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Ausgabe 03/2017

Magazin

Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte

Der bekannte Fondsmanager Henning Gebhardt betreut seit seinem Wechsel zu Berenberg den Berenberg Aktien – Strategie Deutschland (LU0146485932). Er will so an seine erfolgreichen Zeiten bei der DWS anknüpfen und seiner bewährten All-Cap-Strategie mit Fokus auf Wachstumstitel treu bleiben. Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert der Head of Wealth and Asset Management bei Berenberg, warum gerade Nebenwerte eine entscheidende Rolle in seinem Ansatz spielen.

„Langfristig hat sich gezeigt, dass gerade Nebenwerte in der Lage sind, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen“

Henning Gebhardt,
Berenberg
Gebhardt: „Bis zum Ende des Jahres kann der Markt wieder seine alten Höchststände erreichen“ (Foto: Berenberg)

ChampionsNews: Herr Gebhardt, mit dem Berenberg Aktien – Strategie Deutschland wird ein lang bewährtes Fondskonzept, das Sie mehr als 16 Jahre bei der DWS gemanagt haben, erfolgreich in ähnlicher Weise fortgesetzt. Womit kann der Investor rechnen?

Gebhardt: Mit dem Berenberg Aktien – Strategie Deutschland bleibe ich meiner Linie treu und führe die erfolgreiche All-Cap-Strategie mit Fokus auf Wachstumstitel fort. Basis für die Investmentphilosophie, die wir jetzt anwenden, sind zum Beispiel ein hoher Anteil an Nebenwerten und eine klare Über- oder Untergewichtung bei den größeren Titeln. Außerdem verfolge ich einen opportunistischen Ansatz. Der Fokus liegt auf Wachstumswerten, der Investmentlevel kann flexibel gesteuert werden.

ChampionsNews: Ein hoher Nebenwerte-Anteil ist ein wichtiger Part Ihrer Strategie. Was versprechen Sie sich von den Small und Mid Caps für Ihr Portfolio? Nach welchen Kriterien wählen Sie die passenden Nebenwerte fürs Portfolio aus? Auf welches Universum an Nebenwerten greifen Sie zurück?

Gebhardt: Langfristig hat sich gezeigt, dass gerade Nebenwerte in der Lage sind, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Es gilt dabei, die „Hidden Champions“ zu finden, die sich langfristig besser als der breite Markt entwickeln können. Wir fokussieren uns auf aussichtsreiche Qualitätsunternehmen mit überdurchschnittlichen strukturellen Wachstums- und Erfolgsaussichten. Unser erster Blick fällt meist auf das Branchenumfeld und die Wettbewerbsposition, die das Unternehmen einnimmt. Dabei achten wir auf Antriebsfaktoren, wie zum Beispiel Nachfrage, Industriedynamik und Marktpotenzial. In Gesprächen mit dem Management prüfen wir, inwieweit eine angekündigte Strategie umgesetzt wird und wie sich die Anreiz- und Eigentümerstruktur gestaltet. Interessante Titel finde ich auch abseits der Benchmark (HDAX) – theoretisch kommen alle deutschen Aktien in Frage, auch Neuemissionen.

ChampionsNews: Welche Branchen oder Sektoren bevorzugen Sie derzeit im Portfolio?

Gebhardt: Branchenseitig setzen wir auf Industrietitel, Informationstechnologie, Konsum- und Gebrauchsgüter und auf Gesundheitswerte. Vor allem in diesen Sektoren lassen sich interessante Titel mit sehr guten strukturellen Wachstumschancen finden. Potenzial sehen wir da zum Beispiel bei der voranschreitenden Vernetzung zwischen industrieller Produktion und moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Die Grundlage dafür bieten digital vernetzte Systeme – gerade hier haben einige kleinere deutsche Unternehmen interessante Lösungsansätze.

ChampionsNews: Nachhaltigkeit ist ein entscheidender Baustein Ihres Investmentkonzeptes. Welche Aspekte muss ein Titel erfüllen, um als nachhaltig eingestuft zu werden? Und wann hat der nachhaltige Titel dann die Chance, ins Portfolio aufgenommen zu werden?

Gebhardt: Die Frage, die man sich beim Thema Nachhaltigkeit stellen muss: Wie definiert man ein nachhaltiges Unternehmen? Wir orientieren uns bei unserer Analyse an sogenannten ESG-Kriterien – also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Vor allem der letzte Punkt spielt für uns bei der Auswahl der Unternehmen eine wichtige Rolle. In Gesprächen analysieren wir, ob das Management in der Lage ist, zukünftig nachhaltige Renditen für Shareholder zu erwirtschaften. Wir sind nicht an kurzfristiger Shareholder-Value-Maximierung interessiert. Andererseits geht es auch um die Risikoreduktion. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die kritische Lage der Automobilkonzerne – die Risiken und Auswirkungen sind nur schwer vollständig abzuschätzen, daher sind wir momentan in diesem Bereich nur sehr selektiv investiert.

ChampionsNews: Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie im deutschen Aktienmarkt bis Ende des Jahres? Wird sich der anhaltende Aufschwung der deutschen Wirtschaft fortsetzen?

Gebhardt: Deutschland befindet sich wirtschaftlich in sehr guter Verfassung, die Gewinne der Firmen entwickeln sich gut. Das ist eine solide Basis für weitere Kurszuwächse. Der deutsche Markt kann innerhalb des europäischen Anlageuniversums weiterhin eine überdurchschnittliche Wertentwicklung aufweisen – die Binnenkonjunktur in Deutschland entwickelt sich stabil, da die relevanten makroökonomischen Daten und Stimmungsindikatoren sehr gut bleiben und weiter steigen. Kleinere Korrekturen schaden da nicht. Bis zum Ende des Jahres kann der Markt wieder seine alten Höchststände erreichen. Probleme könnten sich meiner Meinung nach nur dann ergeben, wenn es zu einem schnellen Zinsanstieg kommen würde, wovon wir aktuell aber nicht ausgehen. Belastend wirkt zurzeit zudem die Entwicklung des US-Dollars.

„Die EZB hat bisher alles richtig gemacht“

Stefan Duchateau, Fondsberater des PTAM Global Allocation Fund UI (DE000A1JCWX9) will mit dem richtigen Mix aus Anlageklassen und Märkten eine gleichbleibend gute Rendite erzielen. Zusätzlich soll ein dynamisches CPPI-Modell für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Investmenthorizont für Kapitalschutz sorgen. Duchateau, der auch Teilzeitprofessuren an den belgischen Universitäten Brüssel und Leuven im Portfolio- und Risikomanagement innehat, erklärt im Gespräch mit ChampionsNews, wie dieser Ansatz umgesetzt wird.

„Wir selektieren nur Aktien aus den oberen 30 Prozent unseres Universums und entfernen sie, wenn ihr Qualitäts-Preis-Verhältnis unter die 50-Prozent-Marke sinkt, weil der Preis in diesem Fall stärker gestiegen ist als die Qualität“

Stefan Duchateau,
Berater des PTAM Global Allocation Fund UI
Die Kritik an der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ist für Fondsberater Stefan Duchateau unbegründet (Foto: istockphoto.com/instamatics)

ChampionsNews: Wie wählen Sie Aktien für das Fondsportfolio aus? Welche Modelle nutzen Sie für Ihren Anlageprozess?

Duchateau: Unser Prozess für die Aktienauswahl beruht ausschließlich auf unserem Qualitäts-Preis-Modell. Hierbei handelt es sich um ein branchenführendes, ausgereiftes akademisches Modell mit hohem praktischen Nutzen. In diesem Modell können wir alle Faktoren integrieren, die die Qualität eines Unternehmens beschreiben, und diese Informationen mit dem relativen Preis zusammen auswerten. Wir haben die Ranking- und Selektionsfähigkeiten dieses Modells stark verbessert und dafür gesorgt, dass es auf ein sehr breites Universum mit praktisch allen weltweit gehandelten Aktien angewendet werden kann.

Die qualitativen Aspekte eines Unternehmens werden anhand charakteristischer Parameter eng überwacht: Gesamtkapitalrendite, Wachstum der Gesamtkapitalrendite, Dividenden- und Gewinnwachstum, Risikoverhalten und Liquidität. Die Kursentwicklung wird vor allem über das Preis-Buchwert- und das Kurs-Gewinn-Verhältnis verfolgt. Dadurch können wir das Qualitäts-Preis-Verhältnis eines ausgesprochen großen Aktienuniversums (aus etwa 12.000 Titeln) standardisieren und die einzelnen Aktien entsprechend unserem Kriterium eindeutig klassifizieren. Dabei sind wir nicht nur an dem spezifischen Ranking einer Aktie interessiert, sondern verfolgen auch sehr genau, wie sie sich im Zeitverlauf entwickelt. Wir selektieren nur Aktien aus den oberen 30 Prozent unseres Universums und entfernen sie, wenn ihr Qualitäts-Preis-Verhältnis unter die 50-Prozent-Marke sinkt, weil der Preis in diesem Fall stärker gestiegen ist als die Qualität.

Stefan Duchateau, Berater des PTAM Global Allocation Fund UI (Foto: PT Asset Management)

ChampionsNews: Welche Einzeltitel im Aktien- oder Anleihenuniversum hat Ihr Modell in letzter Zeit als Anlagechance identifiziert?

Duchateau: In Deutschland hat unser Modell zuletzt folgende Titel als attraktiv eingestuft: Als sich alle von Hugo Boss abwandten, zeigte unser Modell eine Unterbewertung, so dass wir die Aktie zu einem relativ niedrigen Kurs kaufen konnten. Ähnlich ging es uns mit KPS, Dürr oder Amadeus Fire. Im Europa-Universum hat uns das Modell eher untypische Aktien vorgeschlagen, die nicht unbedingt im Anlagefokus der breiten Masse stehen wie etwa Cellavision, Partners Group, Yandex oder Givaudan. In den USA haben wir in jüngster Zeit Apple, Facebook und Alphabet ausgewählt, die das Modell als Investment empfohlen hat. Ergänzt wurden diese Positionen etwa durch Skywork Solutions, IPG Photonics und Ubiquity Networks. Die Arbeit mit dem Modell erfordert Geduld, die sich langfristig durchaus als lohnenswert erweist.

ChampionsNews: Sie streben mit Ihrem Modell einen gewissen Kapitalschutz an. Wie wollen Sie den erreichen?

Duchateau: Der Fonds hat eingebaute Mechanismen, um das Anfangskapital über einen Anlagehorizont von etwa sechs Jahren möglichst zu schützen. Der Vorteil einer solchen dynamischen Portfolioabsicherungsstrategie (Constant Proportion Portfolio Insurance, kurz CPPI) auf Grundlage der Kalibrierung unserer Asset Allocation liegt darin, dass wir einen volatilen Markt einschätzen können, weil wir ziemlich genau wissen, wie viel Volatilität unser Fonds verkraften kann. Damit sind wir in der Lage, bei kurzzeitigen Rücksetzern unnötige Absicherungen zu vermeiden, die das Gewinnpotenzial schmälern und Kosten verursachen würden.

ChampionsNews: Sie betonen immer wieder, dass der Fonds seine langfristigen Gewinne aus der Asset Allocation und nicht aus der Einzeltitelauswahl zieht. Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Duchateau: Wir verfolgen einen Top-down-Selektionsprozess, der die Portfoliogewichtungen für die einzelnen Regionen, Länder, Branchen und Teilbranchen festlegt. Erst wenn diese Entscheidungen getroffen sind, werden auf Grundlage unserer Kriterien Einzeltitel ausgewählt. Unsere Regionen- und Branchenentscheidungen sind das Ergebnis unserer makroökonomischen Analyse, im Rahmen derer wir uns auf erwartete Risikoprämien, erwartete langfristige Zinsen und die Dynamik der Unternehmensgewinne in den einzelnen Branchen und Ländern konzentrieren. Ob die Vermögensstrukturierung oder die Branchenselektion im Portfoliomanagement den größten Beitrag liefert, ist tatsächlich eine interessante Frage.

Lange Zeit spaltete sie die Volkswirte in zwei Lager und wurde unglücklicherweise mit ziemlich folkloristischen Kommentaren beantwortet. Jüngere Forschungsergebnisse haben nun bestätigt, dass auf lange Sicht die Asset Allocation die Ergebnisse eines Portfoliomanagers bestimmt. Deshalb bestimmt bei uns ein striktes Asset-Allocation-Modell alle Entscheidungen im Portfolio, um eine kohärente und funktionierende langfristige Top-down-Analyse zu gewährleisten.

ChampionsNews: Die EZB bleibt nach wie vor bei ihrer lockeren Geldpolitik, den Anleihenkäufen und den Nullzinsen. Erwarten Sie bis Jahresende eine Änderung der EZB-Politik? Sehen Sie auch die Gefahren dieser Politik, wie etwa einen starken Inflationsanstieg und den konstanten Ankauf von Anleihen durch die EZB?

Duchateau: Auf die Gefahr hin, dass mich die Deutschen für meine Aussage steinigen: Bisher hat die EZB alles richtig gemacht. Angesichts der sehr kritischen Marktsituation im September 2011 pumpte der seinerzeit neu ernannte EZB-Präsident Mario Draghi Anfang November des gleichen Jahres Unmengen an Liquidität in den Finanzmarkt. Diesen notwendigen Schritt hat er offenbar ohne breite Unterstützung unternommen, obwohl jeder Volkswirt, der sich dieses Problem ernsthaft angesehen hat, zu demselben Schluss gekommen wäre. Eine sinnvolle und notwendige Entscheidung.

Negativzinsen waren das einzige probate Mittel der EZB, um die Banken zur Vergabe von Krediten an kleine und mittlere Betriebe zu zwingen, Unternehmen zu ermuntern, Risiken zu nehmen und zu investieren, sowie Anlagen in vermeintlich sichere deutsche Staatsanleihen unattraktiv zu machen. Letzteres kann durch (deutlich) niedrigere langfristige Zinsen erreicht werden, und zwar auf dem Weg über eine quantitative Lockerung durch den Ankauf konstanter Mengen an langfristigen Anleihen im Markt. Die Inflationsgefahr wäre lediglich realistisch, wenn die EZB an dieser Politik festhalten würde, nachdem die Wirtschaft klar auf dem Weg in eine nachhaltige Erholung ist. Obwohl sich die Lage verbessert, sind wir von einem solchen Szenario aber noch weit entfernt. Schließlich signalisieren die Inflationsindikatoren immer noch Werte deutlich unter dem Inflationsziel von zwei Prozent.

Nachranganleihen mit Call-Terminen im Fokus

In Zeiten niedriger Zinsen wird es immer schwieriger, mit Rentenpapieren noch adäquate Renditen zu erzielen. Thomas Lange, Fondsberater des ASSETS Defensive Opportunities UI (DE000A1H72H5 / DE000A1JGBT2) und Geschäftsführer von LANGE ASSETS & CONSULTING, erläutert im Gespräch mit ChampionsNews, wie man mit einem geldmarktnahen Fondskonzept erfolgreich sein kann.

„Ziel des Fonds ist eine niedrige Volatilität, was uns kontinuierlich seit Auflage gelungen ist“

Thomas Lange,
LANGE ASSETS & CONSULTING
Auch in Kasachstan lassen sich Investmentperlen finden (Foto: istockphoto.com/longtaildog)

ChampionsNews: Unternehmensanleihen bieten im Vergleich zu Staatsanleihen deutlich höhere Renditechancen. Wo sehen Sie in diesem Anleihesegment derzeit die größten Investmentmöglichkeiten? Welche Anleihen sind für Sie als Investment relevant?

Lange: Wir gehen in der Eurozone von leicht steigenden Zinsen aus, dies sollte zur Verbesserung der Gewinnsituationen bei Finanztiteln führen. Wir fokussieren uns derzeit auf Nachranganleihen bei Banken und Versicherungen mit Call-Terminen in den nächsten 24 Monaten mit hohen Back-Ends. Das bedeutet, der Zins nach den Call-Terminen richtet sich nach einem bereits festgelegten Referenzzins. Bei steigenden Zinsen führt dies zu höheren Kuponzahlungen oder aber auch zu vorzeitigen Rückkäufen der Anleihen. Von einem möglichen Zinstrendwechsel profitieren ebenfalls attraktive M&A-Übernahmekandidaten, wie zum Beispiel Anleihen von Syngenta oder auch Monsanto. Der Fokus unserer Titelauswahl liegt aber grundsätzlich in den kurzen Laufzeiten, bei Anleihen mit Call-Terminen oder bereits gekündigten Anleihen. Die Duration des Fonds wird aktiv gesteuert und beträgt durchschnittlich maximal 1,5 Jahre.

ChampionsNews: Investmentfonds kommen auch zu einem gewissen Anteil bei Ihnen zum Einsatz. Auf welche Fonds setzen Sie derzeit? Welche Diversifikationsvorteile rechnen Sie diesen Fondsanteilen für das Portfolio zu?

Lange: Der Einsatz von Drittfonds bietet zwei Vorteile: Zum einen die Glättung der Volatilität wie die Erweiterung der Kassehaltung; bei der Auswahl von Drittfonds achten wir, neben dem gleichen Anlagespektrum, auch auf die Korrelationseigenschaften. Zur Glättung der Schwankungsbreite ist der Einsatz von Fonds mit keiner bis negativer Korrelation zum ASSETS Defensive Opportunities UI sinnvoll, wie zum Beispiel beim BSF Fixed Income Strategie von Black Rock. Der aktiv gemanagte Fonds hat derzeit im Sechsmonats- und Einjahresbereich eine negative Korrelation und kann nach seinen Anlagerichtlinien die Duration aktiv zwischen minus drei Jahren und plus drei Jahren „spielen“. Der Aspekt der Kassehaltung ist wichtig, da der ASSETS Defensive Opportunities UI oft als Geldmarktersatz eingesetzt wird. Drittfonds dienen hier der erweiterten Cash-Reserve.

ChampionsNews: Zertifikate werden von Ihnen auch berücksichtigt. Welche Art von Zertifikaten kommt zum Einsatz? Welche Funktion erfüllen sie im Portfolio?

Lange: In Sondersituationen werden defensive Zertifikatestrukturen zur Volatilitätssteuerung, wie zum Beispiel zur letzten US-Präsidentschaftswahl im November 2016, dem Fondsvermögen beigemischt. Hierbei handelt es sich um Zertifikate, die als Basiswertpapier Volatilität handeln. Ein Ziel des Fonds ist eine niedrige Volatilität. Dies ist uns in den über sechs Jahren seit Auflage im Mai 2011 kontinuierlich gelungen. Die Schwankungsbreite liegt bei circa einem Prozent.

ChampionsNews: Staatsanleihen guter Bonität im Euroraum werfen im derzeitigen Umfeld kaum noch Rendite ab. Werden Government Bonds von Ihnen derzeit berücksichtigt? Welche sind für Sie überhaupt noch attraktiv als Investment?

Lange: Staatsanleihen sind zurzeit nicht interessant, wohl aber „halbstaatliche“ Anleihen, hier ist in der Regel der Staat Mehrheitsaktionär oder Anteilsinhaber des Emittenten. Ein gutes Beispiel für aktives Bond-Picking ist die kasachische Agrarentwicklungsbank KazAgro National Management Holding. Das Unternehmen profitiert von dem Vorhaben Chinas, die antike Seidenstraße zwischen Asien und Europa wiederzubeleben. China möchte gemeinsam mit Partnern entlang der Route neue, moderne Handelskorridore aufbauen. Seit 2013 hat China für dieses Jahrhundertprojekt umgerechnet circa 817 Milliarden Euro in Form von Krediten bereitgestellt.

ChampionsNews: Die anhaltenden Niedrigzinsen machen Geldanlagen in klassische Renten immer unattraktiver. Mit welchen Entwicklungen am Zinsmarkt in der Eurozone, Rest-Europa und den USA rechnen Sie in den kommenden sechs Monaten?

Lange: In der Eurozone und im Rest Europas (ohne Großbritannien und Schweiz) gehen wir von einer leichten Verschiebung der Zinsstrukturkurve nach oben mit einer geringen Versteilung am langen Ende aus. Die allgemeinen guten Wirtschaftsdaten, sinkende Arbeitslosenquoten und steigende Löhne – insbesondere im mittleren Europa – lassen Investitionen in Europa steigen, was zu leicht steigenden Zinsen und sinkenden Risikoprämien führen sollte. In den USA erwarten wir eher eine Zinssenkung als eine Zinssteigerung. Die Wachstumserwartungen aufgrund der Wahl Trumps waren deutlich überzogen. Wir beobachten, dass die Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten. Die Aussagen des US-Präsidenten sind nicht verlässlich und nachhaltig, um langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen, die sich wachstumsfördernd auswirken könnten. Wir gehen davon aus, dass die Wachstumsprognosen im Laufe des Jahres weiter sinken werden.

Aktuelles

Pressemitteilungen

Termine

Bereits jetzt vormerken: ChampionsTour 2018

Im März 2018 findet zum 7. Mal die erfolgreiche Roadshow mit Fondspartnern von Universal-Investment statt.

Merken Sie sich bereits jetzt die Termine vor:

 Mittwoch, 7. März 2018 – Düsseldorf (Hotel Intercontinental)
 Donnerstag, 8. März 2018 – Frankfurt am Main (Steigenberger-Hotel Frankfurter Hof)
 Mittwoch, 14. März 2018 – München (Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski)
 Donnerstag, 15. März 2018 – Stuttgart (Steigenberger-Hotel Graf Zeppelin Stuttgart)
 Dienstag, 20. März 2018 – Berlin (Steigenberger-Hotel Am Kanzleramt)
 Mittwoch, 21. März 2018 – Hamburg (Steigenberger-Hotel Hamburg)

ChampionsCall RP Crest

Jetzt schon vormerken und anmelden.

Matthias van Randenborgh, CEO und Gründer der RP Crest GmbH,stellt das Fondskonzept des RP Gamma (vormals RP Vega) (DE000A1JSUA7) vor.

Der RP Gamma gehört mit Asset under Management von 600Millionen Euro zu den größten und erfolgreichsten auf Volatilitätspezialisierten Fonds Europas (langfristige Zielrendite: + fünf Prozent;langfristige Zielvolatilität: weniger als sieben Prozent). Es handelt sich um einen sogenannten Absolute-Return-Fonds, der seinen Investoren alternative liquide Risikoprämien erschließt.

Wir freuen uns, bereits im Vorfeld des Webinars Fragen zum Themenkomplex zu erhalten. Senden Sie diese bitte an das Postfach ChampionsCall@universal-investment.com. Wir werden die Fragen dann nach Möglichkeit im Webinar beantworten.

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Live-Präsentation via Internet und Telefon:
Donnerstag, 19. Oktober 2017
Beginn: 10:30

Anmeldung zum ChampionsCall

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Zur Anmeldung

Fondspartner im Interview

Der Fokus von Skalis Asset Management liegt auf Mischfondskonzepten sowie einem aktiven und flexiblen Investmentansatz. Der Skalis Evolution Flex (ISIN DE000A1W9AZ5) hat seinen Anlageschwerpunkt auf Europa mit Fokus auf Blue Chips und liquide, bonitätsstarke Rentenpapieren. Eine Besonderheit des Investmentansatzes von Skalis Asset Management ist der Core-Satellite-Ansatz. Dieser bietet einen stabilen Ertrag durch ein robustes Core-Portfolio aus Aktien, Renten und Cash, wie Ingmar Przewlocka, Vorstand von Skalis Asset Management, im Gespräch näher erläutert. Über die Satelliten erfolgt die Aktien- und Rentenallokation, das Währungs-Overlay und die Durations- und Kurvensteuerung.

ChampionsView: Skalis Asset Management AG

Die dänische Investmentboutique Absalon Capital hat einen klaren Fokus auf Unternehmensanleihen. Als aktiver Bondsmanager setzt das Team von Absalon Capital um Chief Investment Manager Klaus Blaabjerg auf einen benchmarkunabhängigen Bottom-up-Ansatz, der beim ABSALON - Global High Yield (ISIN LU1138630139) und ABSALON - EM Corporate Debt (ISIN LU1138630725) zum Einsatz kommt. Fondsmanager Sune Jensen berichtet über die Investmentphilosophie von Absalon Capital und darüber, warum er trotz Trump und starkem US-Dollar an Unternehmensanleihen aus Schwellenländern glaubt und warum diese sich zunehmend von Staatsanleihen entkoppeln könnten.

ChampionsView: Absalon Capital

Wenn Sie noch mehr über die Konzepte der Fondspartner von Universal-Investment erfahren möchten, besuchen Sie einfach den YouTube-Kanal von Universal-Investment. Dort finden Sie zahlreiche Interviews und Informationen zu unseren Fondspartnern und Universal-Investment selbst.

ChampionsCall

Im ChampionsCall spricht Raik Hoffmann, Fondsmanager bei FPM Frankfurt Performance Management, mit Volker Schilling, Dachfondsmanager und Vorstand GREIFF capital management, über den aktiven, benchmarkfreien Value-Ansatz, der beim FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap (LU0207947044) und beim FPM Funds Ladon – European Value (LU0232955988) zum Einsatz kommt, thematisiert die unterschiedlichen Anteilklassen und erklärt, wie er das derzeitige Marktumfeld sieht und nutzen will – und auch, welche Vorteile Investoren dadurch gegenüber ETFs haben können.

ChampionsCall: FPM Frankfurt Performance Management

Fonds

„Nur ein positiver EVA und deutlicher Bewertungsabschlag zählen“

Mit drei ineinandergreifenden Analyseansätzen filtert Gerd Guba, Fondsmanager bei Belvoir Capital, die passenden Aktien fürs Portfolio des Belvoir Capital Allocation II Universal (DE000A0RA4N9) heraus. Wie wichtig es ist, dabei auch immer das Risikomanagement im Blick zu haben, erläutert Guba im Gespräch mit ChampionsNews

Mit Häuserbau lässt sich auch auf der britischen Insel gutes Geld verdienen (Foto: istockphoto.com/kelvinjay)

ChampionsNews: In Zeiten von Nullzinsen stellen Aktieninvestments eine sinnvolle Investmentalternative dar. Nach welchen Kriterien werden die Einzeltitel für das global ausgerichtete Portfolio ausgewählt?

Guba: Unser Selektionsprozess besteht bei Aktien aus drei vernetzten Analysemethoden: Der fundamentalen, der technischen und der statistischen Analyse. Die ersten beiden betrachten die Einzeltitel unabhängig voneinander. Daraus resultiert jeweils ein positives oder negatives Urteil. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir einen deutlich positiveren Erwartungswert erzielen, wenn wir nur die Aktien für die statistische Analyse berücksichtigen, für die sowohl die fundamentale wie auch die technische Analyse in einer positiven Einschätzung resultieren. Abgeschlossen wird die Gesamtanalyse, indem wir nur bei der resultierenden Schnittmenge mittels statistischer Berechnungen und unter Einbezug des Risikomanagements untersuchen, ob diese Investments eine positive Ergänzung im Gesamtportfoliokontext darstellen. Erst wenn das Gesamtbild stimmig ist, treffen wir eine Kaufentscheidung. So finden wir selbst in überkauften Aktienmärkten noch interessante Titel.

Gerd Guba, Portfoliomanager Belvoir Capital (Foto: Belvoir Capital)

ChampionsNews: Inwiefern unterscheidet sich ihr Multi-Asset-Fonds von der Konkurrenz?

Guba: Bei unserem Ansatz hat die technische Analyse sämtlicher Aktien den gleichen Stellenwert wie die Fundamentalanalyse. Das dürfte bei anderen Investmentansätzen nicht in diesem Ausmaß der Fall sein. Dabei bedienen wir uns seit Jahren erprobter Methoden und optimieren diese stetig. In Bezug auf die Fundamentalanalyse kaufen wir nur Aktien, bei denen wir einen Bewertungsdiscount von mehr als 20 Prozent sehen und welche einen positiven EVA (Economic Value Added) aufweisen, also eine ökonomische Überrendite erwirtschaften. Außerdem gibt es bei uns keine Hausmeinung, an die sich der Fondsmanager halten muss. Sehen wir kurzfristig mehr Risiken als Chancen, wie beispielsweise momentan auf der Rentenseite, haben wir die Freiheit, in einer Anlageklasse auch überhaupt nicht investiert zu sein. Wir leben unsere taktischen Bandbreiten aus. Dabei werden fast ausschließlich Aktien, Anleihen, Edelmetalle und Derivate eingesetzt.

ChampionsNews: Wie lange werden die Titel durchschnittlich gehalten?

Guba: Wir halten jeden Titel so lange, wie wir von ihm überzeugt sind und weiteres Kurspotenzial sehen. Das bedeutet, dass wir nur Titel im Portfolio belassen, welche wir heute auf aktuellen Levels und unter neutraler Neubeurteilung wieder kaufen würden. Wir haben jedoch auch Titel seit Jahren im Portfolio, andere wiederum halten wir nur für einige Wochen, wenn wir unser Kursziel schneller als gedacht erreicht haben oder sich unser Urteil geändert hat. Einer unserer erfolgreichsten Titel ist der englische Häuserbauer Bellway, der direkt nach der Brexit-Entscheidung bis zu 40 Prozent an Wert verloren hat. Obwohl der Wert aus unserer Sicht fundamental schon damals sehr günstig war, warteten wir das technische Kaufsignal ab und nahmen Bellway nach der folgenden bestandenen statistischen Analyse in den Fonds auf. Seit der Brexit-Entscheidung legte der Titel bereits über 90 Prozent an Wert zu. Wir sind bei diesem Titel von weiterem Kurspotenzial überzeugt.

ChampionsNews: Welchen Stellenwert hat das Risikomanagement? 

Guba: Einen sehr hohen. Bei kurzfristigen Brandherden setzen wir zur Absicherung gerne Index-Futures ein, die unserem Aktienportfolio charakteristisch am ehesten entsprechen. Sehr niedrige Volatilitäten, wie wir sie seit Monaten an den Aktienmärkten haben, nutzen wir vermehrt zum Kauf von günstigen Put-Optionen – vor allem dann, wenn wir zwar Aktien haben, von welchen wir überzeugt sind, uns jedoch kurzfristig vor markanten Kursrückgängen schützen wollen. Die Vorteile von Put-Optionen sind dabei vor allem, dass das asymmetrische Risikoprofil zu unseren Gunsten ausfällt: Der maximale Verlust ist von vornherein klar definiert, das Gewinnpotenzial jedoch viel größer. Erst recht, wenn die Kurse fallen und gleichzeitig die Volatilitäten steigen.

„Wir fokussieren uns auf die Konstruktion von asymmetrischen Chance-Risiko-Profilen“

In Zeiten exzessiver Geldpolitik und veränderten Gegebenheiten an den Finanzmärkten müssen Investoren umdenken. Eine flexible Asset Allocation und ein Risikomanagement, das die stärker schwankenden Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen berücksichtigt, sind hier eine mögliche Antwort, wie Julien Florian Jensen, Fondsberater des KJL Capital Absolute Return I (DE000A14N8N4/DE000A14N8P9) erläutert. Options- und Absicherungsstrategien können für zusätzliche Performancechancen sorgen.

So wie sich die Architektur kontinuierlich verändert hat, müssen Investoren auch bei Investments Neuerungen akzeptieren (Foto: istockphoto.com/MariannaSaska)

ChampionsNews: Herr Jensen, die sprunghafte Volatilität an den Aktienmärkten, die Nullverzinsung von Anleihen und die extremen Schwankungen in der Korrelation beider Anlageklassen sorgen bei den Investoren für neue Herausforderungen. Welche Investmentalternative bieten Sie den Anlegern?

Jensen: Die nahezu zehn Jahre andauernden massiven Zentralbankeninterventionen zwingen Investoren zunehmend, ihre Asset-Allokation zu überdenken. In unseren Augen ist die Adaption dieser „neuen Marktgegebenheiten“ eine große Herausforderung – aber auch Chance zugleich. Unser Anspruch ist es, alte Strukturen aufzubrechen und innovative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. In der Praxis resultieren daraus eine flexible Asset-Allokation, ein innovatives Risikomanagement, das Erschließen alternativer Renditequellen sowie der Einsatz von Absolute-Return- und Hedging-Strategien. 

Im Gegensatz zu vielen traditionellen Mischfondskonzepten, deren Schwerpunkt auf der Selektion von Einzelwerten im Bereich Aktien und Anleihen liegt, fokussieren wir uns auf die Konstruktion von asymmetrischen Chance-Risiko-Profilen durch Optionsstrategien in Kombination mit einem breit diversifizierten Kernportfolio, bestehend aus Aktien-ETFs, teils kurzlaufenden Anleihen guter Bonität sowie währungsgesicherten Gold-ETCs. Die Asset-Allokation erfolgt dynamisch, schwerpunktmäßig getrieben durch die Analyse makroökonomischer Modelle sowie auf Volatilitätsniveaus basierende quantitative Modelle. Hierbei liegt ein Hauptaugenmerk auf stringentem Risikomanagement. Die konsequente Umsetzung der Absicherungsstrategien minimiert Drawdowns und Volatilität.

Julien Florian Jensen, Managing Partner KJL Capital (Foto: KJL Capital)

ChampionsNews: Mit Optionsstrategien wollen Sie das Renditepotenzial von Aktien nutzen, und dies bei reduziertem Risiko. Wie setzen Sie das im Portfolio um?

Jensen: Optionsstrategien kommen auf unterschiedlichste Art und Weise zum Einsatz. Sie dienen einerseits der Risikosteuerung des Gesamtportfolios, andererseits werden sie genutzt, um eine zusätzliche Aufwärtspartizipation am Aktienmarkt bei fixem Risikobudget zu ermöglichen. Hierbei ist es essenziell, die Optionskonstrukte in Abhängigkeit von der Markterwartung exakt auf das Niveau der impliziten Volatilität sowie des Skews der Volatilitätskurve abzustimmen. Dementsprechend flexibel erfolgt der Einsatz im Portfolio. Während es beispielsweise in Phasen extrem niedriger impliziter Volatilität attraktiv sein kann, das Aktien-Exposure vollständig über Optionen abzubilden, nutzen wir starke Volatilitätsanstiege zum Verkauf von Volatilitätsspitzen.

ChampionsNews: Wodurch unterscheiden Sie sich am deutlichsten von anderen Mischfondskonzepten?

Jensen: Aufgrund des im Niedrigzinsumfeld unattraktiven Risk-Return-Profils spielen Anleihen seit der Fondsauflage sowie in der aktuellen Asset-Allokation eine untergeordnete Rolle. Das rührt neben Bonitäts- und Zinsrisiken insbesondere aus der teils positiven Korrelation zu Aktien, wodurch sich Anleihen aktuell weniger zur Stabilisation eines Portfolios eignen. Da klassische Buy-and-Hold-Ansätze bei den derzeit vorherrschenden hohen Bewertungsniveaus sowie sprunghafter Volatilität ebenfalls ein wenig attraktives Risikoprofil bieten, forcieren wir Lösungen, die auch volatile Seitwärtsphasen gewinnbringend und risikooptimiert nutzen. Darüber hinaus messen wir insbesondere Volatilität als alternativer Renditequelle einen hohen Stellenwert bei. Konkret resultiert daraus ein Zusammenspiel aus Investitionsquotensteuerung über Index Futures / ETFs und Optionsstrategien, wodurch wir ein asymmetrisches Chance-Risiko-Profil des Gesamtportfolios erzielen. Dies ermöglicht das Erwirtschaften einer weitestgehend marktunabhängigen Performance.

ChampionsNews: Beschreiben Sie bitte abschließend die wichtigsten Schritte Ihres Investmentprozesses. 

Jensen: Basierend auf makroökonomischen Modellen wird das Universum an Asset-Klassen analysiert und das erwartete Risk-Return-Profil jeder einzelnen prognostiziert. Im zweiten Schritt folgt eine Korrelationsanalyse der Asset-Klassen über verschiedene Zeiträume, mit dem Ziel, eine aus Risikogesichtspunkten optimale Kombination zu definieren. Basierend auf den Ergebnissen der ersten beiden Schritte erfolgt die Allokation auf die einzelnen Positionen. Der Prozess wird komplementiert durch den Einsatz von Optionsstrategien, die das Risk-Return-Profil des Portfolios für das angestrebte Renditefenster optimieren. Abschließend findet ein täglicher Abgleich der Entwicklung mit dem prognostizierten Szenario statt, um bei Abweichungen korrigierend einzugreifen und Risiken frühzeitig zu minimieren.

Eindeutige langfristige Wettbewerbsvorteile entscheidend

Kleinere und mittlere Unternehmen stehen ganz im Fokus von Value Partnership. Wie man gezielt über den Fonds Value Partnership (DE000A14UV29/DE000A14UV37) in Unternehmen des Mittelstands mit einem Value-Ansatz investiert, erläutert Dr. Carl Otto Schill, Managing Director Value Partnership, im Gespräch mit ChampionsNews.

Ein gutes Netzwerk ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft (Foto: istockphoto.com/OOKdesign)

ChampionsNews: Herr Dr. Schill, der Value Partnership hat den Untertitel „Der Unternehmerfonds“. Können Sie uns das bitte erklären?

Schill: Ich bin Quereinsteiger und war über 20 Jahre geschäftsführender Gesellschafter einer internationalen Unternehmensgruppe. Daneben habe ich mich seit dem Studium der Betriebswirtschaft intensiv mit dem Aktienmarkt beschäftigt. Warren Buffett hat die Synergien zwischen diesen beiden Welten meiner Meinung nach treffend beschrieben: „Investor zu sein hat mich zu einem besseren Unternehmer gemacht, und Unternehmer zu sein hat mich zu einem besseren Investor gemacht“.

Dr. Carl Otto Schill, Managing Director Value Partnership

ChampionsNews: Sie haben sich bei Ihrer Anlagestrategie dem Value Investing verschrieben. Wie spiegelt sich das in der Aktienauswahl für das Fondsportfolio wider? 

Schill: Als Unternehmer habe ich in der Praxis erfahren, dass eine Überrendite auf das investierte Kapital langfristig nur mit exzellenten Unternehmen zu erzielen ist. Entsprechend steht im Mittelpunkt unserer Analyse das Geschäftsmodell des Unternehmens. Nur wenn wir eindeutige langfristige Wettbewerbsvorteile, wie Netzwerkeffekte oder Wechselkosten identifizieren, ist für uns ein Investment interessant. Wir orientieren uns hier am modernen Value Investing, wie es an der Columbia University gelehrt wird.

ChampionsNews: Sie haben einen Schwerpunkt auf Small-Cap- und Mid-Cap-Unternehmen gelegt. Wie filtern Sie die richtigen unterbewerteten Nebenwerte aus dem Gesamtuniversum heraus? 

Schill: Neben den schon oben beschriebenen Wettbewerbsvorteilen müssen unsere Beteiligungen moderat bewertet sein. Dies finden wir hauptsächlich bei kleineren Unternehmen, die nicht so im Fokus des Kapitalmarktes stehen. Nur wenn der von uns errechnete innere Wert eines Unternehmens mindestens 30 Prozent über dem Börsenkurs liegt, werden wir in die Aktie investieren. Diese Sicherheitsmarge ist für uns sehr entscheidend, um auch bei schwierigen Märkten einen ausreichenden Puffer zu besitzen.

ChampionsNews: Kleine Unternehmen können oftmals wegen mangelnder Liquidität am Markt nicht ausreichend gehandelt werden. Wie gehen Sie mit diesem Problem im Portfolio um?

Schill: Da der Fonds noch relativ klein ist, haben wir meistens keine Probleme bezüglich mangelnder Liquidität. Uns ist aber klar, dass unser Fonds nur bis zu einem bestimmten Volumen diese vorteilhaften Investmentmöglichkeiten hat. Deshalb müssen wir unser Fondsvolumen bei stärkeren Zuflüssen begrenzen. Das ist aber heute noch kein Thema.

ChampionsNews: Welche Unternehmen haben sich zuletzt als besonders erfolgreich für das Fondsportfolio erwiesen? Wo lassen sich derzeit die Hidden Champions finden?

Schill: Der Schwerpunkt unserer Investments befindet sich in den Nischen der Megatrends wie der Digitalisierung oder Globalisierung. Hier investieren wir gerne in die Hidden Champignons. Dies sind meist Familienunternehmen mit einer führenden Marktstellung und einer langfristigen Ausrichtung. Ein Beispiel ist das Schweizer Familienunternehmen Bossard, das eine herausragende Position bei Verbindungstechniken von Produkten hat. Die digitale Transformation der industriellen Produktion wird durch Bossard aktiv vorangetrieben. Mit dem Know-how des Unternehmens können bis zu 50 Prozent der Verbindungskosten eingespart werden. Prominente Kunden von Bossard sind zum Beispiel Tesla und John Deere. Ein anderes Unternehmen im Fonds ist GK Software. Das deutsche Familienunternehmen ist ein führender Anbieter von Handelssoftware und bietet modernste Lösungen für die Vernetzung, Steuerung und Kontrolle von großen Filialnetzen. Neue Produkte sind cloudbasierte Omni-Channel-Lösungen für das Zusammenspiel von Online und Offline. Strategischer Partner beim Vertrieb und Miteigentümer ist SAP. Kunden, wie etwa Lidl und Cartier, befinden sich weltweit in über 40 Ländern.

„Es gibt noch echte Value-Chancen“

Mit den Emerging Markets verbinden viele Investoren auf den ersten Blick erhöhte Risiken und große Volatilität. Bis auf wenige Ausnahmen ist das aber nicht der Fall, wie Axel Krohne, Fondsberater des AvH Emerging Markets Fonds UI (DE000A1145G6/DE000A1145F8) berichtet. Im Gespräch mit ChampionsNews zeigt er auf, wie er erfolgreich unterbewertete Titel in den Emerging Markets fürs Portfolio herausfiltert.

„Es ist grundsätzlich ein Vorurteil, dass die Emerging Markets volatiler sind“

Axel Krohne,
AvH
Die Verarbeitung von Zuckerrohr ist ein wichtiger Wirtschaftszweig auf dem afrikanischen Kontinent (Foto: istockphoto.com/pixelfusion3d)
Axel Krohne, Fondsberater des AvH Emerging Markets Fonds UI (Foto: EM Value)

ChampionsNews: Herr Krohne, warum ist Value für Sie so entscheidend bei der Titelauswahl? 

Krohne: Wir kaufen lieber unterbewertete als überbewertete Aktien. Wir werden dann aktiv, wenn wir auf langfristig profitable Unternehmen stoßen, die sehr günstig bewertet sind. Von diesen Titeln gibt es in den Emerging Markets und Frontier Markets deutlich mehr als an den westlichen Börsen. Da die Märkte in den Emerging- und Frontier-Ländern noch nicht überkauft sind, gibt es dort noch viel mehr Substanz fürs Geld. Es geht beim Value-Ansatz nicht nur darum, das schnelle Geld zu verdienen. Wichtig ist, dass die Strategie Risiken im Portfolio reduziert. Dadurch ist sie für jede Marktlage gewappnet.

ChampionsNews: Nach welchen Kriterien werden die passenden Unternehmen für das Portfolio herausgefiltert?

Krohne: Bei der Vorauswahl scheiden Aktien aus zyklischen Sektoren fast immer schon im vornhinein aus. Wir schätzen Unternehmen mit stabilen Gewinnen. Interessant sind zum Beispiel Firmen aus dem Dienstleistungssektor, die die Bedürfnisse der wachsenden Mittelschicht bedienen, die fast überall in den Schwellenländern entsteht. Die Aussichten solcher Unternehmen lassen sich oft schon aus der Historie und aus den Bilanzen ableiten. Ich mache mir aber auch gern selbst ein Bild vom Management und von der Situation vor Ort, besuche daher viele Unternehmen über das Jahr hinweg, die als Investment infrage kommen. Zwingend erforderlich ist natürlich, dass wir die Aktien dieser Unternehmen auch zu einem guten Preis bekommen. Da ist es oft hilfreich, wenn ein Markt oder eine Region gerade aus irgendeinem Grund von den Investoren gemieden wird. Dort können Sie dann die Substanzperlen reihenweise einsammeln.

ChampionsNews: Viele Investoren stehen Schwellenländeraktien aufgrund der erhöhten Volatilität kritisch gegenüber. Welche Argumente sprechend für ein finanzielles Engagement in die Emerging Markets?

Krohne: Es gibt ein paar Ausnahmen, aber grundsätzlich ist es ein Vorurteil, dass die Emerging Markets volatiler sind. Allerdings sitzt dieses Vorurteil auch bei den Profis schon seit vielen Jahren fest in den Köpfen. Schwellenländerbörsen werden reflexartig mit einem höheren Risiko gleichgesetzt. Vor einem Jahrzehnt, als wir den großen Schwellenländer-Hype hatten, war es noch genau umgekehrt. Alle Welt hat die aufregenden Wachstumsraten in den Emerging Markets bejubelt, ihre Wettbewerbsfähigkeit, ihren Nachholbedarf, die demografischen Trends. Damals haben die Investoren die Risiken ausgeklammert. Heute sind es die positiven Faktoren, die keiner mehr sieht, obwohl sie natürlich immer noch da sind und volkswirtschaftlich voll zum Tragen kommen. Es wird noch Jahre dauern, bis die Chancen der Schwellenländer wieder voll im Blickfeld stehen. Deshalb tut jeder Anleger gut daran, jetzt in den Emerging  Markets zu investieren, bevor der große Ansturm wieder losgeht.

ChampionsNews: Welche Einzeltitel haben zuletzt besonders im Fondsportfolio überzeugt?

Krohne: Eine unserer erfolgreichsten Positionen war zuletzt Dangote Sugar aus Nigeria. Wir haben die Aktie im März gekauft, und sie hat inzwischen schon 140 Prozent zugelegt. Nigeria hat letztes Jahr eine starke Abwertung seiner Währung hinnehmen müssen, wodurch sich auch der Aktienmarkt dort ziemlich verbilligt hat. Dangote Sugar wurde dadurch zu einem Schnäppchen. Das Unternehmen ist sehr solide und erwirtschaftet schon seit Jahren konstant Gewinne. Sehr viel Freude macht uns auch STI Education Systems, ein Bildungsanbieter, der auf den Philippinen über 70 Schulen betreibt. Diese Aktie haben wir erst vor ein paar Wochen erworben, und sie liegt bereits gut zwölf Prozent im Plus.