dem Verkauf höherwertiger Konsumgüter sowie den Themen Umwelt und Gesundheit verdienen, beschert der beschleunigte Umbau der chinesischen Wirtschaft ein glänzendes Geschäftspotenzial. Der Fonds fokussiert sich daher auf Beteiligungen an diesen Unternehmen. Wir sind davon überzeugt, mit dieser Ausrichtung an der Wertentwicklung seit Jahresanfang sowie im  Ein-, Drei- und Fünfjahresbereich anknüpfen zu können.

Vom „Sentiment Value“ profitieren

Gerade mal ein Fünftel der Kursschwankungen an den Aktienmärkten lässt sich mit Fundamentaldaten erklären. Der größere Teil ist durch das stimmungsabhängige Verhalten der Investoren geprägt. Die Psychologie des Anlegers ist eine entscheidende Komponente, die nicht vernachlässigt werden darf. ChampionsNews sprach mit Patrick Hussy, Geschäftsführer von sentix Asset Management, über die Bedeutung von Behavioral Finance und wie diese in die Beratung des sentix Total Return -offensiv- (DE000A2AMN84) und sentix Risk Return -A- (DE000A2AMPE9) einfließen.

„Nur 20 Prozent der Marktschwankungen sind fundamental erklärbar“

Patrick Hussy,
Geschäftsführer sentix Asset Management
Patrick Hussy: „Unsere Investoren schätzen an uns, dass wir Erträge aus dem Markt erzielen, uns aber von Marktbewegungen differenzieren“ (Foto: Alexander Habermehl)
Manfred Hübner und Patrick Hussy, Geschäftsführer sentix Asset Management (v.l.n.r.) (Foto: Alexander Habermehl)

ChampionsNews: Herr Hussy, die sentix-Fonds werden nach dem Behavioral-Finance-Ansatz gesteuert. Welche Vorteile sehen Sie in diesem Ansatz im Vergleich zu anderen klassischen Ansätzen?

Hussy: Wir nutzen mit der Behavioral Finance eine alternative Ertragsquelle. Schon Robert J. Shiller, Professor und Nobelpreisträger von der Universität Yale, hat in einer seiner wissenschaftlichen Arbeiten nachgewiesen, dass nur 20 Prozent der Marktschwankungen fundamental erklärbar sind. Wir konzentrieren uns in unserer Arbeit auf die restlichen 80 Prozent und wollen mit Hilfe der sentix-Indikatoren einen Teil davon erklären. Unser Ziel ist es, über diese Analysen günstige Gelegenheiten am Kapitalmarkt zu identifizieren, um sie dann gewinnbringend in den von uns beratenen Fonds zu nutzen.

Im Vergleich zu klassischen Ansätzen heben wir uns in vielerlei Hinsicht ab. Unsere Investoren schätzen an uns, dass wir Erträge aus dem Markt erzielen, uns aber von Marktbewegungen differenzieren. Ursächlich hierfür ist unser besonderer Blick auf die Kapitalmärkte. Im Ergebnis stabilisieren wir die Portfolien unserer Kunden nachhaltig. Zudem können wir auf einen langjährigen, positiven Track Record verweisen. Ob Jahresanfangsschwäche 2016, die Eurokrise im Jahr 2012, der Sommercrash 2011 oder die Lehman-Pleite im Jahr 2008, die Investmentstrategie hat sich bewährt. Das verstehen wir unter „Sentiment Value“.

ChampionsNews: Wie übertragen Sie die relevanten Daten in Ihren Investmentansatz? Welche Daten werden konkret ausgewertet und verarbeitet?

Hussy: Unser Ziel ist es, Muster im Anlegerverhalten zu identifizieren und zu nutzen. Hierfür bedarf es guter Daten, die das Anlegerverhalten möglichst gut abbilden. Deshalb befragen wir die Anleger seit 2001 über die bekannte wöchentliche sentix-Kapitalmarktumfrage, an der inzwischen mehr als 5.000 Anleger teilnehmen. Aus den Antworten berechnen wir Indikatoren zu vielen Asset-Klassen, Märkten, Branchen sowie zur Konjunktur. Die Analyse dieser Daten ermöglicht uns einen umfassenden Blick auf die Kapitalmärkte. Zentrale Analysebausteine sind Sentiment, Anlegerpositionierung und Marktpreise. Die Methodik eröffnet die Chance, frühzeitig Wendepunkte an den Märkten zu erkennen und wiederkehrende Muster im Anlegerverhalten zu identifizieren. Im Portfoliomanagement müssen dann sehr diszipliniert die Signale in Strategien überführt werden. Je nach Anlageziel des Fonds werden geeignete Positionsgrößen bestimmt und die passenden Instrumente ausgewählt. Konträres Denken und konsequentes Handeln sind dabei unsere Erfolgsfaktoren.

ChampionsNews: Vor kurzem haben Sie gemeinsam mit Universal-Investment den Fonds sentix Total Return
-offensiv- aufgelegt. Worin unterscheidet sich die Strategie des neuen Produkts im Vergleich zum bereits etablierten Total Return -defensiv-?

Hussy: Der neue Fonds nutzt dieselbe Investitionslogik wie der seit mehr als sechs Jahren am Markt etablierte sentix Total Return -defensiv-. Im neuen Produkt setzen wir alle Signale wie bei unserem Flaggschiffprodukt um, gewichten alle Positionen jedoch in der Regel doppelt so stark. Dadurch verdoppeln wir auch das Alpha unseres Ansatzes sowie die Renditechance für unsere Anleger. Wir investieren in Aktien, Renten, Währungen und selektiv in Rohstoffe und können tendenziell steigende wie fallende Kurse nutzen. Auch der neue Fonds wird mit einer Wertuntergrenze gesteuert, die entsprechend der offensiveren Ausrichtung bei dem neuen sentix Total Return -offensiv- anfänglich bei 80 Prozent des Erstausgabepreises liegt und jährlich zum Kalenderjahresende auf 80 Prozent des Jahresultimopreises angepasst wird. Diese Wertuntergrenze ist zwar nicht garantiert, wird von uns aber sehr strikt überwacht. Ziel dieser Wertuntergrenze ist das Erreichen einer gewissen Planungssicherheit für unsere Investoren – auch in unsicheren Zeiten. Dieses einerseits sicherheitsbetonte, andererseits aber auch chancenreiche Set-up macht unseren neuen Fonds zu einer attraktiven Zins-Ersatz-Anlage für Anleger.

ChampionsNews: Welche Vorteile bieten die unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden Fonds für Investoren?

Hussy: Durch die grundsätzlich ähnliche Ausrichtung der beiden sentix-Total-Return-Fonds verfügen Anleger zudem über eine weitere, attraktive Option: Möchte der Investor seine Anlagestrategie defensiver gestalten, zum Beispiel seine Wertuntergrenze von 80 auf 90 Prozent anheben, kann er den sentix Total Return -defensiv- wählen. Dieser verhält sich weitgehend identisch, hat aber die halbe Schwankungsbreite im Vergleich zum neuen, offensiven Produkt. Umgekehrt kann die Strategie im offensiven Fonds sehr einfach wieder dynamisiert werden. Der große Vorteil für unsere Anleger ist, dass sie identische Fondsportfolien vorfinden – nur mit unterschiedlicher Dynamik.

ChampionsNews:  Mit dem sentix Risk Return -A- sind Sie mit einem weiteren neuen Fondskonzept am Markt. Hier steht die Maximierung des „Sentiment Value“ an erster Stelle. Welchen Mehrwert bietet das für den Investor?

Hussy: Für Investoren, die das maximale Potenzial aus dem sentix-Ansatz heben wollen, ist der sentix Risk Return -A- genau das Richtige. Eine Wertuntergrenze gibt es hier nicht, in diesem Fonds steht die Chancennutzung an erster Stelle. Werthaltige Investments zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass das Risiko für den Anleger adäquat bezahlt wird. Genau hier setzen wir als Behavioral-Finance-Spezialisten an. Historisch gesehen gibt es gute Kaufgelegenheiten, wenn bei den Anlegern Ängste und eine hohe Risikoaversion dominieren. Genau dann gilt es, konträr zu investieren. Umgekehrt sollte man Gewinne mitnehmen, wenn die Anleger sorglos oder in Jubellaune sind.

Deshalb steuern wir den Aktieninvestitionsgrad sehr dynamisch. Wenn negative Signale durch die sentix-Datenbank vorliegen, können die Aktienbestände komplett heruntergefahren werden. In ganz besonderen Situationen ist sogar eine Short-Position möglich, um von nachhaltig fallenden Aktienkursen zu profitieren. Genau aus diesem Grund wurde der neue Fonds als Mischfonds aufgelegt, um dem Management die höchstmögliche Flexibilität in der Investitionsgradsteuerung zu bieten.

Unsere Signaltests belegen, dass es nicht notwendig ist, permanent am Aktienmarkt investiert zu sein, um die Ertragschancen dieser Asset-Klasse nutzen zu können. Als Ertragsziel streben wir 7,5 Prozent per anno an. Dabei soll die Volatilität des Fonds mit rund sieben Prozent deutlich unter der Schwankung von Aktien liegen. 

ChampionsNews: Die Entscheidung für den Brexit, die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und die Flüchtlingskrise haben weltweit für sehr viel Unruhe und Verunsicherung gesorgt. Wie spiegeln sich die jüngsten Ereignisse in Ihren wöchentlichen Umfragen wider? Welche Signale lassen sich daraus ableiten?

Hussy: Im Vorfeld der US-Wahl hatten sich besonders institutionelle Anleger – nachdem sie zuletzt beim Brexit auf dem falschen Fuß erwischt wurden – eher vorsichtig positioniert. Die Wahl von Donald Trump kam überraschend, hatte aber aufgrund der defensiven Marktpositionierung geringere Kursabschläge zur Folge wie nach dem Brexit-Entscheid. Die schnelle Erholung der Märkte kommt aus unserer Sicht nicht überraschend. Aus behavioristischer Sicht erzeugte die sehr einseitige Kommentierung zur Person Trumps im Wahlkampf eine verkürzte, allzu negative Sicht auf die zu erwartende Marktreaktion. Unabhängig von der Einstellung zum neuen US-Präsidenten müssen seine Ankündigungen nicht zwingend Schlechtes für Konjunktur und Kapitalmärkte bewirken. Seine Pläne treffen auf ein ohnehin verbessertes Umfeld und wirken lediglich als Katalysator eines bereits laufenden Prozesses.

Aus unseren Analysen ergibt sich seit mehreren Wochen ein hohes Grundvertrauen in Aktien, die eine signifikant positive Ertragserwartung für Aktien auf Sicht der kommenden Monate rechtfertigt. Zudem haben wir bereits vor den Wahlen positive Stimmungssignale für die Konjunktur gemessen, die nun zusätzlichen Rückenwind erhalten dürften, wenn Trump seine Ankündigungen zur künftigen Wirtschaftspolitik wahrmacht. Starke Investitionen zum Beispiel in die Infrastruktur, in Verbindung mit der Bereitschaft, die Staatsverschuldung zu erhöhen, werden die Konjunktur weiter anheizen. In diesem Spannungsfeld aus „Trump-Angst“ bei Medien, Politikern und Investoren und den positiven Perspektiven für die Börse ergeben sich Chancen am Aktienmarkt.

Aber es dürfte auch einen Verlierer geben. Der strategische Bias für den Rentenmarkt, der die Grundeinstellung der Anleger auf Sicht von sechs Monaten zu dieser Asset-Klasse ausdrückt, fällt seit nunmehr vier Monaten kontinuierlich stark ab. Die von Donald Trump formulierten Wirtschaftsmaßnahmen dürften beschleunigend wirken, so dass der Rentenmarkt 2017 das Opfer der neuen politischen Konstellation werden sollte.


Weitere Fonds von sentix Asset Management, die nach dem Behavioral-Finance-Ansatz beraten werden, finden Sie im Fondsselektor von Universal-Investment

„Wir sichern Vermögen über Generationen hinweg“

Vertrauensvolle, unabhängige und individuelle Beratung wird in Zeiten von Nullzinspolitik und verlorenem Vertrauen in Großbanken bei den Anlegern immer wichtiger. Diese Lücke können Family Offices optimal mit ihrem Angebot schließen. Der Wunsch nach einer umfassenden persönlichen Beratung spielt auch AURETAS family trust in die Hände. Das Multi Family Office ist auch erfolgreich mit seinen AURETAS-strategy-Fonds (DE000A0MYGY0 / DE000A0MyGX2 / DE000A0MYGZ7) unterwegs. ChampionsNews sprach mit den geschäftsführenden Gesellschaftern Randolph Kempcke und Alfred Straubinger von AURETAS family trust über ihren Investmentansatz, und die Portfoliostruktur der Fonds und die weiteren Entwicklungen im Family-Office-Markt.

„Als unabhängiger Vermögensverwalter sind wir bei der Investmentauswahl ohne jegliche Interessenkonflikte“

Alfred Straubinger,
AURETAS family trust
Randolph Kempcke und Alfred Straubinger (v.l.n.r.), Geschäftsführende Gesellschafter von AURETAS family trust: „Wir können ohne Konzernvorgaben ganz im Interesse des Mandanten handeln“ (Foto: Sven Jakobsen)

ChampionsNews: Durch welche Kriterien unterscheiden Sie sich maßgeblich von anderen Vermögensverwaltern?

Straubinger: Als unabhängiger Vermögensverwalter sind wir bei der Investmentauswahl ohne jegliche Interessenkonflikte. Wir können ohne Konzernvorgaben ganz im Interesse des Mandanten handeln und dank kurzer Entscheidungswege und einem klar strukturierten Anlage- und Investmentprozess die Wünsche und Interessen unserer Mandanten bestmöglich realisieren. Wir können über ausgewählte Fondsmanager eine gute Diversifikation für den Investor darstellen. Wir setzen dabei  eine strenge Due Diligence und ein intensives Monitoring ein. Auch stehen wir im engen Austausch mit den Fondsmanagern und vergleichen sie regelmäßig mit ihrer Peergroup. Zur taktischen Steuerung des Risikos kommen außerdem kosteneffiziente Overlays mit Hilfe von Derivaten zum Einsatz. So kann unabhängig von den im Portfolio befindlichen Wertpapieren die kurzfristige Über- oder Untergewichtung von Aktien und Anleihen aus Kosten- und Liquiditätsgründen umgesetzt werden.

ChampionsNews: Wie würden Sie Ihren Investmentansatz näher beschreiben?

Kempcke: Mit unserer Anlagestrategie streben wir einen mittel- bis langfristig risikoadjustierten Mehrwert für unseren Mandanten an. Die Grundlage unserer Anlagestrategie ist eine sorgfältige makroökonomische Top-down-Analyse. Mit dieser strategischen Asset Allocation versuchen wir, möglichst früh gesamtwirtschaftliche und geopolitische Trends und erfolgversprechende Anlagethemen zu evaluieren. Im nächsten Schritt suchen wir nach dem geeigneten externen Asset Manager, der die einzelnen eruierten Trends erfolgreich dank eines guten Track Records abdecken und das benötigte Alpha, das heißt, die Mehrrendite gegenüber der Benchmark, fürs Portfolio erzielen kann. 

Dabei ist uns eine diversifizierte Abbildung der strategischen Asset Allocation besonders wichtig. Wir kombinieren Fondsmanager, die eine Vielzahl von Anlageklassen, Regionen und Stilrichtungen abdecken können, um eine größtmögliche Diversifikation und Risikostreuung gegenüber einem klassischen Einzeltiteldepot  zu erreichen. Wir setzen dabei bevorzugt auf unabhängige Fondsgesellschaften, die unserer Vorstellung von freiem Denken und Handeln entsprechen und ihre unternehmerische Motivation voll und ganz zugunsten des Anlegers einsetzen können.

ChampionsNews: Sie investieren mit den AURETAS-strategy-Fonds vornehmlich in Fonds. Gibt es bestimmte Obergrenzen bei der Aufteilung des Portfolios?

Straubinger: Die maximalen Aktienquoten liegen in der Defensiv-Variante bei 35 Prozent, in der Balanced-Variante bei 65 Prozent. In der Growth-Strategie können wir bis zu 100 Prozent in Aktien investiert sein. Da uns Diversifikation wichtig ist, haben wir verschiedene Varianten unseres Anlagekonzeptes aufgelegt, um die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Mandanten abdecken zu können. So kann das Portfolio entsprechend den Wünschen defensiver oder auch offensiver ausgerichtet werden. Durch unseren Anspruch an hohe Diversifikation und Individualität können wir so die Vielzahl der Wünsche unserer Mandanten erfüllen.

ChampionsNews: Immer mehr Fintech-Unternehmen drängen auf den Markt und wollen mit kostengünstigen Instrumenten und Beratung übers Internet Kunden gewinnen. Sehen Sie darin eine ernstzunehmende Konkurrenz für Ihr eigenes Geschäftsmodell?

Kempcke: Der persönliche Austausch kann aus unserer Sicht nicht ersetzt werden. Unsere Kunden kommen genau deshalb zu uns, weil sie individuell mit uns über ihre Wünsche und Vorstellung von Vermögensmanagement sprechen möchten und bei einer optimierten und effizienten Umsetzung begleitet werden wollen. Dabei dürfen wir uns dem technologischen Fortschritt nicht verschließen. Wir sind offen dafür, aus diesen Entwicklungen zu lernen und einzelne Bausteine vorteilhaft für unsere Beratung zu nutzen. Das wird uns bei der Konzentration auf das Wesentliche in der Beratung des Mandanten helfen.

Den Wunsch nach einem persönlichen Gespräch auf Vertrauensbasis wird der technologische Fortschritt nicht ersetzen können. Er dient uns als sinnvolle Ergänzung, um bestimmte Aspekte unser Beratungstätigkeit zu erleichtern und besser umsetzen zu können. Wir begrüßen diese Entwicklung, weil sie uns an vielen Stellen die Arbeit auch in Zukunft noch zusätzlich erleichtern wird. Gerade im Hinblick auf administrative Aspekte sollte der technische Fortschritt uns sinnvoll in der täglichen Arbeit unterstützen.

Aktuelles

Pressemitteilungen

Termine

ChampionsCall Acatis: Europa bietet echte Werte

Die Anlagephilosophie des ACATIS AKTIEN EUROPA FONDS UI (DE000A0HF4P1 / DE000A1C2XL6) beruht auf drei zentralen Eckpfeilern: Stockpicking, Gewinnkraft und Sicherheitsnetz. Mit dieser Philosophie lieferte Daniel Kröger seit der Übernahme der Fondsberatung 2013 pro Jahr attraktive Renditen und konnte durch gezieltes Stock Picking die Marktschwankungen der letzten Monate erfolgreich meistern.
 
Im nächsten UI-ChampionsCall am Donnerstag, 8. Dezember 2016 um 10.30 Uhr, stellt Ihnen Daniel Kröger, Portfoliomanager ACATIS Investment GmbH, im Dialog mit Volker Schilling, Vorstand GREIFF capital management AG, fünf gute Gründe vor, weshalb Europa derzeit zu den interessantesten Investmentchancen zählt und erläutert einige aussichtsreiche Titel des aktuellen Portfolios.

Wir freuen uns, bereits im Vorfeld des Webinars Fragen zum Themenkomplex zu erhalten. Senden Sie diese bitte an das Postfach ChampionsCall@universal-investment.com. Wir werden die Fragen dann nach Möglichkeit im Webinar beantworten.

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Live-Präsentation via Internet und Telefon:
Donnerstag, 8. Dezember 2016
10:30 Uhr

Anmeldung zum ChampionsCall

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Zur Anmeldung

Fonds professionell Kongress

Im Januar ist Universal-Investment wieder auf dem Fonds professionell Kongress mit einem Stand vertreten. Kommen Sie doch vorbei und besuchen Sie uns an unserem Stand:

Termin: Mittwoch und Donnerstag, 25. und 26. Januar 2017
Ort: Congress Center Rosengarten, Mannheim

Weitere Informationen zum Fonds professionell Kongress

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Außerdem bieten wir Ihnen wieder einen Vortrag auf dem Fonds professionell Kongress an.

Das Thema lautet: Mannheim sucht den Superfonds

Drei Fondspartner von Universal-Investment mit mehr als vielversprechenden Strategien beweisen in spannenden Kurzvorstellungen on Stage, warum sie gekonnt den Recall gemeistert und den Einzug ins Finale verdient haben. Erleben Sie in 30 Minuten drei lohnenswerte Kurzpräsentationen, die n-tv-Sprecherin Corinna Wohlfeil moderiert. Universal-Investment präsentiert Ihnen Faik Yargucu (ACATIS Investment GmbH), Dr. Joachim Berlenbach  (Earth Resource Investments AG) und Carsten Garbers (HP&P Institut für Bank- und Wirtschaftsberatung GmbH). Alle Gäste des Vortrags sind eingeladen, als Jury zu agieren und zudem an unserem Gewinnspiel teilzunehmen. Seien Sie dabei und entscheiden Sie mit, wenn es heißt: „Mannheim sucht den Superfonds.“

Heute wissen, was morgen Erfolg hat

Bereits jetzt vormerken: UI-ChampionsTour 2017

Zum sechsten Mal findet im März 2017 die erfolgreiche Kunden-Roadshow von Universal-Investment in Zusammenarbeit mit Jürgen Dumschat von der AECON Fondsmarketing GmbH statt. Lernen Sie die besondere Anlagestrategien von CONCEPT Vermögensmanagement, Habbel, Pohlig & Partner, Mandelbrot Asset Management, Peacock Capital, Portfolio Advice und Sigavest Vermögensverwaltung kennen, die eins gemeinsam haben: Sie alle waren bisher erfolgreich und gelten auch zukünftig als besonders aussichtsreich. Für Sie bedeutet das: viel Wissen und Know-how rund um die Kapitalmärkte in kompakter Form. Freuen Sie sich auf spannende Partner mit mehr als nur erstklassigen Konzepten.

Wenn Sie also früher als andere wissen wollen, welche Ideen und Strategien morgen zählen, merken Sie sich einen der folgenden Termine vor:

Mittwoch, 8. März 2017 – Düsseldorf (Hotel Intercontinental)
Donnerstag, 9. März 2017 – Frankfurt am Main (Marriott-Hotel)
Mittwoch, 15. März 2017 – München (Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski)
Donnerstag, 16. März 2017 – Stuttgart (Steigenberger-Hotel Graf Zeppelin Stuttgart)
Dienstag, 21. März 2017 – Berlin (Steigenberger-Hotel Am Kanzleramt)
Mittwoch, 22. März 2017 – Hamburg (Steigenberger-Hotel Hamburg)

Programmbeginn ist jeweils um 13:30 Uhr mit einem Welcome-Snack.
Vortragsbeginn ist um 14:00 Uhr.
Ausklang und Get-together mit Stehbuffet findet ab 18:30 Uhr statt.

Hier können Sie sich auch gleich zur UI-ChampionsTour anmelden

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Zur Anmeldung

Auszeichnungen

UI-Fondspartner erfolgreich bei Sauren Fondsmanager-Rating 2016

Auch in diesem Jahr haben wieder einige Fondspartner von Universal-Investment die begehrten Auszeichnungen des Sauren Fondsmanager-Ratings erhalten.

Insgesamt 200 Auszeichnungen hat Sauren Fonds Research vergeben. Drei Goldmedaillen erhielt Peter E. Huber von StarCapital in der Kategorie „Anleihen Global (flexibel)“für den StarCapital Bondvalue UI (DE0009781872).

Jeweils zwei Goldmedaillen bekamen Henrik J. Muhle und Dr. Uwe Rathausky von GANÉ Aktiengesellschaft für den ACATIS – GANÉ Value Event Fonds UI (DE000A0X7541) sowie Nicolas Schmidlin und Marc Profitlich von ProfitlichSchmidlin für den ProfitlichSchmidlin Fonds UI (DE000A1W9A28), beide in der Kategorie „Aktien und Anleihen“.

CHOM CAPITAL schlägt sich erfolgreich

Sehr erfolgreich schlägt sich der von Christoph Benner und Oliver Schnatz beratene CHOM CAPITAL Active Return Europe UI – AK I (DE000A1JCWS9).

In der Kategorie „Aktien Europa + Eurozone“ der Fonds- & Fondsmanager-Datenbank des Finanzinformationsdienstleisters Citywire belegt der Fonds Platz eins der Rangliste von 92 Produkten der genannten Kategorie über den Zeitraum von drei Jahren. (Stand: 31.10.2016)

Die Wertentwicklung lag im Zeitraum 31.10.2013 bis 31.10.2016 bei 35,2 Prozent, bei einem maximalen Verlust von 10,9 Prozent.

Fonds

Ethisch und moralisch richtig investieren

Die Bank für Kirche und Caritas hat sich einer christlichen Werten verpflichteten Nachhaltigkeitspolitik verschrieben. Mit ihrem BKC Treuhand Portfolio (DE000A0YFQ92 / DE000A141VM3) setzen die Paderborner gezielt ihren Nachhaltigkeitsansatz um. ChampionsNews sprach mit Bernhard Matthes, Bereichsleiter Portfoliomanagement, über den eigens entwickelten Nachhaltigkeitsfilter und die Chancen, die die Emerging Markets für das Portfolio bieten. 

Erneuerbare Energien werden unter Nachhaltigkeitsaspekten immer bedeutender für die Energiegewinnung (Foto: istockphoto.com / yangphoto)

ChampionsNews: Herr Matthes, Nachhaltigkeitskriterien spielen bei der Auswahl der Titel für Ihr Portfolio eine entscheidende Rolle. Wie werden diese im Auswahlprozess berücksichtigt und nach welchen Nachhaltigkeitsmaßstäben gehen Sie vor?

Matthes: Als Bank für Kirche und Caritas ist der von uns aufgestellte Filter für Nachhaltigkeitskriterien geprägt von einer christlichen Wertorientierung. Dabei sind Themen wie beispielsweise ausbeuterische Kinderarbeit, geächtete Waffen wie Streumunition oder Landminen genauso fester Bestandteil unserer Ausschlusskriterien wie Atomkraftwerke, Tierversuche oder embryonale Stammzellenforschung. Die von uns hierbei berücksichtigten Nachhaltigkeitskriterien haben sicherlich nicht nur aus christlicher Perspektive eine Relevanz, sondern natürlich auch aus der Perspektive des internationalen Nachhaltigkeitsdiskurses.

Unser Nachhaltigkeitsinvestmentprozess beschränkt sich aber nicht nur auf die Beachtung von Ausschlusskriterien. Wir ergänzen diesen Filterprozess zusätzlich noch mit einem Best-in-Class-Ansatz. Dabei schließen wir die 30 Prozent der Unternehmen pro Branche aus, die bei den ausgewählten positiven und negativen Nachhaltigkeitskriterien in Summe am schlechtesten abschneiden.

Diese beiden Komponenten unseres Nachhaltigkeitsinvestmentprozesses sind integraler Bestandteil jeder Anlageentscheidung. Nur Unternehmen, die diesem Auswahlprozess Stand halten, kommen für ein Investment infrage.

Bernhard Matthes, Bereichsleiter Portfoliomanagement, Bank für Kirche und Caritas (Foto: Bank für Kirche und Caritas)

ChampionsNews: Beschneiden Sie sich nicht durch den Einsatz von Nachhaltigkeitsaspekten wichtige Alpha-Quellen?

Matthes: Genau durch die bei uns zum Einsatz kommende Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz sind wir der Überzeugung, dass wir nicht nur Reputationsrisiken für uns als Bank abwenden können, sondern auch Performance-Risiken bei Unternehmen frühzeitig identifizieren können. Hierbei spielt vor allem im Best-in-Class-Ansatz die Auswahl der zu überprüfenden Positiv- und Negativnachhaltigkeitskriterien eine entscheidende Rolle. Denn ein schlechtes Abschneiden bei materiell wirkenden Nachhaltigkeitskriterien ist oftmals ein Frühindikator dafür, dass finanzielle oder sogar existenzbedrohende Auswirkungen auf das Unternehmen zukommen können. Somit führt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien aus unserer Sicht zu einer verbesserten risikoadjustierten Rendite.

ChampionsNews: Sie setzen mehrheitlich auf Renten in Ihrem Portfolio. Im lang anhaltenden Niedrigzinsumfeld wird es jedoch immer schwieriger, noch adäquate Renditen mit klassischen Rentenanlagen zu erzielen. Wie können Sie dennoch eine gute Rendite in diesem Segment erzielen? Auf welche Alternativen setzen Sie im Bond-Segment?   

Matthes: Ein Schwerpunkt unserer Fixed-Income-Strategien liegt im Bereich Emerging Markets. Angespornt von unserer Überzeugung, dass die Risiken von Investments in südeuropäischen Staatsanleihen hinsichtlich eines erneuten Aufkommens der Eurokrise in keiner Weise adäquat in den Renditen reflektiert waren, haben wir uns bereits seit 2010 intensiv mit Schwellenländern beschäftigt. Mittlerweile können wir in diesem Segment auf sehr umfassende Expertise zurückgreifen. Das Schöne ist, dass der Markt es oft nicht schafft, angemessen zwischen der Qualität einzelner Emerging Markets zu differenzieren. Gerade durch den weit verbreiteten Einsatz von ETFs in diesem Segment werden je nach Marktstimmung alle in den Indizes vertretenen Länder ge- oder verkauft, was logischerweise massive Ineffizienzen in Nischenmärkten auslöst. Für aktive Investoren wie uns, die bei Anleihen nicht auf Fonds, sondern ausschließlich auf Einzeltitel setzen, liefern solche Marktbewegungen ideales Alpha-Potenzial.

Obwohl sich die Fundamentaldaten einiger Länder in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, schlummern nach wie vor unzählige Risiken in dem Segment. Hier kommt uns als Top-down-Investor zugute, dass wir uns sehr intensiv mit Korrelationen zwischen einzelnen Währungen, Rohstoffen und anderen Makrovariablen beschäftigen. So können wir Fehlallokationen auf globaler Ebene identifizieren und dann auf die fundamental attraktivsten Titel in einzelnen Märkten zurückgreifen.

ChampionsNews: Durchschnittlich 15 Prozent Ihres Portfolios werden auch in Aktien angelegt. Auf welche Branchen und Sektoren setzen Sie derzeit? Wo sehen Sie derzeit die besten Investmentideen in puncto Nachhaltigkeit?

Matthes: Da wir der Auffassung sind, dass der langfristige Investmenterfolg bei Aktien eng mit dem zugrundeliegenden Bewertungsniveau verknüpft ist, sehen wir aktuell vergleichsweise attraktive Anlagemöglichkeiten vor allem in Europa und den Emerging Markets. Zudem erscheint die Möglichkeit der Vereinnahmung von höheren und nachhaltigen Dividendenrenditen in diesen Regionen eher gegeben zu sein als zum Beispiel in Nordamerika oder Japan.

Auf Basis unseres dividendenorientierten Quality-Value-Ansatzes, mit dem wir versuchen, wirtschaftlich starke und gesunde Unternehmen zu einem angemessenen Preis zu finden, setzen wir derzeit unsere Branchenschwerpunkte in den Bereichen Konsum, Versorger und Telekommunikation. Unterrepräsentiert sind dagegen die Sektoren Finanz- und Gesundheitswesen sowie der Bereich Energie. Während es im Finanz- und Energiebereich vor allem die anhaltenden Herausforderungen an ein sich stark wandelndes Marktumfeld sind, sind es im Health-Care-Bereich die besonders hohen Bewertungen, die uns zur Zurückhaltung bewegen.

Mit dem besonderen Fokus auf eine nachhaltige Dividendenpolitik eines Unternehmens wollen wir vor allem unserer Überzeugung Rechnung tragen, dass wir das zukünftige Kurssteigerungspotenzial im Aktienbereich aufgrund des aktuellen Bewertungsniveaus durchaus begrenzt sehen und deshalb den Schwerpunkt auf die Vereinnahmung des Carrys, also der Dividende, setzen.

ChampionsNews: Auch Fondsanteile kommen bei Ihnen zum Einsatz. Welche Alternative sehen Sie in Anlagen in Investmentfondsanteilen? Welche Vorteile bieten diese im Vergleich zu Einzelaktien für Sie? Was bilden Sie damit ab? Und setzen Sie dabei eher auf aktive oder auf passive Investmentfonds?

Matthes: In den letzten Jahren haben sich die Korrelationen zwischen Aktien und Renten immer weiter erhöht, so dass die ursprüngliche Schutzfunktion bonitätsstarker Anleihen in Aktienbärenmärkten nicht mehr funktioniert hat. Mit unseren aktiv gemanageten Absolute-Return-Fonds holen wir uns diese Schutzfunktion wieder ins Portfolio, indem wir auf Strategien setzen, deren Erträge mit allen anderen Asset-Klassen unkorreliert sind.

Bei der Auswahl der Fonds sind wir sehr streng, so setzen wir einen mindestens fünfjährigen Track Record voraus, und auch ein negatives Performance-Jahr ist für uns ein sofortiges Ausschlusskriterium. Nur eine Auswahl an Fonds erfüllt die Kriterien. Dafür sind wir aber zuversichtlich, dass diese die Stabilität des Portfolios in Stressphasen deutlich erhöhen. Sie sind eine Versicherung, für die wir nicht bezahlen müssen, sondern bezahlt werden. Neben den Absolute-Return-Fonds nutzen wir darüber hinaus im Aktiensegment einen aktiv gemanagten, Nachhaltigkeits-Emerging-Markets-Fonds. In unserer Einzeltitelauswahl konzentrieren wir uns auf die Märkte, die wir am besten kennen. Anders als bei Renten sind wir bei Aktien daher auf Europa und Nordamerika fokussiert. Da Schwellenländeraktien jedoch auch attraktive Perspektiven bieten, holen wir uns für dieses Segment externe Expertise in das Portfolio.

„Wir fokussieren uns auf stabile Cashflows“

Unterbewertete Technologie- und Medientitel stehen derzeit im Anlagefokus von Frank A. Rothauge, Geschäftsführender Gesellschafter von AHP Capital Management und Fondsberater des AHP Aristoteles Fonds UI (DE000A1111G8 / DE000A2ARN97). Weshalb bei der Titelauswahl neben Value- auch Private-Equity-Aspekte entscheidend sind, erläutert er im Interview mit ChampionsNews.

Fortschritt ist Trumpf: Das Wachstum bei Mobilfunknetzen schreitet aufgrund der anhaltenden Nachfrage und neuen Anforderungen stetig voran (Foto: istockphoto.com/Kanoke_46)

ChampionsNews: Herr Rothauge, Sie setzen mehrheitlich auf europäische Aktien in Ihrem Portfolio. Bei der Aktienauswahl kommen Qualitäts- und Value-Aspekte zum Tragen. Wo gibt es derzeit unter Berücksichtigung dieser Kriterien attraktive Unternehmen, die für Sie als Investment interessant sind?

Rothauge: Mit der Präsidentschaftswahl in den USA hat ein Favoritenwechsel zu Finanz- und zyklischen Titel stattgefunden, der Ausdruck einer erhöhten Wachstumserwartung und gleichzeitig steigender Zinsen ist. Allerdings wird es noch lange dauern, bis Herr Trump Maßnahmen zur Stimulation des Wachstums in den USA umsetzen kann. Gleichzeitig wird eine Zinserhöhung in den USA immer wahrscheinlicher.

Daher richten wir unser Augenmerk zum Beispiel auf deutlich zurückgebliebene Titel aus dem Technologie- oder Medienbereich, deren Geschäft sich unabhängig von den Geschehnissen in den USA stetig verbessert. Exzellente Einstiegschancen sehen wir aktuell bei Titeln wie Pro Sieben oder Ströer. Interessant sind auch Sondersituationen wie bei Syngenta. Deren langer Übernahmeprozess hat die Anleger verunsichert, und angesichts einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit der Übernahme kann eine relativ hohe Rendite erzielt werden.

Frank A. Rothauge, Geschäftsführender Gesellschafter AHP Capital Management (Foto: AHP Capital Management)

ChampionsNews: Neben Qualitäts- und Value-Kriterien fließen auch Private-Equity-orientierte Aspekte bei der Titelauswahl ein. Was heißt das genau und wie setzen Sie diese Aspekte im Portfolio um?

Rothauge: In der Auswahl unserer Investments fokussieren wir uns sehr stark auf stabile beziehungsweise wachsende Cashflows. Wir nutzen dabei Cashflow-basierte Bewertungsmodelle, wie sie auch Private-Equity-Firmen bei der Analyse ihrer Kandidaten einsetzen. Wir haben die tiefe Überzeugung, dass ein Unternehmen mit stetig wachsenden Cashflows langfristig immer an Wert gewinnt. Deshalb investieren wir insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen viel Zeit in die Analyse der Stabilität und des Wachstums des Cashflows, ganz wie es auch gute Private-Equity-Firmen handhaben.

ChampionsNews: Klassische Rentenpapiere werfen in Zeiten niedriger Zinsen keine Rendite ab. Gibt es noch attraktive Unternehmensanleihen, die für Ihr Portfolio infrage kommen? Gibt es neben Anleihen noch andere Alternativen für Sie im rentenähnlichen Bereich?

Rothauge: Wir haben unseren Fonds als dynamischen Mischfonds mit eindeutigem Fokus auf Aktien aufgesetzt, um im Fall des Falles auch mal das Risiko aus dem Aktienbereich herausnehmen zu können. Unsere Investmentstrategie stellt immer die Aktie in den Mittelpunkt. Anleihen sind in unserem Fondskonzept im Wesentlichen als Parkpositionen gedacht, falls wir das Fondsrisiko reduzieren wollen. Angesichts der aktuellen Entwicklung des Zinsumfelds lohnt es sich unseres Erachtens nicht, die Komplexität des Portfolios durch Beimischung von Anleihen zu erhöhen. Aktuell halten wir keine Rentenpapiere.

ChampionsNews: Wie sehen Sie die weitere Zinsentwicklung im Euroraum? Gibt es eine Chance für eine Zinswende in den nächsten zwölf Monaten? Wie stehen Sie zum Ankaufprogramm von Unternehmensanleihen durch die EZB? Ist das eine weise Entscheidung aus Ihrer Sicht?

Rothauge: Vor dem gerade beschriebenen Hintergrund interessiert uns die Zinsentwicklung insbesondere im Hinblick auf ihre Wirkung auf die Aktienmärkte. Wir sind überzeugt, dass die USA der Zinsentwicklung im Rest der entwickelten Welt den Weg aufzeigen. Wir glauben, dass wir den tiefsten Punkt der Zinsentwicklung in den USA gesehen haben. Von jetzt ab werden die Zinsen in den USA und in der Folge auch in Europa unter Schwankungen, aber im Trend, langsam steigen.

Dieser Zinserhöhungszyklus wird allerdings vermutlich langsamer und flacher in seiner Entwicklung sein, als alle anderen Zinserhöhungszyklen vorher. Solange es keinen Anlass gibt, über eine schnellere Zinswende nachzudenken, dürfte der negative Effekt auf die Aktienmärkte überschaubar bleiben. Die Aktienmärkte haben ohnehin niemals das aktuelle Niedrigzinsniveau wirklich abgebildet, sonst hätten die Bewertungen noch deutlich höher sein müssen.

Zwar liegen die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in den USA und in Europa im historischen Vergleich über dem Durchschnitt, aber unter Berücksichtigung des extrem niedrigen Zinsniveaus wären eigentlich noch deutlich höhere Bewertungen gerechtfertigt gewesen. Da die Aktienmärkte diese hohen Bewertungen niemals abgebildet haben, gehen wir von einer gewissen Resistenz der Aktienmärkte aus, so lange es keinen Grund gibt, zu vermuten, dass der Zinspfad deutlich steiler wird.

Fondstrategien im Detail

Viele Fondsanbieter geben an, dass sie ihre Produkte aktiv managen, dabei ist die Fondskonzeption weder aktiv, noch passt das Mehrwertpotenzial zu den Gebühren. Wie erkennt man solche Fonds, und welche Kriterien helfen, den richtigen Manager zu finden? Antworten hierauf gaben Christoph Benner und Oliver Schnatz, Gründer der Fondsboutique CHOM CAPITAL und Berater des europäischen Aktienfonds CHOM CAPITAL Active Return Europe UI, im Gespräch mit Volker Schilling, Dachfondsmanager und Vorstand GREIFF capital management.

Im Gespräch: Christoph Benner und Oliver Schnatz, Gründer der Fondsboutique CHOM CAPITAL, und Volker Schilling, Vorstand GREIFF capital management.

Weitere Videos von Fondspartnern finden Sie auch auf dem YouTube-Channel von Universal-Investment.

Fondspartner im Interview

Malte Dreher von „Das Investment“ im Interview mit Marco Scherer, Fondsmanager des Deutsche Postbank Europafonds Aktien. Dieser erklärt, warum vor allem Small und Mid Caps sowie das Vertrauen in Unternehmen aus Spanien und Italien zur Erfolgsstory des Fonds beitragen. Die Investitionen des Fonds zielen vorrangig auf strukturelles Wachstum sowie ein positives Gewinnmomentum ab.

Im Interview: Marco Scherer, Fondsmanager des Deutsche Postbank Europafonds Aktien

Total-Return-Mandate, die keiner klassischen Benchmark, sondern absoluten Ertragszielen folgen – das ist die Spezialität der WAVE Management. Im Interview mit Malte Dreher macht Philipp Magenheimer, Leiter Portfoliomanagement Fonds, deutlich, welche Kriterien wichtig für den eigenen Auswahlprozess sind und wie sich dies auf die Entwicklung der Total-Return-Fonds auswirkt.

Im Interview: Philipp Magenheimer, Leiter Portfoliomanagement Fonds, WAVE Management

Gold erlebt zurzeit an den Börsen ein fulminantes Comeback. Malte Dreher spricht mit dem Rohstoffexperten Dr. Joachim Berlenbach, Gründer der Earth Resource Investment Group,  über die aktuellen Trends und deren Auswirkungen auf die Strategie des Earth Gold Fonds UI sowie über die Rohstoffe, die neben Gold und Silber ebenfalls interessant sind. Der Fondsberater wagt zudem einen Blick in die Zukunft und gibt eine Einschätzung zu den möglichen Marktentwicklungen.

Im Interview: Dr. Joachim Berlenbach, Fondsberater des Earth Gold Fund UI

Europäische Aktien sind für den Fondsmanager Daniel Kröger, ACATIS Investment GmbH, zurzeit mehr als attraktiv. Im Gespräch mit Citywire stellt er heraus, welche Papiere für den ACATIS Aktien Europa Fonds UI (ISIN DE000A1C2XL6) besonders interessant sind, und warum er sein Portfolio etwas robuster aufgestellt hat.

Im Interview: Daniel Kröger, Fondsberater des ACATIS Aktien Europa Fonds UI

Value in Anleihen und Aktien, das ist das Ziel des ACATIS - GANÉ VALUE EVENT FONDS UI (DE000A0X7541), Dr. Uwe Rathausky, Gründer und Vorstand der GANÉ Aktiengesellschaft, gibt zudem das ambitionierte Ziel von sechs Prozent Rendite aus. Wie genau er das Ziel erreichen möchte, darüber spricht Rathausky mit Malte Dreher von „Das Investment“.

Im Interview: Dr. Uwe Rathausky, Gründer und Vorstand der GANÉ Aktiengesellschaft

Weitere Videos von Fondspartnern finden Sie auch auf dem YouTube-Channel von Universal-Investment.

Flexibel zwischen Ertrag und Sicherheit

Total- und Absolute-Return-Produkte zählen zu den Steckenpferden von WAVE Management. Seit zehn Jahren agieren die Hannoveraner erfolgreich mit ihren Aktiv-Fonds (DE000A0JEK23 / DE000A0JEK31 / DE000A0JEK49) am Markt. Auch gut schlägt sich WAVE mit seinen beiden Total-Return-Fonds (DE000A0MU8A8 / DE000A0MU8C4). Philipp Magenheimer, Leiter Portfoliomanagement Fonds, sprach mit ChampionsNews über die Vorteile von Unternehmensanleihen als attraktivem Rentensegment und die indexnahe Ausrichtung der Aktienkomponenten in den WAVE-Fonds.

Philipp Magenheimer, WAVE Management: „In Stressphasen an den Kapitalmärkten können wir die Investitionsquoten zurückfahren, um Verluste zu begrenzen“ (Foto: Daniel Jeschke)

ChampionsNews: Herr Magenheimer, die Aktiv-Fonds sind seit zehn Jahren erfolgreich am Markt. In drei Varianten setzen Sie mit einer Dachfondskonstruktion erfolgreich Anlagestrategien um. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Zielfonds aus?

Magenheimer: In unseren Dachfonds setzen wir eine Core-Satellite-Strategie um. Dabei bilden äußerst liquide und transparente Indexfonds den Kern des jeweiligen Dachfonds. Über verschiedene Asset-Klassen diversifiziert, wird so eine kostengünstige Marktpartizipation erreicht und der Werttreiber der strategischen Asset Allocation reflektiert, während Such- und Informationskosten minimal ausfallen. Dieses passive Kernportfolio ergänzen wir um aktiv gemanagte Investmentfonds. Das Ziel: Überrenditen zur Benchmark erzielen beziehungsweise das Dachfondsvermögen in Stressphasen konservieren.

Mit Hilfe von Datenbanken und Informationssystemen treffen wir zunächst eine Vorauswahl aus dem Gesamtuniversum von Fonds. Dieses quantitative Screening dient dazu, Fonds mit einem erfolgreichen Track Record über verschiedene Marktphasen zu identifizieren. Da Fonds jedoch keine abstrakten Gebilde sind, sondern immer die Philosophie und Anlageentscheidungen eines dahinterstehenden Managers widerspiegeln, reicht ein quantitatives Selektionsverfahren auf Basis von Vergangenheitsperformance und Kennzahlen nicht aus. Unabdingbar ist daher auch die qualitative Analyse des jeweiligen Fondslenkers auf Basis persönlicher Gespräche.

In die engere Auswahl kommen dann nur jene Fonds, deren Manager neben belegbaren Vergangenheitserfolgen auch ein durchdachtes Konzept vermitteln können und ein hohes Maß an Transparenz herstellen. Diese ist für den verbleibenden Werttreiber unserer Strategie, die taktische Asset Allocation, elementar. Um beispielweise sinnvolle Absicherungsgeschäfte tätigen zu können, müssen wir durchgängig über die Investitionsquoten in den Einzelfonds im Bilde sein.

Philipp Magenheimer, Leiter Portfoliomanagement Fonds, WAVE Management (Foto: Daniel Jeschke)

ChampionsNews: In den Aktiv-Portfolios fallen sehr viele ETFs auf. Setzen Sie bewusst Anlagestrategien über passive Fondsstrukturen um? Bevorzugen Sie passive Fondsvehikel gegenüber aktiv gemanagten Fonds innerhalb Ihrer Dachfonds? 

Magenheimer: Ja, wir setzen wie erläutert bewusst ETFs ein. Allerdings nicht, weil wir diese gegenüber aktiv gemanagten Fonds bevorzugen, sondern weil ETFs liquide, transparent und kostengünstig den jeweiligen Markt abbilden. Beide Vehikel spielen eine wichtige Rolle in unserer Anlagestrategie und ergänzen sich dabei in idealer Weise.

ChampionsNews: Neben den Dachfonds sind auch zwei Total-Return-Produkte von WAVE am Markt. Was zeichnet Ihren Total-Return-Ansatz aus?

Magenheimer: Bei unserem WAVE Total Return Fonds sowie dem WAVE Total Return Fonds Dynamic handelt es sich nicht um klassische Mischfonds mit relativ starren Investitionsquoten, sondern um äußerst flexibel gemanagte Investmentlösungen. Anstelle strategischer Quoten – wie bei klassischen Mischfonds – dominieren taktische Positionierungen unseren Investmentprozess. In Stressphasen an den Kapitalmärkten können wir die Investitionsquoten zurückfahren, um Verluste zu begrenzen. In positiven Marktphasen versuchen wir dann wieder mit erhöhten Quoten zu partizipieren.

Wir betreiben also aktives Risikomanagement. Auf diese Weise verbessern wir langfristig das Rendite-Risiko-Profil im Vergleich zu einer starren Buy-and-Hold-Anlage. Klassische Mischfonds verlassen sich zudem vielfach auf starre negative Korrelationen, zum Beispiel steigende Anleihekurse bei fallenden Aktienkursen. Es werden somit Aktien mit Renten gehedgt. Das funktioniert, solange sich die Asset-Klassen tatsächlich invers zueinander bewegen. Gerade in Stressphasen an den Märkten bewegen sich häufig unterschiedliche Asset-Klassen in die gleiche Richtung und erleiden Kursverluste. Die geschilderte Absicherungsstrategie funktioniert dann nicht mehr. Wir steuern deshalb die Werttreiber Aktien und Renten in unserem Total-Return-Ansatz isoliert.

ChampionsNews: Klassische Rentenpapiere bieten kaum noch Renditemöglichkeiten. Wo sehen Sie zurzeit noch Anlagechancen im Bond-Bereich? Welche Alternativen sind aus Ihrer Sicht besonders attraktiv und aussichtsreich für Ihr Total-Return-Portfolio? 

Magenheimer: Nach wie vor erachten wir Unternehmensanleihen als attraktives Rentensegment. Wir finden hier Anleihen von global aufgestellten Qualitätsunternehmen, die unseren hohen Bonitätsanforderungen gerecht werden und durch das Ankaufprogramm der EZB gut unterstützt sind. Da wir gerade im Niedrigzinsumfeld aber zumindest zeitweilige Renditeanstiege befürchten, fokussieren wir uns momentan auf die Steuerung der Zinssensitivität. Aktuell haben wir zum Beispiel die Duration verkürzt, um Kursverluste bei ansteigenden Zinsen zu begrenzen.

ChampionsNews: Welche Aktien werden momentan von Ihnen bevorzugt? Gibt es Sektoren oder Branchen, die derzeit besonders interessant für Sie sind? 

Magenheimer: Im anhaltenden Niedrigzinsumfeld kommt dem Werttreiber Aktie eine wachsende Bedeutung zu. Die Auswahl von Einzeltiteln zählt allerdings nicht zu unserer Kernkompetenz. Wir beschränken uns daher auf liquide Standardaktien hoher Marktkapitalisierung, wie wir sie beispielsweise in DAX und Euro Stoxx finden. Da die Volatilität und Zwischenverluste am Aktienmarkt für sicherheitsbewusste Anleger aber nicht tragbar sind, verbietet sich vielfach ein klassischer Buy-and-Hold-Ansatz mit starren Investitionsquoten. Stattdessen agieren wir situativ unter Berücksichtigung makroökonomischer Faktoren mittels technischer Analyse sowie Sentiment-Analysen.

Die indexnahe Ausrichtung der Aktienkomponente unserer Fonds ermöglicht es uns dabei, systemische Marktrisiken über Derivate abzusichern. Für uns ist die Frage „Welche Aktien?“ weniger entscheidend, vielmehr stellt unser Konzept darauf ab, wann ein Aktieninvestment angezeigt ist.

Fondsjubiläum: 15 Jahre Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds

Der Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds (DE0005317127) feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. Der europaweit anlegende Mischfonds investiert ausschließlich in nachhaltige Unternehmen und Anleiheemittenten. Wie man erfolgreich mit einem klaren Nachhaltigkeitsansatz investieren kann, erläutert Dennis Bützer, Fondsmanager bei der Bank J. Safra Sarasin, im Gespräch mit ChampionsNews.

„Ergebnisse unser Forschung zeigen, dass Nachhaltigkeitskriterien beim Investieren einen Mehrwert erzielen“

Dennis Bützer,
Bank J. Safra Sarasin
Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen auch bei der Geldanlage immer mehr an Bedeutung (Foto: istockphoto.com/Roberto Lo Savio)
Dennis Bützer, Bank J. Safra Sarasin (Foto: Bank J. Safra Sarasin)

ChampionsNews:Herr Bützer, seit 15 Jahren erzielt der Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds solide Renditen. Warum macht es Sinn, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Anlagestrategie zu beachten? 

Bützer: In Zeiten volatiler Märkte wird die Begrenzung des Risikos immer wichtiger. Daher ist durchaus sinnvoll, einen nachhaltigen Ansatz bei der Asset Allocation und der Branchen- und Einzeltitelauswahl anzuwenden. Das wirkt sich wie ein zusätzlicher Risikofilter auf das Portfolio aus.

Gerade in Zeiten zunehmend volatiler Märkte und anhaltenden Niedrigzinsen suchen Investoren mehr Sicherheit und bevorzugen daher auch Unternehmen mit geringeren Risiken im Portfolio. Außerdem verbessern Aktien und Anleihen nachhaltig wirtschaftender Emittenten das Rendite-Risiko-Verhältnis eines Portfolios. Unternehmen, die umsichtig mit ihren Ressourcen umgehen und sozialverträglich wirtschaften, werden auch langfristig kommerziell erfolgreicher sein.

ChampionsNews: Wie sieht Ihr Investmentansatz aus? Wie filtern Sie die passenden nachhaltigen Aktien- und Rentenpapiere von Unternehmen, Staaten und Organisationen für Ihren Investmentprozess heraus?

Bützer: Der Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds legt in Anleihen, Aktien und Cash an, wobei die Aktienquote meist bei rund 25 Prozent liegt. Bevor wir an die Aktien- und Anleiheauswahl gehen, schließen wir schon Branchen wie Rüstung, Kernenergie, Agrochemie oder Glücksspiel aus. In die Finanzanalyse der Einzeltitel wird eine Nachhaltigkeitsanalyse integriert. Hier kombinieren wir den Best-of-Classes-Ansatz, sprich die Branchenanalyse, mit dem Best-in-Class-Ansatz, also der Analyse der einzelnen Unternehmen und Anleiheemittenten im Verhältnis zum Branchendurchschnitt.

Bei Investments, die im Ranking gut abschneiden, führen wir anschließend eine integrierte Finanzanalyse durch, in welche die Erkenntnisse der Nachhaltigkeitsanalyse mit einfließen, um die aussichtsreichsten Wertpapiere im Aktien- und Anleihebereich zu identifizieren. Im Übrigen übererfüllen wir mit diesem Ansatz die Restriktionen des Leitfadens der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) für nachhaltiges Investieren. Auf diese Weise erreichen wir eine defensive Grundausrichtung unseres gemischten Portfolios, ohne Renditechancen zu vernachlässigen, die sich bisher als erfolgreich bewährt hat. Gleichzeitig schließen wir Reputationsrisiken für Investoren konsequent aus.

ChampionsNews: Woran zeigt sich denn, dass nachhaltiges Investieren einen entscheidenden Mehrwert liefert? 

Bützer: Zunächst einmal an der guten Performance der nachhaltig verwalteten Anlagevehikel. Dabei sollte nicht nur auf kurzfristige Zeiträume geachtet werden, sondern darauf, ob das gesamte Fondskonzept über mehrere Konjunkturzyklen hinweg hält, was es verspricht. In seinem nun 15. Jahr kann man genau dies vom Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds sagen. Generell gesprochen gibt es aber auch konkrete Gründe, warum nachhaltige Investments überdurchschnittlich gut rentieren sollten.

So zeigt unsere Forschung zum Beispiel, dass Nachhaltigkeitskriterien beim Investieren zu einer besseren Performance führen. Bei der Durchschau von Corporate-Governance-Daten haben wir knapp 100 darin einfließende Indikatoren untersucht, die gezeigt haben, dass etwa Unternehmen, die ihren Geschäftsführern langfristig ausgerichtete Anreize bieten, deutlich geringere Abwärtsrisiken aufweisen.

Der Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds zeigt in diesem Sinne ein deutlich besseres Rendite-Risiko-Profil als seine Vergleichsgruppe. Diese defensiven Qualitäten schützen  Investoren in turbulenten Zeiten. Ebenfalls konnten teure Verlustrisiken, wie die VW-Aktie oder auch die großen Energieversorger, im Portfolio vermieden und so der Vergleichsindex deutlich übertroffen werden. Zum Beispiel waren im Anleiheportfolio Peripherie-Staatsanleihen lange vor Ausbruch der Staatsschuldenkrise ausgeschlossen.

Die wichtigsten Daten zum Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds im Überblick:

ISIN: DE0005317127
Morningstar-Rating:
Feri-Rating:
(B)
Fondskategorie nach BVI:
Mischfonds rentenbetont, Europa
Auflagedatum:
31.03.2001
Geschäftsjahresende:
31.10.2017
Fondsvolumen: 260,45 Millionen Euro
Wertentwicklung kumuliert (seit Auflage): 71,3 Prozent

Stand: 02. Dezember 2016

Informationen zum Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds