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Ausgabe 01/2017

Magazin

Vielversprechende Nische

Der deutsche Mittelstand ist und bleibt ein Fels in der Brandung. Davon profitiert auch der FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap (LU0207947044), der jüngst auch bei den Euro Fund Awards ausgezeichnet wurde. Fondsmanager Raik Hoffmann von der FPM Frankfurt Performance Management AG investiert für diesen Fonds in kleinere und mittlere Unternehmen aus Deutschland. ChampionsNews sprach mit ihm auf dem Fondskongress in Mannheim über die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes, innovative Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand und die Vorteile von Value-Investing im Nebenwertesegment.

„In unserem Anlageuniversum sind viele innovative Unternehmen, die auf ihrem Gebiet Marktführer sind“

Raik Hoffmann,
FPM
Automobilzulieferer zählen zu den erfolgreichen Unternehmen im deutschen Mittelstand (Foto: istockphoto.com /CreativaImages)

ChampionsNews: Herr Hoffmann, der deutsche Aktienmarkt hat zum Jahresende 2016 noch einmal eine ordentliche Rallye hingelegt. Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie für die kommenden Monate – und was bedeutet das für die Attraktivität deutscher Werte?

Hoffmann: Wir erwarten für die deutsche Wirtschaft, dass sich die aufwärts gerichtete Konjunkturentwicklung fortsetzt. Zinsseitig rechnen wir mit keinen Anhebungen bei den Leitzinsen, aber die Diskussion über eine Rückführung der Anleihekäufe wird im Jahresverlauf an Schärfe gewinnen. Steigende Inflationsraten werden die Zinsen am langen Ende dennoch nach oben drücken. Das sind hervorragende Bedingungen für unseren Investmentstil, das Value-Investing, und unser Aktienuniversum, die deutschen Werte. Die alten Lieblinge des deutschen Aktienmarktes aus den vergangenen Jahren, Unternehmen mit hoher Visibilität und aufgrund der gesunkenen Zinsen auch hoher Bewertung, sind dadurch derzeit weit weniger attraktiv als die Nebenwerte, auf die wir setzen.

ChampionsNews: Was sind die Gründe, weswegen Sie für den FPM Funds Stockpicker Germany Small/Mid Cap in diese investieren?

Hoffmann: Wir fokussieren uns mit deutschen Nebenwerten auf eine klare Nische, in der wir uns aufgrund des Heimvorteils sehr gut auskennen – wir sprechen dieselbe Sprache, kennen die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen und profitieren von den etwa 250 Unternehmensgesprächen pro Jahr, die wir mit den jeweiligen Managern haben.

Für unsere Bottom-up-Fundamentalanalyse haben wir 150 bis 200 deutsche Unternehmen aus dem Bereich Small und Mid Caps im Fokus, von denen im Durchschnitt 25 bis 35 Aktien im Portfolio zu finden sind. In unserem Anlageuniversum befindet sich eine Vielzahl an innovativen Unternehmen, die auf ihrem Gebiet Marktführer sind. Sie haben sich in Nischen spezialisiert, in denen es oft nur eine geringe Konkurrenz am Weltmarkt gibt. Der deutsche Mittelstand ist hier in seiner Struktur einzigartig und bietet daher viele interessante Unternehmen mit einem etablierten Alleinstellungsmerkmal – und das mit einer für uns passenden Informationsdichte und Transparenz. Daher können wir jeweils Geschäftsmodell, Management und Bewertung fundiert beurteilen und die richtigen Investitionsentscheidungen treffen.

Zwei Beispiele für erfolgreiche Investments im vergangenen Jahr sind Grammer und Wacker Chemie. Grammer ist ein Automobilzulieferer, der sich unter anderem im Bereich Pkw auf Mittelkonsolen und Kopfstützen sowie auf die Sitze von Trucks und Offroad-Fahrzeugen spezialisiert hat. Auch wenn Letzteres eher wenig spannend klingt, sind die Belastungen für Fahrer und Material extrem hoch und stellen einen hohen Anspruch an die Innovationskraft. Ähnlich interessant ist Wacker Chemie. Hier werden sich nach Jahren massiver Investitionen die Ausgaben wieder auf ein nachhaltiges Niveau normalisieren und somit der Free Cashflow sowie in den Folgejahren auch die Gewinne nach unseren Erwartungen deutlich steigen. Mit seiner Marktstellung in der Spezialchemie sowie bei den erneuerbaren Energien ist Wacker aus unserer Sicht unterschätzt.

ChampionsNews: Welche Vorteile hat Ihre Investmentstrategie, das Value Investing?

Hoffmann: Unser Fokus liegt ganz klar auf der Qualität und Bewertung eines Unternehmens. Für unsere Arbeit haben wir die Marktentwicklung und andere globale Größen wie Währungen und Zinsen im Blick, lassen uns aber von deren häufigen Änderungen und schwerer Prognostizierbarkeit nicht verunsichern, da wir unsere Investments sehr genau kennen. Für uns ist der Free Cashflow eines Unternehmens die entscheidende Kennzahl, denn er drückt aus, was für den Aktionär letztendlich „übrig“ bleibt. Ob Unternehmen ihn dann in weiteres Wachstum oder für Schuldenabbau, Aktienrückkäufe oder Dividenden verwenden, hängt von der jeweiligen Situation ab. Nur wenn Aktien uns eine Zielrendite von mindestens zehn Prozent ermöglichen, investieren wir. Das gibt uns eine Sicherheitsmarge und verhindert dauerhafte Kursverluste. So war etwa die Aktie von Grammer 2015 um 50 Prozent im Kurs gefallen, aber die für uns relevanten Value-Aspekte passten. Wir haben entsprechend kräftig nachgekauft. Seitdem hat sich der Titel als sehr erfolgreich für unsere Publikumsfonds erwiesen. Zusammenfassend ist der Kern des Value Investings, ein Unternehmen sowie seine angemessene Bewertung zu verstehen. Dies ist entscheidend dafür, in unsicheren Börsenphasen nicht den Kopf zu verlieren, sondern Chancen zu nutzen.


Informationen zu weiteren Fonds von Frankfurt Performance Management können Sie im Fondsselektor von Universal-Investment abrufen.

Smart anlegen mit Behavioral Finance

Der Mensch handelt vorwiegend gefühlsorientiert und weniger rational. Dieses stimmungsabhängigen Verhaltens bedient sich das Konzept der Behavioral Finance, dem sich auch sentix Asset Management verschrieben hat. Im Gespräch mit ChampionsNews erklärte Patrick Hussy, Geschäftsführer von sentix Asset Management, die Einflüsse der Psychologie auf den Investor und wie diese Aspekte in die Beratung des sentix Total Return -offensiv- (DE000A2AMN84) und sentix Risk Return -A- (DE000A2AMPE9) einfließen.

„Mit Behavioral Finance wollen wir eine alternative Ertragsquelle erschließen“

Patrick Hussy,
sentix Asset Management
5.000 Investoren werden wöchentlich von sentix Asset Management nach ihren Markteinschätzungen befragt (Foto: istockphoto.com/MangoStar_Studio)

ChampionsNews: Herr Hussy, in Zeiten volatiler Märkte spricht einiges für Ihren Behavioral-Finance-Ansatz. Welche Vorteile bietet dieser Ansatz gerade in sehr schwankungsaktiven und ereignisreichen Zeiten wie jetzt?

Hussy: In Zeiten von Null- und Minuszinsen sind Anleger deutlich sensitiver gegenüber Kursschwankungen. Auch die mittlerweile sehr politischen Börsen sorgen unweigerlich für Stimmungsschwankungen, da Anleger sehr schnell in einen Verlust-Frame kommen. Viele Analysemethoden müssen in einem solchen Umfeld kapitulieren. Mit unseren selbst entwickelten sentix-Indikatoren können wir diese Sentiment-Schwankungen exakt bestimmen und nutzen. Hierzu befragen wir wöchentlich 5.000 Investoren überwiegend im deutschsprachigen Raum nach ihren Einschätzungen zu unterschiedlichen Märkten, um der Psychologie des Anlegers näherzukommen. Mit der Anwendung der Behavioral Finance erschließen wir eine alternative Ertragsquelle für unsere Kunden. Unser Ziel ist es dabei, günstige Gelegenheiten am Kapitalmarkt zu identifizieren, um diese dann erfolgreich in den von uns beratenen Fonds umzusetzen. Wir differenzieren uns so von Marktbewegungen, erzielen aber durch unseren alternativen Ansatz einen nachhaltigen Mehrwert für den Investor. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir mit diesem Investmentstil die Portfolien unserer Investoren langfristig stabilisieren.

Manfred Hübner und Patrick Hussy, Geschäftsführer sentix Asset Management (Foto: sentix Asset Management)

ChampionsNews: Welche Fragen stellen Sie Ihren Umfrageteilnehmern? Wie fließen diese Antworten in Ihre Daten ein?

Hussy: Wir befragen die Investoren zu erwarteten Marktentwicklungen, politischen Themen und zu ihrer Konjunkturerwartung für verschiedene Weltregionen. Über die letzten 16 Jahre, seitdem wir mit unserer sentix-Kapitalmarktumfrage begonnen haben, hat sich daraus ein sehr dichtes Netz an validen Daten ergeben. Aus den Antworten berechnen wir Indikatoren zu Asset-Klassen, Märkten, Branchen sowie zur Konjunktur. So können wir den Anleger am Kapitalmarkt sehr genau analysieren. In der Zusammenführung der Signale schauen wir besonders auf die Größen „Sentiment“, „Anlegerpositionierung“ und „Marktpreise“. So können wir sehr früh Veränderungen am Markt feststellen und Muster im Anlegerverhalten identifizieren, die immer wieder im Zeitablauf auftreten. Diese Research-Signale müssen dann im Portfoliomanagement individuell umgesetzt werden. Je nach Anlageziel des Fonds werden geeignete Positionsgrößen bestimmt und die passenden Instrumente ausgewählt. Wenn man unseren Investmentprozess treffend beschreiben möchte, dann zählen konträres Denken und konsequentes Handeln zu unseren Erfolgsfaktoren.

ChampionsNews: Die offensive Variante des Total-Return-Fonds verspricht eine höhere Renditechance für den Investor. Wie setzen Sie das im Vergleich zum sentix Total Return -defensiv- um?

Hussy: In der offensiven Variante des sentix Total Return werden alle Signale doppelt so stark gewichtet wie bei der defensiven Variante. Dadurch erhält der Anleger die Möglichkeit, Alpha zu verdoppeln und so an einer höheren Renditechance zu partizipieren. Wir wollen Geld in jeder Kapitalmarktphase verdienen. Wir versuchen die nächste Marktbewegung zu antizipieren und nutzen sowohl steigende wie auch fallende Kurse. Von den Asset-Klassen her gibt es keine Einschränkung. Wir investieren in Aktien, Renten, Währungen und selektiv in Rohstoffe.

Alle unsere Total-Return-Fonds sind mit einer Wertuntergrenze ausgestattet. Beim sentix Total Return -offensiv- liegt diese anfänglich bei 80 Prozent des ersten Fondspreises und wird jährlich zum Kalenderjahresende adjustiert. Der Jahresultimopreis ist die neue Ausgangsbasis für die neue Wertuntergrenze von 80 Prozent. Dieses Sicherheitsnetz ist zwar nicht garantiert, wird von uns aber sehr strikt überwacht. Wir wollen mit diesem Risikomanagementansatz jedem Investor Planungssicherheit geben -auch in unsicheren Zeiten. Wer es noch sicherheitsbetonter mag, kann auch jederzeit in den Total Return -defensiv- wechseln. Hier liegt die Wertuntergrenze bei 90 Prozent.

ChampionsNews:  Im Gegensatz zu den Total-Return-Fonds gibt es beim sentix Risk Return -A- keine Wertuntergrenze. Wieso verzichten Sie hier darauf? Wie können Sie dann das Risiko hier optimal steuern?

Hussy: Der Risk Return -A- hat eine andere Zieldefinition. Es handelt sich zum einen um ein reines Aktienkonzept. Wer clever in Aktien investieren möchte und das mit langfristig deutlich niedrigerem Risiko, der ist hier gut aufgehoben. In diesem Mandat steht die maximale Chancennutzung aus unserem Ansatz im Vordergrund. Deshalb verzichten wir auch auf eine Wertuntergrenze, denn wir wollen ja beherzt Situationen nutzen, wenn andere verängstigt sind und ihre Aktien im wahrsten Sinne des Wortes verschleudern.

Werthaltige Investments sind dann gegeben, wenn das Risiko adäquat bezahlt wird. Hier setzt die Behavioral Finance an. Wenn viel Angst und wenig Risikobereitschaft im Anlegerverhalten dominieren, gilt es, günstig einzukaufen. Umgekehrt werden Bestände abgebaut, wenn die Investoren leichtsinnig werden und in Jubellaune sind. Antizyklisches Investieren und Mut zum Risiko ist dann gefragt. Bei negativen Signalen können die Aktienbestände im Risk Return -A- sogar komplett heruntergefahren werden. Um von langfristig fallenden Märkten zu profitieren, können auch Short-Positionen eingegangen werden. Wir sind aufgrund der langfristigen Erfahrungswerte aus unserem Ansatz davon überzeugt, dass man nicht dauerhaft am Aktienmarkt investiert sein muss, um an den Ertragschancen von Aktien zu partizipieren. Als Ertragsziel streben wir im sentix Risk return -A- 7,5 Prozent im Jahr an. Die Volatilität des Fonds soll mit rund sieben Prozent deutlich unter der Schwankung von Aktien liegen.

ChampionsNews: Aktien scheinen derzeit die einzige Alternative zu sein, um eine adäquate Rendite zu erzielen. Spiegelt sich das auch in Ihren Umfrageergebnissen und Signalen wider?

Hussy: Die Signale waren zum Jahreswechsel extrem konstruktiv für Aktien. Sie sahen sogar in der Summe besser aus, als es von den Investoren angenommen wird. Insbesondere die globalen Konjunkturerwartungen befeuerten die Fantasie für Dividendentitel. Aus diesem Grund haben wir für 2017 einen Dax-Höchststand von bis zu 14.000 Punkte ausgelobt. In den letzten beiden Wochen hat der neu gewählte US-Präsident Donald Trump mit seinen ersten Amtshandlungen erheblichen Vertrauensschaden produziert. Daher treten wir im Moment bei Aktien auf die Bremse, obwohl das Potenzial für Aktien unverändert hoch bleibt. Doch an diesem Beispiel wird deutlich, wie schnell die Politik eine Aufbruchsstimmung erzeugen kann und welche immensen Enttäuschungspotenziale vorhanden sind, wenn von Donald die „falsche Twittermeldung“ kommt. Auf diese Umschwünge muss man im Portfoliomanagement schnell und beherzt reagieren können. Risikomanagement bleibt auch in 2017 die Königsdisziplin.

2017 dürfte daher ein Jahr der zwei Gesichter werden. Aktienquoten über das ganze Jahr passiv zu besetzen, dürfte daher nicht zielführend sein. Es wird zur Jahresmitte wichtig werden, die Erträge zu konservieren. Vielmehr sollten Anleger dann bereit sein, sich für antizyklische Käufe am Rentenmarkt zu rüsten.


Weitere Fonds von sentix Asset Management, die nach dem Behavioral-Finance-Ansatz beraten werden, finden Sie im Fondsselektor von Universal-Investment

„Wir können die Segel richtig setzen“

Die wohlhabenden Mandanten des Family Office Honestas verfügen über ein Gesamtvermögen von drei Milliarden Euro. Der reale Vermögenserhalt steht bei der Betreuung und Optimierung der komplexen Vermögensstrukturen immer im Vordergrund. Neben den Family-Office-Leistungen verantworten die Hanseaten auch den FO Vermögensverwalterfonds (DE000A1JZLG8). Über die Vorteile der Investmentlösung als Masterfondskonstruktion, deren Flexibilität in der Anlage sowie den Auswahlprozess für das Portfolio sprach ChampionsNews mit Stefan Kirchner, geschäftsführender Gesellschafter Honestas Finanzmanagement.

Mit der richtigen Strategie und einem hohen Maß an Flexibilität können Investoren beruhigt durch jedes Fahrwasser steuern (Foto: istockphoto.com/nikitje)

ChampionsNews: Herr Kirchner, in Zeiten der Nullzinspolitik wird vertrauensvolle und individuelle Beratung für viele Investoren immer wichtiger. Wie sieht die typische Beratung Ihrer Family-Office-Mandanten aus?

Kirchner: Als unabhängige Beratungsinstanz verfügen wir über eine langjährige Expertise in der Betreuung und Optimierung komplexer Vermögensstrukturen. Die strategische Allokation bildet die integrale Basis unserer aktiven Mandatsbetreuung und spiegelt die persönlichen Anforderungen und Ziele der Kunden wider. Wertsicherungsstrategien für den realen Kapitalerhalt und Szenarioanalysen stellen dabei unabdingbare Planungsbestandteile dar.

Vor dem Hintergrund von Niedrigzinsen in Kombination mit politischen Unwägbarkeiten und hohen Marktvolatilitäten kommt einerseits der langfristigen Zielsetzung eine hohe Bedeutung zu, andererseits sind taktische Sicherungsmaßnahmen durch den stringenten Einsatz von Risikobudgets gefordert. Diese Kombination stellt ein zielorientiertes Management des Gesamtvermögens sicher – insbesondere, da die Assets unserer Mandanten sehr differenziert über mehrere Anlageklassen und Manager gestreut sind.

Stefan Kirchner: „Das Wichtigste für ein Family Office ist der reale Vermögenserhalt“ (Foto: Honestas Finanzmanagement)

ChampionsNews: Welche Vorteile sehen Sie in der Beratung Ihrer Kunden als Family Office? Was macht Honestas zudem so besonders?

Kirchner: Honestas betreut einen ausgewählten Kundenkreis, und im Zuge der langjährigen Zusammenarbeit ist gleichzeitig auch ein exklusives Netzwerk entstanden. Diese Verbindungen ermöglichen es uns, den einen oder anderen direkten Weg zu wählen und dadurch unseren Mandanten nicht nur zeitliche, sondern auch direkte monetäre Mehrwerte zu bieten. Durch die mehrfach im Jahr durchgeführten Ausschreibungen verfügen wir über einen umfangreichen Überblick über die Leistungen und Kernkompetenzen der einzelnen Anbieter. Ergänzend können wir unseren Kunden externe Managerleistungen zur Verfügung stellen, die ihnen in der Art und Ausgestaltung sonst nicht zugänglich wären. Die höchste Priorität bei der Beratung selbst nimmt jedoch immer der reale Kapitalerhalt bei gleichzeitig stetigem Wertzuwachs ein. Genau das Ziel verfolgen wir auch mit dem FO Vermögensverwalterfonds.

ChampionsNews: Den FO Vermögensverwalterfonds haben Sie nicht als Dachfonds konstruiert. Nachdem Sie die strategische Asset-Allokation, Risikobudgets und Maximalquoten für die einzelnen Asset-Klassen festgelegt haben, vergeben Sie Individualmandate für einzelne Segmente. Welche Vorteile weist dieses Modell auf?

Kirchner: Der Fonds zeichnet sich durch eine Masterfondskonstruktion aus, die man sonst nur im institutionellen Bereich findet. Diese eröffnet Privatanlegern – depotunabhängig und ohne Mindestanlagesummen – den Zugang zu unseren Family-Office-Leistungen und lässt sie gleichzeitig direkt an der Expertise ausgewählter Manager partizipieren. Im Rahmen unseres Allokationsprozesses haben wir drei rendite- und risikooptimierte Exklusivmandate integriert, die dem Markt aufgrund unserer Vorgaben in dieser speziellen Ausgestaltung nicht zur Verfügung stehen. Die vollkommen autark aufgestellten Segmente werden von uns aktiv gesteuert. Der Einsatz illiquider Investments und Fonds (exklusive ETFs) wurde den Managern jedoch untersagt, da diese unseren täglichen Risikomanagementprozess konterkarieren würden. Die börsentägliche Konsolidierung sämtlicher Bewertungskennzahlen auf Einzeltitelebene ist Ausgangspunkt für unsere Risikoanalysen und die Adaption der Risikobudgets. Durch diesen permanenten Prüfungsprozess sind uns strategische und taktische Allokationsadjustierungen jederzeit möglich. Ergänzend bietet die Masterfondskonstruktion im Vergleich zu klassischen Dachfondskonzepten den charmanten Vorteil der deutlich niedrigeren Kosten.

ChampionsNews: Wie entscheiden Sie, welche Asset Manager am Ende ins Portfolio kommen? Wie unterstützt Sie Ihre hauseigene Datenbank?

Kirchner: Die Grundlage unseres Selektionsverfahrens bildet ein detailliertes Anforderungsprofil anhand der Asset-Allokation. Der Auswahlprozess stützt sich daher einerseits auf ein quantitatives Kriteriengerüst, das in unserer Datenbank vorgehalten wird. Zudem fließen qualitative Beurteilungen der einzelnen Manager sowie die Überprüfung der Kompatibilität der angebotenen Leistungen mit dem gesuchten Investitionsstil in die Prüfung mit ein. Der Due-Diligence-Prozess umfasst ergänzend eine Konsistenzbeurteilung der erzielten und prognostizierten Performance im Einklang mit dem zur Verfügung gestellten Risikobudget. Die Stabilität und Kontinuität der Organisation wie auch die Qualität des verantwortlichen Managers und seines Teams bilden ebenfalls unverzichtbare Beurteilungskriterien. Um eine objektive und konsistente Bewertung zu erhalten, werden in den unterschiedlichen Analysestufen ergänzend SWOT-Analysen eingesetzt. Das abschließende Punktbewertungsverfahren (Scoring) ermöglicht eine systematische und neutrale Beurteilung sowie eine transparente Ergebniszusammenfassung des Selektionsprozesses.

ChampionsNews: Sie haben die Segmente „dynamische Renten“ (Aramea Asset Management), „Value-Strategie“ (Flossbach von Storch) und „Absolute Return“ (First Private) derzeit im Fondsportfolio. Sind Sie auf diese Segmente festgelegt oder können diese auch wechseln?

Kirchner: Bei der Implementierung von Strategien sind wir vollkommen flexibel. Genauso bei den Managern: Ein Wechsel könnte binnen 24 Stunden vollzogen werden. Die Masterfondskonstruktion versetzt uns in die komfortable Lage, jeden Asset Manager anbinden zu können, egal, ob im Advisory oder im Outsourcing. Bei den Überlegungen zur Fondsauflage war dies eine wichtige Prämisse für unser Haus. Quantitative Zielfaktoren für den Fonds sind eine Rendite von vier bis sechs Prozent im Jahr bei einer Volatilität von drei bis vier Prozent. Die optimale Abstimmung der unterschiedlichen Managerkompetenzen, Investmentphilosophien und Anlageklassen erhält daher oberste Priorität. In der aktuellen Konstellation erzielen die drei Segmente mit den unterschiedlichen Gewichtungen ein maximales Renditepotenzial bei minimaler Korrelation. Was die Zukunft bringen wird, können wir natürlich nicht vorhersagen. Aber wie heißt es so schön: Wir können die Segel richtig setzen. Und wenn der Wind sich dreht, verfügen wir über ein Höchstmaß an Flexibilität, um taktisch und sowie strategisch notwendige Adjustierungen zum Erhalt unserer Zielfaktoren vornehmen zu können.

„Nebenwerte sind in den ersten fünf Monaten des Jahres gefragt“

Deutschland ist der Motor der europäischen Wirtschaft. Auch der deutsche Aktienmarkt sollte in den kommenden Monaten weiter florieren, meint Dr. Christian Funke, Vorstand der Investmentboutique Source For Alpha. Wie man erfolgreich im heimischen Markt anlegt, zeigt sich im Management des S4A Pure Equity Germany (DE000A1W8960). Im Gespräch mit ChampionsNews auf dem Fondskongress in Mannheim erklärt Funke die Vorgehensweise bei Investments.

„Spin-offs werden als Investment immer interessanter“

Dr. Christian Funke,
Source For Alpha
Dr. Christian Funke: „In den illiquideren Sommermonaten investieren wir eher in defensive Titel“ (Foto: Source For Alpha)
Dr. Christian Funke , Vorstand Source For Alpha (Foto: Source For Alpha)

ChampionsNews: Herr Dr. Funke, der deutsche Aktienmarkt hat zum Jahresende 2016 noch einmal eine ordentliche Rallye hingelegt. Das Jahr 2017 hat bisher auch durchaus vielversprechend begonnen. Mit welchen Entwicklungen rechnen Sie am deutschen Aktienmarkt für die kommenden sechs bis zwölf Monate?

Funke: Wir gehen auch für 2017 von einem erfolgreichen Aktienjahr aus. Der deutsche Aktienmarkt sollte auch in diesem Jahr wieder zwischen sieben und zehn Prozent Rendite erwirtschaften können. Sicherlich müssen wir auch immer wieder mit dem einen oder anderen Rücksetzer rechnen. Festzuhalten bleibt jedoch: Die deutsche Wirtschaft boomt trotz aller negativen Einflüsse weltweit weiterhin. Hier sehen wir auch keine Gründe für eine Veränderung in den kommenden Monaten. Viele Ängste bezüglich der zukünftigen Politik von US-Präsident Donald Trump sind schon in den Markt eingepreist. Natürlich können stärkere Schwankungen von  einzelnen deutschen Export-Titeln immer wieder auftreten, vor allem wenn diese sehr stark von den USA abhängig sind. Anzumerken ist jedoch, dass eine Reihe an Entscheidungen der US-Regierung aus wirtschaftlicher Sicht sehr positiv für die deutsche Industrie sein kann. Hierbei sehen wir insbesondere die geplanten umfangreichen Investitionsmaßnahmen in die amerikanische Infrastruktur. Das sollte sich positiv auf die Aktienmärkte auswirken.

ChampionsNews: Kommt das gesamte Spektrum des deutschen Aktienmarktes in Ihrem Portfolio zum Einsatz? Hat die Unternehmensgröße eine Bedeutung für Ihre Portfoliozusammenstellung? Nach welchen Kriterien wählen Sie die Einzeltitel fürs Portfolio aus?

Funke: Das Anlageuniversum umfasst alle Werte des Dax, MDax, SDax und TecDax. Die Unternehmensgröße hat indirekt eine Bedeutung, da wir die Gewichtung in die einzelnen Anlagesegmente im Laufe des Kalenderjahres verändern. Empirische Analysen haben ergeben, dass in den ersten Monaten des Jahres Nebenwerte stärker sind. Viele Investoren haben zu Beginn des Jahres noch höhere Risikobudgets zur Verfügung und können somit benchmarkferner investieren. Nebenwerte profitieren von diesem Anlageverhalten. In den illiquideren Sommermonaten investieren wir eher in defensive Titel, wie etwa Adidas oder Fresenius Medical Care. Im letzten Drittel des Jahres haben wir Standardwerte aus dem Dax sehr hoch gewichtet. Diese Werte profitieren von den enger werdenden Risikobudgets der Portfoliomanager. Außerdem möchten viele Fondsmanager für das Jahresend-Reporting sichere Titel in ihren Büchern vorweisen, was klassischen Blue Chips ebenfalls Auftrieb verleiht.

ChampionsNews: Wo sehen Sie gerade interessante Investitionsmöglichkeiten am deutschen Aktienmarkt? Wie spiegeln sich diese in Ihrem Portfolio wider?

Funke: Wir haben uns in den letzten Monaten verstärkt dem Investment in Spin-offs gewidmet. In den USA ist das schon sehr etabliert, in Deutschland eher noch unbekannt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Tochter des Energieriesen Eon, Uniper. Durch die Abspaltung wurden Investoren automatisch Uniper-Aktien in ihr Depot gebucht. Nach der Abspaltung wurde der Titel von vielen Investoren verkauft, da diese die Aktie kaum kannten. Hierdurch war Uniper zunächst zu niedrig bewertet. Mit der Zeit ist das Potenzial der Eon-Tochter zunehmend erkannt worden, wodurch der Aktienkurs deutlich angestiegen ist. Da wir von Beginn an auf den Spin-off gesetzt haben, konnten wir in der Position im Portfolio des S4A Pure Equity Germany seit September ein Plus von rund 30 Prozent verzeichnen. Spin-offs bieten aus unserer Sicht eine interessante Renditechance, auf die wir auch in Zukunft weiter setzen wollen. Neben der Uniper-Aktie waren wir im vergangenen Jahr auch sehr erfolgreich mit Titeln wie Thyssen Krupp, Hochtief, Stada und der Deutschen Post.

„Wir lassen uns nicht von Prognosen beeinflussen“

Fundamental fehlbewertete Unternehmen im europäischen Nebenwertesegment sind für Marc Siebel, Gründer von Peacock Capital, besonders interessant. Sie fließen in das Portfolio des Peacock European Alpha Builder UI (LU0967289215) ein. Der Fonds nutzt dabei die hohen Bewertungsunterschiede innerhalb der Vielzahl der Aktien auf der Long- und Short-Seite aus. ChampionsNews sprach mit dem Fondsberater über „echte“ Long-Short-Strategien und die Suche nach den passenden Titeln im Universum der europäischen Nebenwerte auf dem Fonds professionell Kongress.

„Der Fokus liegt auf Unternehmen mit erheblichen Bewertungsanomalien“

Marc Siebel,
Peacock Capital
Marc Siebel: „Echtes Stock-Picking im Rahmen einer Long-Short-Strategie bringt einen wirklichen Mehrwert für den Investor“ (Foto: Alexander Habermehl)
Marc Siebel, geschäftsführender Gesellschafter Peacock Capital (Foto: Alexander Habermehl)

ChampionsNews: Herr Siebel, viele Long-Short-Produkte haben im vergangenen Jahr enttäuscht, obwohl der europäische Aktienmarkt auf Jahressicht mehrheitlich durchaus erfolgreich gewesen ist. Was haben Sie besser als die Wettbewerber gemacht?

Siebel: Ich denke, dass es vor allem an unserer Investmentphilosophie liegt, dass wir im vergangenen Jahr so erfolgreich gewesen sind.  Dafür sind wir auch vom Anlegermagazin „Euro“  2016 als bester Aktienfonds im Segment Absolute Return ausgezeichnet worden. Wir konzentrieren uns auf reines Stock-Picking auf der Long- und Short-Seite im Fonds. Titel, die bereits gut gelaufen sind und unter Umständen immer noch positive Ergebnisse liefern, aber aus Sicht der quantitativen Analyse bereits zu hoch bewertet sind, werden konsequent verkauft. Unser proprietärer Peacock Opportunity Filter hilft uns dabei, Verkaufsdisziplin zu wahren und andererseits antizyklisch in attraktiv bewertete und wachstumsstarke Unternehmen zu investieren. Wenig zuträglich bei vielen Long-Short-Fonds in 2016 war die Tatsache, dass extreme Sektorwetten gefahren wurden – der Hauptgrund für ein negatives Ergebnis vieler Fonds in 2016. Das hat sich gerade um die Brexit-Entscheidung und vor der Wahl des US-Präsidenten Donald Trump gezeigt, als beispielsweise das Gros auf defensive Titel gesetzt hat. Pharmaaktien haben etwa sehr bluten müssen und sind vielfach immer noch chronisch überbewertet. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Sektorrotationen zu schnell und unerwartet stattfinden, um damit Performance zu generieren. Taktisches Hin und Her kostet Geld. Ein überlegtes und langfristig orientiertes Investieren auf Basis von Bewertungskennzahlen in Einzeltitel halten wir für sinnvoller. Politische und gesamtwirtschaftliche Nachrichten sind für uns nicht relevant, dies beeinflusst unsere Investmententscheidungen nicht. Das war der wesentliche Grund für unsere Bestplatzierung in 2016 mit einem Kursplus von knapp zehn Prozent.

ChampionsNews: Viele Investoren bezeichnen sich gerne als Long-Short-Experte. Was aber macht eine „echte“ Long-Short-Strategie aus?

Siebel: Hier möchte ich auf den Begründer des ersten Hedgefonds, Alfred Winslow Jones, verweisen. Er hat das „echte“ Long-Short-Konzept geprägt, nach dem auch im Peacock European Alpha Builder UI investiert wird. Viele Long-Short-Fonds setzen ausschließlich auf Indexabsicherungen, wie etwa den Euro Stoxx 50. Damit verkaufen sie implizit Aktien, die mitunter gar nicht überbewertet sind, teilweise sogar erhebliches Erholungspotenzial aufweisen. Das kostet Performance. Das vierte Quartal 2016 ist der beste Beweis dafür. Andererseits gehen wir bei Unternehmen „short“, die sehr hoch bewertet sind (etwa bei KGVs von knapp 30), anfällige Geschäftsmodelle aufweisen und deren Management oftmals nicht transparent und fair vorgeht. Die Wahrscheinlichkeit fallender Kurse und damit das Gewinnpotenzial für Investoren sind damit um ein Vielfaches höher. Zum „echten“ Long-Short-Ansatz gehört es zudem, ein sehr geringes systematisches Aktienmarktrisiko zu haben, das heißt, der Fonds sollte dauerhaft eine geringe Aktienquote aufweisen, das Alpha des Stock-Pickers im Vordergrund stehen. Nur dann ist auch gewährleistet, dass das Konzept zu Aktien und Renten unkorreliert ist. Viele Manager gehen nur situativ und vereinzelt Short-Positionen ein und fahren eine hohe Aktienquote. Das erinnert mich mehr an die ehemals in Mode gekommenen 130-30-Fonds.

ChampionsNews: Sie kaufen unterbewertete Wertpapiere, während Sie gleichzeitig überbewertete Titel über Derivate verkaufen, um das Marktrisiko deutlich zu reduzieren. Wie setzen Sie das genau um? Und welche Instrumente kommen neben Aktien zum Einsatz, um Alpha zu generieren?

Siebel: Derzeit sind etwa 100 Einzeltitel im Portfolio auf die Long- und Short-Seite verteilt. Die Long-Positionen entsprechen 80 bis 85 Prozent des Fonds, der Rest wird in Cash gehalten. Eine Art Liquiditäts- oder Vorsichtskasse ist gerade bei Nebenwerten wichtig. Als Gegenpart zu den Long-Positionen enthält das Portfolio auch 50 Short-Positionen. Im regulierten UCITS-Mantel wird auf ein überschaubares Kontrahentenrisiko geachtet, nur zehn Prozent sind hier erlaubt. Diese Positionen erzielen bei fallenden Kursen automatisch Gewinne für den Fonds, bei stark fallenden Märkten sorgt dies für die gewollte Abfederung. Wichtig: Stock-Picking bedeutet auch immer, dass Einzeltitel nicht immer sofort in die gewollte Richtung laufen. Schwankungen sind auch hier auszuhalten. Allerdings liegt der maximale Drawdown bei nur 14 Prozent, die Volatilität bei sieben Prozent. Die Definition eines marktneutralen Long-Short-Fonds, wie beispielsweise von Morningstar gelebt, bezieht sich nur auf die Nettoaktienquote. Diese darf nicht höher als 30 Prozent liegen.

ChampionsNews: Wie filtern Sie die idealen Werte mit dem selbst entwickelten Peacock Opportunity Filter aus dem Anlageuniversum für das Portfolio heraus?

Siebel: Bei 4.000 europäischen notierten Aktien ist es keinem Team möglich, alle Werte individuell zu analysieren. Seit vielen Jahren hat sich deshalb eine quantitative Vorselektion bewährt. Mit unserem proprietären Peacock Opportunity Filter verkleinern wir das Universum auf 500 Titel. Aktien mit geringem Handelsvolumen und einer Marktkapitalisierung von unter 200 Millionen Euro fallen zudem heraus. Unser Filter wählt anhand bewährter Kennzahlen, die sowohl wachstums- als auch bewertungsorientiert sind, jedes Quartal die besonders attraktiven Titel aus. So werden die sehr günstigen und wachstumsstarken als Kaufkandidaten und die sehr teuren und verlustträchtigen für die Short-Seite herausgefiltert. Der Fokus soll auf wenige Unternehmen mit erheblichen Bewertungsanomalien gesetzt werden, da sich das langfristig erheblich auf die Rendite auswirkt. So liegt das KGV bei unseren Kauftiteln bei etwa elf, während die Titel für die Short-Seite mit einem KGV von knapp 30 absurd hoch bewertet sind. Die systematische Umsetzung hat historisch eine Rendite von neun Prozent nach Kosten im Jahr erzielt. Wenn wir auch in Zukunft die Hälfte an Performance erzielen, wären wir sehr zufrieden.

ChampionsNews: Sie betonen immer wieder die Bedeutung von Value Investing. Spielt dies überhaupt eine Rolle, wenn man marktneutral agiert?

Siebel: Hier unterscheiden wir uns von vielen Mitbewerbern am Markt. Die Mehrheit der Fondsmanager, die mit einem Absolute-Return-Ansatz agieren, steuert das Portfolio mithilfe von Risikoparametern. Volatilität und Tracking Error  bestimmen, welche Wertpapiere in den Fonds kommen. Viele neutralisieren ihre Länder- und Sektorpositionierungen, um das Risiko zu minimieren. Inwieweit ein Einzeltitel dabei fundamental völlig unterbewertet ist oder nicht, spielt eine nebensächliche Rolle. Value Investing beruht aber eben gerade auf der Tatsache, ein Wertpapier deutlich unter dem eigenen fairen Wert zu erwerben. Die Säulen „Einzeltitelanalyse“, „Marktunabhängigkeit“ und „Durchhaltevermögen“ sind dabei wichtig. Studien haben mittlerweile zweifelsfrei belegt, dass diese Strategie zu Ergebnissen deutlich oberhalb von Benchmarks führt. Bei unserem Long-Short-Konzept ist die Short-Seite eben die Kehrseite des Value Investings. Beispiele für Short-Positionen sind etwa die Aktien von Rocket Internet oder Avanti Communications. Diese Unternehmen waren  nicht nur absurd hoch bewertet, sondern konnten auch kein nachhaltiges Geschäftsmodell aufweisen. Cashflow ist bei diesen Unternehmen ein Fremdwort.

Aktuelles

Pressemitteilungen

Termine

ChampionsCall Stratton Street: The New Wealthy – Rendite mit Investment-Grade-Anleihen

Jetzt schon vormerken und anmelden. Vorgestelltes Fondskonzept: Stratton Street UCITS – NFA Global Bond Fund UI (LU1483930282)

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Live-Präsentation via Internet und Telefon:
Dienstag, 7. März 2017
11:00 Uhr

Anmeldung zum ChampionsCall

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Hier können Sie sich das Factsheet herunterladen.

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ChampionsCall JAR Capital: Absolute Return mit europäischen Corporates

Jetzt schon vormerken und anmelden. Vorgestelltes Fondskonzept: JAR Capital Sustainable Income Fund UI (LU1231245298/LU1231245611

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Live-Präsentation via Internet und Telefon:
Donnerstag, 30. März 2017
11:00 Uhr

Anmeldung zum ChampionsCall

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Hier können Sie sich das Factsheet herunterladen.

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Heute wissen, was morgen Erfolg hat

Jetzt anmelden: UI-ChampionsTour 2017

Zum sechsten Mal findet im März 2017 die erfolgreiche Kunden-Roadshow von Universal-Investment in Zusammenarbeit mit Jürgen Dumschat von der AECON Fondsmarketing GmbH statt. Lernen Sie die besondere Anlagestrategien von CONCEPT Vermögensmanagement, Habbel, Pohlig & Partner, Mandelbrot Asset Management, Peacock Capital, Portfolio Advice und Sigavest Vermögensverwaltung kennen, die eins gemeinsam haben: Sie alle waren bisher erfolgreich und gelten auch zukünftig als besonders aussichtsreich. Für Sie bedeutet das: viel Wissen und Know-how rund um die Kapitalmärkte in kompakter Form. Freuen Sie sich auf spannende Partner mit mehr als nur erstklassigen Konzepten.

Wenn Sie also früher als andere wissen wollen, welche Ideen und Strategien morgen zählen, merken Sie sich einen der folgenden Termine vor:

Mittwoch, 8. März 2017 – Düsseldorf (Hotel Intercontinental)
Donnerstag, 9. März 2017 – Frankfurt am Main (Marriott-Hotel)
Mittwoch, 15. März 2017 – München (Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski)
Donnerstag, 16. März 2017 – Stuttgart (Steigenberger-Hotel Graf Zeppelin Stuttgart)
Dienstag, 21. März 2017 – Berlin (Steigenberger-Hotel Am Kanzleramt)
Mittwoch, 22. März 2017 – Hamburg (Steigenberger-Hotel Hamburg)

Programmbeginn ist jeweils um 13:30 Uhr mit einem Welcome-Snack.
Vortragsbeginn ist um 14:00 Uhr.
Ausklang und Get-together mit Stehbuffet findet ab 18:30 Uhr statt.

Hier können Sie sich auch gleich zur UI-ChampionsTour anmelden

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Weitere Informationen zu den vortragenden Fondspartnern und ihren Konzepten:

Zur Anmeldung

Technologieaktien und Gold – Vermögensschutz in einem Fondskonzept

Referent: Thomas Bartling, Portfoliomanager, CONCEPT Vermögensmanagement

Ungelöste Krisen mit explodierenden Staatsschulden und gleichzeitig negativen Zinsen für vermeintlich sichere Anlagen bilden aktuell die Herausforderungen der Geldanlage. Dabei gilt es, mit gesundem Menschenverstand auch das Unmögliche zu denken sowie flexibel und handlungsaktiv zu bleiben. Der CONCEPT Aurelia Global ist ein vermögensverwaltender Mischfonds, dessen Aktienquote zwischen 0 und 100 Prozent variieren darf. Er fokussiert sich auf Sachwerte, im Besonderen eine Kombination von Technologie‐ und Konsumaktien mit physischen Edelmetallen. Das Fondsmanagement arbeitet dabei ohne Anlehnung an eine Benchmark. Der Fonds erzielt seit Auflegung im Oktober 2008 eine deutlich positive Performance bei geringer Volatilität.

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Qualität hat ihren Preis, Investieren statt spekulieren in europäische Aktien

Referent: Carsten Garbers, Analyst und Portfoliomanager, Habbel, Pohlig & Partner

Der HP&P Euro Select UI Fonds ist eine qualitätsorientierte, europäische Aktienstrategie mit einem vermögensverwaltenden Charakter. Der fundamentale Wert eines Unternehmens kann nur ermittelt werden, wenn zuvor dessen Qualität analysiert wurde. Dies bildet den Kern unseres Investmentprozesses. Des Weiteren lohnt sich bei stabilen Geschäftsmodellen eine langfristige Investition, bei der lediglich temporär die Investitionsquote angepasst wird. Als unabhängiger Vermögensverwalter nehmen wir uns zudem die Freiheit, die Kasse je nach Marktlage atmen zu lassen.

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Mandelbrot und Momentum – kann man den Markt schlagen?

Referent: Dr. rer. nat. Wilhelm Berghorn, Geschäftsführer, Mandelbrot Asset Management

Der Momentum‐Effekt gilt als Hauptanomalie im Kontext der Theorie der effizienten Märkte. Im Vortrag werden die Arbeiten von Benoît Mandelbrot zum Momentum‐Effekt erläutert. Dabei wird aufgezeigt, warum es keine effizienten Märkte gibt. Auf Basis dieser theoretischen Erkenntnisse wird außerdem  gezeigt, wie und warum sich mit modernen Technologien quantitative Investmentstrategien entwickeln lassen, die mittel‐ und langfristig deutliche Überrenditen ermöglichen.

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Doppelt hält besser – Wie „echtes“ Long-Short-Stock-Picking funktioniert

Referent: Marc Siebel, Geschäftsführer Peacock Capital

Peacock Capital steht für Investments abseits von Benchmarks und Standardinvestments. In seinem Spielfeld, dem äußerst heterogenen europäischen Wirtschaftsraum, findet der von Thomson Reuters mehrfach ausgezeichnete Small- und Mid-Cap-Spezialist Marc Siebel zu jeder Marktphase signifikante Fehlbewertungen in kaum beachteten Nischenunternehmen. Ein kompromissloser, risikokontrollierter Value‐Ansatz ermöglicht ein aktienmarktähnliches Renditeprofil bei einer Volatilität im einstelligen Bereich. Während die Aktienquote stets auf sehr niedrigem Niveau verharrt, wird sowohl auf der Long‐ als auch auf der Shortseite mit Einzeltiteln gearbeitet. Ein Grund dafür, warum der Peacock European Alpha Builder UI einer der ganz wenigen Long-Short‐Fonds ist, der sich im schwierigen Jahr 2016 beweisen konnte.

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Multi-Asset-Risikoprämien – marktunabhängiger Ertrag als Alternative zu Anleihen

Referent: Sergej Crasovschi, Geschäftsführer Portfolio Advice

Aktiv gesteuerte Multi-Asset-Risikoprämien sollten eine substanzielle Portfoliobeimischung sein, um nachhaltig stabile Erträge bei reduzierter Abhängigkeit von der generellen Marktentwicklung zu erwirtschaften. Der Absolute Return Multi Premium Fonds (A2AGM1 / A2AGM2) investiert grundsätzlich nicht direkt in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder ETFs. Stattdessen werden asymmetrische Risikoprofile aufgebaut unter Beachtung eines mehrstufigen stringenten Risikomanagements. Die Strategie ist weitgehend unabhängig von Prognosen und Markt-Timing. Mit einer Zielrendite von vier bis fünf Prozent nach Kosten bei einstelliger Volatilität richtet sich der Fonds vor allem an konservative Investoren.

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SIGAVEST Vermögensverwaltungsfonds UI – oder wie man besonders erfolgreiche Manager und ihre Strategien findet.

Referent: Christian Mallek, Geschäftsführender Gesellschafter SIGAVEST Vermögensverwaltung

Der aktienorientierte flexible Mischfonds SIGAVEST Vermögensverwaltungsfonds UI (DE000A0MZ317) kombiniert die Anlagestrategien besonders erfolgreicher Manager und führt diese zu einem effizienten Portfolio zusammen. Die in den letzten Jahren erwirtschaftete Rendite erzielte der Fonds dabei unter auffallend niedrigen Schwankungen. Dieses sehr gute Rendite‐Risiko‐Verhältnis honorierte die "Wirtschaftswoche" mit der Auszeichnung „Beste Vermögensverwalter 2016".

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Rückblick

Rückblick Fonds professionell Kongress 2017

Der Fondskongress in Mannheim war auch in diesem Jahr wieder ein wichtiges Ereignis für die Finanzbranche. Der Kongress gibt immer wieder die Möglichkeit, um sich mit altbekannten Kollegen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und viele interessante Vorträge von renommierten Ökonomen und Fondsmanagern zu hören. Universal-Investment präsentierte in einem gut gefüllten Auditorium unter dem Motto „Mannheim sucht den Superfonds“  die Fondspartner ACATIS Investment, Earth Resource Investment Group und Habbel, Pohlig & Partner.

Faik Yargucu, Geschäftsführer ACATIS Investment, stellte den ACATIS India Value Equities (DE000A141SG1) vor. Er verwies dabei auf die Vorzüge von Investments in den indischen Subkontinent. Das Land bietet nach wie vor sehr großes Potenzial, da es eine sehr junge Bevölkerung und eine stetig wachsende Mittelschicht aufweist, die unter anderem im Bereich Konsum noch einen hohen Nachholbedarf hat. Außerdem weise Indien derzeit ein Wachstum von acht Prozent bei einer Inflation von drei Prozent auf, das spreche ebenfalls für ein Investment in Indien, so Yargucu. Derzeit setzen die beiden Fondsberater Siddharth Mehta-Thomas und Krishnaraj Venkataraman, die ihren Heimatmarkt bestens kennen und vom indischen Bangalore aus den Fonds beraten, besonders auf unterbewertete Finanz- und IT-Dienstleister. Finanzdienstleister sollten von der stetigen Bekämpfung der Korruption im Land und IT-Dienstleister von der Abschottungspolitik des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump profitieren. Indien hat bereits mehr als 600 Aktiengesellschaften mit einer Marktkapitalisierung von jeweils mehr als 100 Millionen Euro. Trotz des schwierigen Marktzugangs für Ausländer können sich Investoren über den Fonds noch viele Value-Perlen erschließen.

Dr. Joachim Berlenbach präsentierte den Rohstofffonds Earth Exploration Fund UI (DE000A0J3UF6). Der renommierte Geologe und Fondsberater berichtete, das man im vergangenen Jahr vor allem mit Investments in Zink und in der ersten Jahreshälfte auch mit Goldaktien sehr erfolgreich gewesen ist. Schon 2015 deutete sich ein Zinkdefizit im Markt an, das allerdings von vielen Investoren ignoriert wurde. Der Zinkpreis ist 2016 um 61 Prozent gestiegen, während Gold im gleichen Zeitraum mit einem Plus von „nur“ acht Prozent aufwarten konnte, nachdem es in der zweiten Jahreshälfte zu Profitmitnahmen gekommen war, so Berlenbach. Dank geschickter Reduzierung der Volatilität durch taktisches Management der Bargeldquote und der richtigen Sektordiversifizierung entwickelte sich der Earth Exploration Fund UI besonders gut im letzten Jahr und verbuchte ein Plus von 63 Prozent. Zum Erfolg hätten vor allem die Übergewichtung in Gold- und Zinkaktien in der ersten Jahreshälfte, die taktische Erhöhung der Bargeldquote und Reduzierung des Goldanteils Anfang Oktober und das erneute Anheben des Goldanteils sowie die Erhöhung der Öl- und Urangewichtungen im vierten Quartal beigetragen. Mit Blick auf das laufende Jahr zählen vor allem Uran und weiterhin Zink zu Berlenbachs Favoriten. Auch rechnet er mit einem steigenden Goldpreis aufgrund der sinkenden Minenproduktion über die nächsten Jahre. Auch beim Ölpreis deutet sich angesichts der Einschnitte bei der OPEC-Produktion eine stetige Erholung an. Der Fokus liegt auf einem diversifizierten Rohstoffportfolio mit taktischem Management der Bargeldquote, so Berlenbach weiter. 

Carsten Garbers, Investmentanalyst und Fondsmanager bei Habbel, Pohlig & Partner, berichtete über das Konzept des HP&P Euro Select UI Fonds (DE0009790766). Der Fonds investiert in europäische Qualitätsaktien. Die entscheidenden Kriterien bei der Analyse der Unternehmen sind deren Bilanzqualität, Rentabilität sowie das Wachstum und die Stabilität des Geschäftsmodells. Vergleicht man den MSCI World Quality Index mit dem MSCI World, so konnten Qualitätsaktien eine deutlich höhere Rendite bei geringerer Volatilität über die vergangenen 25 Jahre erzielen. Als Beispiel für eine Qualitätsaktie nannte Garbers den niederländischen Informationsdienstleister Wolters Kluwer, der durch seine Stabilität des freien Cashflows und seine derzeit sehr attraktive Börsenbewertung besticht. Gemessen an den globalen Exporten, die seit 2007 gerade einmal durchschnittlich um ein Prozent pro Jahr gestiegen sind, zeigt sich die Weltwirtschaft nicht in bester Verfassung. Dementsprechend misstraut Garbers dem „Trump Jump“, von dem insbesondere zyklische Werte aus seiner Sicht aktuell befeuert wurden. Das aktuelle Umfeld entspreche vor allem für Investments in Qualitätsaktien, so Garbers. Der HP&P Euro Select UI Fonds konnte auch in den letzten zehn Jahren überzeugen. Im Zeitraum 2006 bis 2016 erzielte der Fonds eine jährliche Wertentwicklung von 4,4 Prozent bei einer Volatilität von 15,6 Prozent, während der Index MSCI Europe (GDR) im gleichen Zeitraum eine jährliche Rendite von 3,2 Prozent bei einer Volatilität von 20,8 Prozent aufwies.

Außerdem präsentierte Universal-Investment zahlreiche Fondspartner an ihrem Unternehmensstand. Viele interessante Gespräche zwischen Messebesuchern, Fondspartnern und den Mitarbeitern von Universal-Investment kamen so zustande. Wie schon in den vergangenen Jahren gab es zum Ausklang des ersten Messetages frisch gezapftes Weißbier, Brezeln und Kaminwurzen. So konnten die begonnenen Fachgespräche in ungezwungener Atmosphäre weiter vertieft werden.

Hier können Sie sich auch den Live-Mitschnitt des Vortrags „Mannheim sucht den Superfonds“ anschauen.

Auszeichnungen

BKC Treuhand Portfolio als Stiftungsfonds des Jahres 2017 ausgezeichnet

Zum wiederholten Male ist der defensive Mischfonds BKC Treuhand Portfolio (DE000A0YFQ92) als Stiftungsfonds des Jahres ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird jährlich vom Magazin zur Pflege des Stiftungsfondsvermögens „Renditewerk“ vergeben. Der „BKC Treuhand Portfolio“ habe im Jahresvergleich 2016 eines der besten Jahresergebnisse aller Stiftungsfonds erreicht, so die Jury von „Renditewerk“.  Fondsberater Bernhard Matthes vertrete ein im Stiftungsfondsbereich eher selten anzutreffendes Multi-Asset-Konzept, das im Kern möglichst viele Renditequellen (Anlageklassen) neben Aktien und Anleihen erschließen möchte und das sich in den Turbulenzen zu Beginn des vorigen Jahres besonders bewährt habe.

Deutscher Fondspreis 2017 für ACATIS Datini Valueflex Fonds B und Leonardo UI

In diesem Jahr haben die Fonds „ACATIS Datini Valueflex Fonds B" (DE000A1H72F1) und „Leonardo UI" (DE000A0MYG12) den Deutschen Fondspreis des Fachmagazins „Fonds professionell“ in der Kategorie „Mischfonds global flexibel“ erhalten. Dr. Hendrik Leber, Fondsberater des ACATIS Datini Valueflex Fonds B, und seine Branchenkollegen Dr. Norbert Hagen und Dr. Viktor Papst von der I.C.M. Investmentbank, Asset Manager des Leonardo UI, wurden für ihre Leistungen auf dem Fonds professionell Kongress ausgezeichnet.

€uro-Fund Awards 2017: Auszeichnungen für Fondspartner von Universal-Investment

Auch in diesem Jahr haben Fondspartner von Universal-Investment die begehrten €uro Fund Awards erhalten. So konnte der DEGUSSA BANK-UNIVERSAL-RENTENFONDS (DE0008490673) in der Kategorie „Mischfonds überwiegend Renten“ im Zeitraum über drei Jahre den dritten Platz, über fünf Jahre den zweiten Platz und über 20 Jahre den dritten Platz erringen. Der ACATIS Datini Valueflex Fonds B (DE000A1H72F1) erzielte in der Kategorie „Mischfonds Aktien und Anleihen“ über den Zeitraum von einem Jahr den dritten Platz und über fünf Jahre den ersten Platz. Der ACATIS IfK Value Renten UI (DE000A0X7582) erzielte in der Kategorie „Unternehmensanleihen Euro Investment Grade“ über den Zeitraum von einem Jahr den zweiten Platz, über fünf Jahre den dritten Platz. Außerdem errang der Earth Exploration Fund UI (DE000A0J3UF6) in der Kategorie „Aktienfonds Rohstoffe“ über den Zeitraum von drei Jahren den dritten Platz. Der Earth Gold Fund UI (DE000A0Q2SD8) erzielte in der Kategorie „Aktienfonds Goldminen“ über den Zeitraum von einem Jahr einen dritten Platz. Der FPM Stockpicker Germany Small/Mid Cap (LU0207947044) errang in der Kategorie „Aktienfonds Deutschland Nebenwerte“ im Zeitraum über einem Jahr den zweiten Platz. Sehr erfolgreich schlug sich auch der Peacock European Alpha Builder UI (LU0967289215) in der Kategorie „Absolute Return Aktien“; er kam über den Zeitraum von einem Jahr auf den ersten Platz. Der CHOM CAPITAL Active Return Europe UI (DE000A1JUU46) erzielte in der Kategorie „Aktienfonds Europa mit Großbritannien” über den Zeitraum von drei Jahren den dritten Platz. Der XAIA Credit Debt Capital P (LU0644385733) belegte in der Kategorie „Absolute Return Sonstige“ über den Zeitraum von einem Jahr den ersten Platz. Außerdem errang der Paladin ONE (DE000A1W1PH8) in der Kategorie „Aktienfonds Deutschland Nebenwerte“ über den Zeitraum von einem Jahr den ersten Platz.

Fonds

Mit Anleiheinvestments zum Krisengewinner

Aufgrund negativer Zinsen in Europa und der Zinswende in den USA suchen Investoren nach alternativen risikoarmen Strategien im Anleihemarkt. Eine davon sind Negative-Basis-Transaktionen. Der Anleihe- und Credit-Spezialist nordIX setzt bereits seit einigen Jahren Portfolios mit diesem Konzept für institutionelle Spezialfonds um. Seit August 2016 wird diese Anlagestrategie auch in einem gemeinsam mit Universal-Investment aufgelegten Publikumsfonds angewandt. Wie Negative-Basis-Transaktionen im nordIX Basis UI (DE000A2AJHG7/DE000A2AJHF9) umgesetzt werden, berichtet Claus Tumbrägel, Vorstand von nordIX,  im Gespräch mit ChampionsNews auf dem Fondskongress in Mannheim.

Auch in mauen Zeiten können mit Verwerfungen am Rentenmarkt Renditen erwirtschaftet werden (Foto: istockphoto/dhughes9)

ChampionsNews: Herr Tumbrägel, Sie setzen mit Ihrer Investmentstrategie auf das Konzept der negativen Basis. Wie setzen Sie diese Strategie im nordIX Basis UI um?

Tumbrägel: An den Rentenmärkten gibt es aufgrund von Verwerfungen, Illiquidität und Intransparenz regelmäßig Situationen, bei denen die Rendite einzelner Anleihen größer ist als die Kosten für die Absicherung des Ausfallrisikos. Hier setzen wir mit dem nordIX Basis UI an. Positionen mit negativer Basis können einen planbaren, marktneutralen und absoluten Ertrag zum Ende der Laufzeit des zugrunde liegenden Rententitels erzielen. Außerdem ist die Regel, dass bei solchen Transaktionen die negative Basis während der Laufzeit der Anleihe regelmäßig auch wieder abnimmt, dadurch können Transaktionen oft schon nach wenigen Monaten geschlossen werden, wodurch der absolute Ertrag bereits vor der Endfälligkeit des zugrunde liegenden Titels erreicht wird. Da Zinsswaps und Kreditausfallversicherungen, sogenannte Credit Default Swaps, verwendet werden, sind alle ökonomischen Risiken vollständig abgesichert. Ausfall- und Zinsänderungsrisiken werden eliminiert.

Claus Tumbrägel, Vorstand nordIX (Foto: nordIX)

ChampionsNews: Welche Faktoren müssen Sie beachten, um Ihr Portfolio zusammenzustellen?

Tumbrägel: Das aktive Management eines Fonds mit einem Negative-Basis-Konzept erfordert viel Arbeit, da eine hohe Anzahl von Transaktionen mit einer Ticketgröße von typischerweise drei bis fünf Millionen Euro durchgeführt werden müssen. Zu einer Anleihe muss immer ein passender Credit Default Swap und Zinsswap gefunden werden. Das kann eine durchaus komplexe Aufgabe sein. Wenn dann auch noch in Titel in Fremdwährungen investiert werden soll, müssen zusätzlich auch noch die Währungsrisiken abgesichert werden. Durch unsere langjährige Expertise – die Strategie wird seit einigen Jahren bereits erfolgreich in institutionellen Mandaten umgesetzt – und die guten Kontakte zu lokalen Brokern in den unterschiedlichsten Märkten USA, Kanada, Südeuropa, Asien et cetera sind wir in der Lage, auch in angespannten Marktphasen genug Opportunitäten identifizieren zu können. Nur mit einem aktiven Management lässt sich ohne Ausweitung des Risikos eine durchschnittliche Rendite von zwei Prozent nach Kosten für den Investor erzielen. Die Haltedauer eines Titels beträgt zwischen einigen Tagen und im Idealfall bis zu sechs Monate. Das ist immer abhängig davon, wie sich die negative Basis entwickelt.

ChampionsNews: Wenn Sie viele Trades durchführen müssen, spielt die Cashquote sicherlich auch eine wichtige Rolle für Sie … 

Tumbrägel: Das in der Tat so. Da das Portfolio aktiv gemanagt wird, steuern wir natürlich auch die  Liquiditätsgröße im Portfolio und passen diese den jeweiligen Marktgegebenheiten an. Kaufgelegenheiten können sich immer spontan und schnell ergeben. Dann muss kurzfristig gehandelt werden, wofür eine entsprechende Liquidität notwendig ist. Voll investiert zu sein, ist deshalb selten eine Option für uns. Gerade in sehr unruhigen und volatilen Märkten, wie wir sie seit einigen Jahren erleben, bieten sich viele Investmentmöglichkeiten, die es dann mit der vorgehaltenen Liquidität zu nutzen gilt.

ChampionsNews: Wann sprechen wir konkret von Marktverwerfungen, die als Investment genutzt werden können?

Tumbrägel: Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die eine Investitionsmöglichkeit für einen Negative-Basis-Investor bieten. Unterschiedliche Handelsvolumina können typischerweise zu Preisunterschieden auf dem Anleihemarkt und dem CDS-Markt führen. So genießen etwa Anleihen von mittelgroßen Emittenten deutlich weniger Aufmerksamkeit, wenn sie in fremder Währung und an einem ausländischen Markt gehandelt werden. Dies kommt etwa vor, wenn ein kleineres europäisches Unternehmen Anleihen in US-Dollar emittiert. Hier erkennen wir oft, dass die Preisbestimmung für die Anleihen durch Ursachen beeinflusst wird, die auf dem Markt für die Credit Default Swaps, der von Banken, Hedgefonds und anderen professionellen Marktteilnehmern dominiert wird, ganz anders gewichtet werden.

Auch bei Verkaufswellen, die in echten oder auch vermeintlichen Krisenzeiten zu beobachten sind, finden sich interessante Anleihebewegungen, die vom CDS-Markt nicht immer vollständig nachvollzogen werden und so Möglichkeiten für eine attraktive Arbitrage eröffnen. Wie Sie sehen, sind schwierige Marktsituationen für unser Geschäft vorteilhaft und bieten entsprechend viele Chancen, um für Investoren einen Mehrwert zu erzielen.

Fokus auf Anleihen mit hoher Liquidität

Rentenpapiere bieten derzeit auf den ersten Blick wenig ansprechende Renditen. Im Gespräch mit ChampionsNews erläutert Roman Kostal, Portfoliomanager und Investmentanalyst bei Oechsle International Advisors, der auch den ART Global Fixed Income UI AK I EUR (DE000A14UV94) berät, welche Anleihen derzeit vielversprechend sind und mit welchen Zinsentwicklungen in den kommenden Monaten im Euroraum und den USA zu rechnen sind.

Die Europäische Zentralbank will das Anleiheankaufprogramm bis Ende 2017 verlängern (Foto: istockphoto.com/meinzahn)

ChampionsNews: Herr Kostal, in Zeiten von Niedrigzinsen wird es immer schwieriger, interessante Rentenpapiere für das Portfolio zu finden. Wie wählen Sie die passenden Renten für das Portfolio aus? Wie sieht Ihr Investmentansatz aus?

Kostal: Da deutsche Anleger derzeit mit einer aktuellen Rendite von unter 0,5 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen und einer Realverzinsung von minus 1,5 Prozent kaum in der Lage sind, ihre Ertrags- und Renditeziele zu erreichen, ist es an der Zeit, den Blick über den bisherigen Anlagehorizont hinaus auf neue Bereiche zu richten. Unser Investmentansatz fokussiert auf globale Märkte. Länder-, Sektoren-, Durations- und Währungsauswahl spielen in unserem Investmentansatz eine bedeutende Rolle. Unterschiede sowohl bei Wachstums- und Inflationsraten als auch im politischen Umfeld sowie bei den Bonitätsbewertungen bieten etliche Möglichkeiten, den Ertrag für das Portfolio zu steigern. Zahlreiche ausländische Anleihemärkte rentieren derzeit im Vergleich zu europäischen Anleihen, die durch die Ankaufsprogramme der Europäischen Zentralbank (EZB) extrem überbewertet sind, deutlich höher. In der jüngsten Vergangenheit sind die Zinsen in vielen Ländern aufgrund der steigenden Inflationserwartungen deutlich nach oben geschnellt. Wir gehen von einem weiteren Anstieg um circa 50 Basispunkte (zehnjährige US-Treasury von derzeit 2,5 auf drei Prozent) während der ersten Hälfte des laufenden Jahres aus. Ab da könnten die Inflationserwartungen wieder abflachen und die Zinsen sich auf dem Niveau einpendeln.

ChampionsNews: Gerade aufseiten der Staatsanleihen wird es besonders schwierig, noch rentierliche Papiere für das Portfolio zu finden. Investieren Sie derzeit in Government Bonds? Wo sind aus Ihrer Sicht derzeit noch attraktive Renditen in diesem Segment zu finden? Muss man dafür bei den Ratings Abstriche machen und bereit für mehr Risiko sein?

Kostal: Wir investieren grundsätzlich in Anleihen mit hoher Bonität (Minimum Investment Grade). Im jetzigen Marktumfeld von globalen Reflationsbemühungen bevorzugen wir Anleihen mit hoher Liquidität, um schneller Umschichtungen vornehmen zu können. Hierunter fallen neben Staatsanleihen auch sogenannte Quasi-Staatsanleihen und supranationale Institutionen. Das sind allerdings im Moment vorwiegend Anleihen ausländischer Staaten, die unter Risikogesichtspunkten wesentlich attraktivere Renditen bieten. Obwohl Kern-Staatsanleihen aus dem Euroraum eine der höchsten Bewertungen der Rating-Agenturen genießen und als sichere Anlagen gelten, sehen wir bei diesen Bonds zurzeit die größten Risiken. In Euroland geht eine Schere auf, die früher oder später wieder zugehen muss. Während zehnjährige Bundesanleihen unter 0,5 Prozent rentieren, steigen die Inflationserwartungen deutlich an. Wir glauben, dass die Rendite wenigstens annähernd die künftige Inflationsrate erreichen sollte, um fair bewertet zu sein. Die Forward-Inflationsrate liegt für die nächsten Jahre bereits bei ungefähr 1,8 Prozent. Das bedeutet, dass ein Anstieg um mindestens 100 Basispunkte bevorsteht.

Viele Investoren halten große Positionen in Kern-Staatsanleihen aus dem Euroraum, weil sie nach wie vor Angst haben, bei einer Anlage in anderen Asset-Klassen Geld zu verlieren. Sollte die EZB demnächst ihre Rhetorik ändern und ein Ende der Ankaufsprogramme ankündigen, wie von uns erwartet, wird die Bereitschaft, das Vermögen zu null Prozent oder gar bei einem negativen Zins zu parken, abnehmen und die Zinsen deutlich ansteigen lassen. Eine ähnliche Situation ist in Japan, mit der Ausnahme, dass die Nullzinspolitik der Bank of Japan dort noch länger anhalten könnte. Deshalb finden Sie im Moment weder Bundesanleihen noch japanische Staatsanleihen im Portfolio. Wir übergewichten Länder wie Australien, Neuseeland oder Polen, wo wir durch den höheren Kupon einen stärkeren Risikopuffer erhalten.

ChampionsNews: Unternehmensanleihen haben eine eher untergeordnete Bedeutung im Portfolio. Wann kommen Corporates bei Ihnen zum Einsatz? Könnte eine höhere Quote von Unternehmensanleihen derzeit nicht die Rendite erhöhen?

Kostal: Unternehmensanleihen spielen in unserem Investmentansatz eine untergeordnete Rolle. Wir mischen Spread-Produkte und hochwertige Unternehmensanleihen bei, wenn wir einen Mehrwert aus dieser Asset-Klasse für unsere Kunden erwarten. Erfahrungsgemäß laufen Spreads dann zusammen, wenn sich die Wirtschaften in einer Übergangsphase von Kontraktion zu Expansion befinden und die Renditestrukturkurven sich versteilen. Da wir uns aber momentan in einem Trend der Verflachung der Zinskurven befinden und dieser sich auch – unserer Ansicht nach – fortsetzen wird, sehen wir keinen nennenswerten Mehrwert in diesem Marktsegment. Wenn man sich diese Asset-Klasse näher ansieht, stellt man fest, dass die momentane Lage auf dem Markt für Unternehmensanleihen nicht viel anders ist als bei Kern-Staatsanleihen. Bei soliden Unternehmen geht die Rendite gegen null. Erschwerend kommt hinzu, dass die EZB seit März 2016 auch Unternehmensanleihen aufkauft. Dies führte zu einem deutlichen Renditerückgang. Es gibt inzwischen zahlreiche Unternehmensanleihen, die mit negativen Renditen handeln. Wer mehr Zins haben will, muss unter Investment Grade gehen, also das Risiko wesentlich erhöhen.

ChampionsNews: Die EZB hält sich mit möglichen Zinserhöhungen derzeit noch zurück, während die US-amerikanische Fed bereits den nächsten moderaten Zinsschritt vorbereitet. Mit welchen weiteren Zinsentwicklungen müssen wir im Euroraum und den USA nach Ihrer Ansicht rechnen?

Kostal: Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen stärker, und wahrscheinlich schneller, als momentan eingepreist ist, anheben wird. Auch die Haltung der EZB wird sich im Verlauf des Jahres in Richtung Normalisierung der ultra-expansiven Geldpolitik verändern. Mehrere konjunkturelle Frühindikatoren überraschen auf der positiven Seite, so dass eine Wachstumsbelebung der Weltwirtschaft in 2017 zu erwarten ist. In den USA steigen die Frühindikatoren angesichts von Hoffnungen auf eine stärkere Konjunkturbelebung, die von einer expansiveren Fiskalpolitik, Steuersenkungen und einer Deregulierung durch die neue Regierung ausgelöst werden, teilweise auf das höchste Niveau seit mehr als einem Jahrzehnt.

Parallel hierzu ziehen die Inflationserwartungen weltweit spürbar an. Dabei dürfte es sich aber nicht um einen nachhaltigen Inflationstrend handeln, der die große Zinswende bedeutet. Eine genauere Analyse zeigt, dass der beschleunigte Preisanstieg sehr stark auf den Basiseffekt der vor Jahresfrist merklich niedrigeren Rohölpreise zurückgeht. Die Inflationsrate wird sich voraussichtlich ab dem dritten Quartal verflachen und später sogar leicht wieder zurückbilden. Auf absehbare Zeit sollten die Inflationsraten und die Zinsen jedoch niedrig bleiben, weil die Schulden, die die Länder nach der Finanzkrise auf sich geladen haben, Wachstum dämpfen und Ausgaben einschränken werden. Würden die Zinsen am langen Ende markant steigen, würde das Geldsystem unter der eigenen Zinslast kollabieren. Da dies aber den Notenbanken bekannt ist, lassen sie es nicht so weit kommen. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Geldpolitik der Zentralbanken sich zwar Richtung neutrale Raten bewegen wird, nach wie vor aber relativ niedrig bleiben dürfte, da den G4-Staaten (USA, Japan, Deutschland und Großbritannien) eine längere Periode mit stagnierender Konjunktur, gefolgt von nur moderaten Wachstumsraten bevorsteht. Dies könnte das langfristige Kapital verstärkt in Länder mit höherem Wachstumspotenzial und besser verzinsten Anleihen treiben.

Peacock Capital: Wie echtes Long-Short-Stock-Picking funktioniert

41 Milliarden Euro haben die Deutschen allein im Zeitraum Januar 2015 bis Oktober 2016 in vermögensverwaltende Mischfonds investiert. Doch spätestens mit der Erkenntnis, dass diese Konzepte in Zeiten steigender Zinsen auch deutlich ins Minus rutschen können, suchen viele Investoren nach überzeugenden Alternativen. Hier rückt die Asset-Klasse der Long-Short-Strategien in den Fokus. Der Peacock European Alpha Builder UI (LU0967288084/LU0967289215) von Peacock Capital lag Ende 2016 mit knapp zehn Prozent Kursplus deutlich vor den Mitbewerbern, die zum Teil mit negativen Ergebnissen abschlossen.

Marc Siebel, geschäftsführender Gesellschafter von Peacock Capital, erläutert im ChampionsCall mit Volker Schilling, GREIFF capital management, die Gründe für die gute Wertentwicklung und geht auf diverse Fallstricke bei der Umsetzung von Long-Short-Strategien ein. Anhand von konkreten Beispielen erläutert Siebel, welche Fehler es hierbei zu vermeiden gilt. Zudem wird der auf dem Value-Investing-Ansatz beruhende Investmentprozess dargestellt und gleichzeitig die Vorteile einer langjährigen Small- und Mid-Cap-Expertise herausgearbeitet.

Im Gespräch: Marc Siebel, geschäftsführender Gesellschafter und Managing Partner von Peacock Capital, und Volker Schilling, Vorstand GREIFF capital management.

Fondspartner im Interview

HQ Trust ist eines der ältesten und größten unabhängigen Multi Family Offices in Deutschland, das nur dann eigene Fonds auflegt, wenn für eine Strategie kein qualitativ überzeugender Fonds auf dem Markt gefunden werden kann. Genauso auch beim HQT GLOBAL QUALITY DIVIDEND FONDS (LU1499563440). Der global anlegende Dividendenfonds investiert in 22 attraktiv bewertete Qualitätsunternehmen und hat damit ein sehr konzentriertes Portfolio.

Interview: Marcel Müller, Partner bei HQ Trust, und Sven Lehmann, Portfoliomanager bei HQ Trust

Der Fokus beim Investmentprozess liegt auf der Dividendenstabilität von Qualitätsunternehmen. Marcel Müller, Partner bei HQ Trust, und Sven Lehmann, Portfolio Manager bei HQ Trust, geben im Interview mit Malte Dreher von „Das Investment“ einen kurzen Einblick zu den wichtigsten Fakten des Fonds und erklären, warum sie mit ihrer Strategie so erfolgreich sind.

Wenn Sie noch mehr über die Fondskonzepte der Fondspartner von Universal-Investment erfahren möchten, besuchen Sie einfach den You-Tube-Kanal von Universal-Investment. Dort finden Sie zahlreiche Interviews und Vorträge mit unseren Fondspartnern und Universal-Investment selbst.

Mehrwert in allen Phasen

Mischfonds erleben seit einiger Zeit eine Blüte, da sie den richtigen Mix aus Aktien und Anleihen versprechen, mit dem Investoren in allen Marktphasen gewappnet sind. Da Anleihen derzeit jedoch so gut wie keine oder gar negative Renditen bieten und deshalb angesichts drohender Kursverluste als Sicherheitskomponente nicht mehr verlässlich sind, ist die Suche nach einer rendite- und risikooptimierten Alternative gefragt. Der Mehrwertphasen Balance UI (DE000A2ADXC6) kann hier eine Lösung sein. ChampionsNews sprach mit Fondsberater Jürgen Dumschat auf dem Fonds professionell Kongress über die Einteilung von Fondswertentwicklungen in Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen und deren Kombination zugunsten eines Mehrwerts für den Investor.

Jürgen Dumschat: „Es macht wenig Sinn, wenn Fonds dann gleichermaßen im Portfolio verlieren, obwohl sie eigentlich als ausgleichende Komponente funktionieren sollen" (Foto: AECON Fondsmarketing)

ChampionsNews: Herr Dumschat, Sie investieren in vermögensverwaltende Zielfonds, deren Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen so kombiniert werden sollen, dass einerseits Verluste abgefedert und andererseits adäquate Renditen erzielt werden. Welcher Grundgedanke steht hinter diesem Konzept?

Dumschat: Als Erstes sollte sich jeder Investor bewusst machen, dass es nicht darauf ankommt, nur die besten Fonds in einem Dachfonds zu vereinen, sondern der Tatsache mehr Gewicht geben, wie unterschiedliche Fonds in einem Portfolio sinnvoll zusammenpassen. Außerdem haben die Investoren auch sehr verschiedene Vorstellungen von der Definition der „besten Fonds“, da jeder Investor andere Messgrößen heranzieht. Auch macht es wenig Sinn, sich auf Kriterien wie etwa die Sharpe Ratio zu verlassen, weil gerade bei vermögensverwaltenden und alternativen Fonds Kennzahlen dieser Art sich oft entgegengesetzt zu den Marktbewegungen verändern. Ähnlich verhält es sich mit Korrelationen, auf die man sich gerne als Richtgröße verlässt. Auch hier stößt der Investor an Grenzen, wenn er versucht, gering oder gar negativ korrelierende Fonds miteinander zu kombinieren, denn Korrelationen sind selten dauerhaft konstant. Es macht wenig Sinn, wenn Fonds dann gleichermaßen verlieren, obwohl sie eigentlich eine ausgleichende Komponente im Portfolio sein sollten.

ChampionsNews: Wie setzen Sie den optimalen Portfoliomix nun um?

Dumschat: Der Ausgangspunkt für den richtigen Portfoliomix sollten immer erst die Fragen sein: Wie viel Risiko möchte der Anleger eingehen? Wie viele Verluste kann er akzeptieren und aushalten? Hier setzt die Strategie des Mehrwertphasen Balance UI an. Als Erstes werden überdurchschnittlich gute Multi-Asset- und Alternative-Fonds ausgewählt, deren Entwicklung sich im Vergleich zum Markt auch nachvollziehbar mit ihrem konzeptionellen Ansatz deckt. Im nächsten Schritt kommt die besagte Einteilung der Fonds in Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen zum Einsatz, die auf täglicher Basis berechnet werden. Von einer Mehrwertphase sprechen wir, wenn ein Fonds den bisherigen historischen Höchststand innerhalb von bis zu 90 Tagen erneut erreicht oder überschreitet. Um ein optimales Portfolio zu erhalten, müssen nun die Fonds herausgefiltert werden, deren Überlappung der Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen bestmöglich zusammenpassen, um mögliche Drawdowns zu minimieren und einen Mehrwert für den Investor zu erzielen. Dabei sollen für das Gesamtportfolio niemals mehr als zehn Prozent des zuletzt erreichten Höchststandes verloren gehen. Durch das konstante Monitoring des Portfolios kann ein möglicher Anpassungsbedarf bei Einzelfonds im Portfolio jederzeit schnell festgestellt werden.

ChampionsNews: Wie groß ist das Universum der möglichen Zielfonds für den Mehrwertphasen Balance UI? Welche Fonds befinden sich derzeit im Portfolio?

Dumschat: Das Universum vermögensverwaltender Multi-Asset- und Alternative-Fonds liegt bei etwas mehr als 1.900 Produkten. Davon kommen wiederum 150 bis 200 als mögliche Zielfonds in Betracht. Aktuell haben wir 24 Fonds in unserem Portfolio. Es kommen dabei auch oftmals Fonds zum Einsatz, die der breiten Masse noch nicht so bekannt sind, uns aber durch die langjährige Erfahrung in der Finanzbranche und der Kenntnis des Fondsmanagements überzeugen. Dazu zählen derzeit etwa der WHC Global Discovery (DE000A0YJMG1) oder der IP White (LU1144474043). 

Marktunabhängige Rendite mit Risikoprämien

In Zeiten niedriger Zinsen wird es immer schwieriger, eine auskömmliche Rendite zu erzielen. Sergej Crasovschi, Gründer und Geschäftsführer der Investmentboutique Portfolio Advice, geht mit der Beratung des Absolute Return Multi Premium Fonds (DE000A2AGM18/DE000A2AGM26) daher einen anderen Weg, um für den Investor einen Mehrwert zu erzielen. Im Gespräch mit ChampionsNews berichtet Crasovschi, warum der Einsatz von Derivaten in Verbindung mit einem Investmentansatz, der unabhängig von Markt-Timing und Prognosen ist, gerade im aktuellen Marktumfeld Vorteile bietet.

Aktives und prognosefreies Investmentmanagement kann sich positiv auf das Portfolio auswirken (Foto: istockphoto.com/fizkes)
Sergej Crasovschi, Gründer und Geschäftsführer der Investmentboutique Portfolio Advice

ChampionsNews: Was unterscheidet den Absolute Return Multi Premium Fonds von anderen Multi-Asset-Fonds?

Crasovschi: Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist sicherlich, dass der Absolute Return Multi Premium Fonds keine klassischen Anlagen tätigt. Der Fonds investiert nicht direkt in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder ETFs, um weniger abhängig von der generellen Marktentwicklung zu sein. Weiterhin werden grundsätzlich keine quantitativen Modelle oder Smart-Beta-Ansätze genutzt, es handelt sich um ein aktives und diskretionäres Management. Entscheidend ist auch, dass die Strategie nicht auf Portfolio-Optimierungen beruht, wie zum Beispiel auf Modellen von Markowitz. Es werden keine zukünftigen Renditen oder Risiken geschätzt. Deshalb ist das Konzept auch nicht von solchen Fehlern betroffen, zum Beispiel durch eine deutliche Veränderung von Korrelationen. Durch den Verzicht auf Investments in Anleihen hat der Fonds de facto so gut wie kein Durationsrisiko, das insbesondere im aktuellen Marktumfeld sehr schmerzhaft sein kann. Stattdessen investieren wir in globale Multi-Asset-Risikoprämien, die vor allem aktiv gehandelt werden. Durch die Nutzung von asymmetrischen Risikoprofilen (Derivaten) versuchen wir, eine stabile und marktunabhängige Rendite von vier bis fünf Prozent pro Jahr nach Kosten zu erwirtschaften, während die Volatilität mit unter zehn einstellig bleiben soll. In den meisten Portfolien sollte der Absolute Return Multi Premium Fonds somit gute Diversifikationseigenschaften mitbringen, da sowohl der Ansatz als auch die verwendeten Instrumente deutlich unterschiedlich zu traditionellen Investment sind.

ChampionsNews: Wieso ist es aus Ihrer Sicht sinnvoller und vor allem mit weniger Risiko verbunden, nicht direkt in klassische Asset-Klassen, wie etwa Aktien und Renten, zu investieren?

Crasovschi: In der Finanzindustrie werden solche Mischportfolien oft auf Basis der Markowitz-Theorie erstellt. Für diese Modelle muss man die zukünftigen Renditen und Risiken einer Asset-Klasse abschätzen, um das optimale Verhältnis der Anlagen herauszufinden. Das Problem dabei ist, dass die Prognosen in der Realität meist nicht zutreffend sind. Insbesondere die Risiken, inklusive der Korrelationen, steigen in Stressphasen überproportional an und können somit zu deutlichen Portfolioverlusten führen. In der Vergangenheit war das noch weniger relevant, da aufgrund des 30-jährigen Zinssenkungszyklus die Kurse von Anleihen tendenziell immer gestiegen sind und somit einen Ausgleich zu fallen Aktienkursen bieten konnten.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld kann es aber bei steigenden Zinsen auch sehr schnell in die andere Richtung ausschlagen, wie im letzten Jahr zum Beispiel in den USA zu beobachten war. Speziell auf das Jahr 2017 bezogen sollte sich jeder Investor fragen, ob es grundsätzlich noch attraktiv ist, in Aktien oder Anleihen zu investieren. Aktien sind global ziemlich hoch bewertet und bewegen sich auf Mehrjahres- oder sogar Allzeithochs. Hier kauft man also zu Höchstkursen. Bei Anleihen mit dem niedrigen Zins erscheint mir die Attraktivität noch weniger gegeben. Hier bekommen Investoren oftmals nur noch zinsloses Risiko geboten.

ChampionsNews: Im Fonds wird vor allem über Derivate investiert. Welche Vorteile sehen Sie durch den Einsatz von asymmetrischen Risikoprofilen?

Crasovschi: Ich bin grundsätzlich kein Anhänger von linearen Investments, wie zum Beispiel Aktien. Diese finde ich nicht sonderlich attraktiv. Bei solchen Anlagen ist das Ertrags-Risiko-Profil, wie der Name sagt, linear. Man verdient bei einer Bewegung von einem Prozent genauso viel wie man verlieren kann. Persönlich finde ich es viel besser, das Risiko von Verlusten deutlich zu minimieren, auch wenn das häufig mit einer Begrenzung von (möglichen) Renditen einhergeht.

Solche asymmetrischen Risikoprofile lassen sich insbesondere mit Derivaten gut aufbauen. Weiterhin haben Derivate den Vorteil, dass das Auszahlungsprofil aus einer mathematischen Formel besteht, die absolut transparent ist und in jeder Sprache dasselbe Ergebnis liefert. Damit lassen sich bereits ex-ante stabile Portfolien aus Kauf- und Verkaufspositionen zusammenstellen, die nicht von Schätzungen oder Prognosen abhängen. Für uns sind Derivate somit auch ein essenzielles Risikomanagementtool, mit denen das Gesamtrisiko im Fonds gut gesteuert werden kann. Anders als bei vielen Hedgefonds üblich, werden Derivate aber nicht eingesetzt, um einen Hebel (Leverage) auf Fondsebene zu erzielen.

ChampionsNews: Auf welche alternativen Renditequellen wird fürs Portfolio zurückgegriffen, um eine bestmögliche Rendite zu erzielen? Welche bieten zurzeit besonders gute Renditeaussichten?

Crasovschi: Grundsätzlich ist die Strategie des Fonds global ausgelegt und kann in die Asset-Klassen „Aktien“, „Rohstoffe“ (ohne Agrar und Lebendvieh), „Währungen“ und „Zinsen“ investieren. Interessante Risikoprämien, die in diesen Asset-Klassen unterschiedlich umgesetzt werden können, sind beispielsweise Carry, Curve, Dividenden, Konvexität, Liquidität, Mean Reversion und Volatilität.

Im aktuellen Marktumfeld mit den großen Manipulationen der Zentralbanken fällt die Asset-Klasse „Zins“ aus Ertrags-Risiko-Gesichtspunkten allerdings weg. Lediglich als Makro-Hedge lassen sich teilweise interessante Positionen aufbauen, analog zum Währungsbereich. Auf der Ertragsseite wird momentan hauptsächlich in die Risikoprämien „Carry“, „Curve“, „Dividenden“, „Konvexität“ und „Volatilität“ investiert. Der Großteil der Anlagen wird bisher in Europa getätigt, mit Beimischungen in den USA und Japan. Je nach Marktverlauf kann sich das aber auch jederzeit ändern, mit entsprechenden Anpassungen im Portfolio.

ChampionsNews: Dividenden stellen eine wichtige Renditequelle für den Fonds dar. Wie werden Dividenden direkt, also ohne Aktienmarktrisiko, ins Portfolio gekauft?

Crasovschi: Dividenden sind eine sehr interessante Risikoprämie, aktuell vor allem in Europa. Allerdings halten wir nichts davon, Aktien zu kaufen, um Dividenden zu vereinnahmen. Sehr häufig hat man in der Vergangenheit schon gesehen, dass die Kursverluste von Aktien sehr viel größer sein können als mögliche Dividendenerträge. Deshalb investiert der Fonds präferiert über Derivate direkt in die ausgeschütteten Dividenden, ohne vom Aktienkurs abhängig zu sein. Solche Derivate werden auch an Börsen (zum Beispiel an der Eurex) gehandelt, so dass kein zusätzliches Kreditrisiko eingegangen werden muss. Hierbei bewegen wir uns ausschließlich im Indexbereich, in Europa zum Beispiel im Euro Stoxx 50. In Dividenden von Einzelunternehmen wird grundsätzlich nicht investiert, da hier das Eventrisiko deutlich zu hoch ist und eine Dividende auch komplett ausfallen kann. Die realisierten Dividenden in Europa unterliegen zwar auch Schwankungen, sind aber historisch gesehen deutlich stabiler als die Aktienkurse selbst. Das liegt auch daran, dass Unternehmen eine Präferenz haben, stabile Ausschüttungen zu zeigen, um Vertrauen zu gewinnen und Stärke zu demonstrieren. Konkret konnten mit solchen Derivaten mehrere Positionen im Fonds aufgebaut werden, die den Investoren zehn Prozent pro Jahr auszahlen, ganz ohne Aktienkursrisiko. Zum Vergleich dazu liegt die Dividendenrendite im Euro Stoxx 50 aktuell nur bei rund vier Prozent pro Jahr, allerdings inklusive des vollen Aktienkursrisikos.

Value at its best

Die Schwellenländer zählten zuletzt nicht immer zu den bevorzugten Investmentregionen der Investoren. Ein Fehler, wie Axel Krohne, Fondsberater des AvH Emerging Markets Fonds UI (DE000A1145G6/ DE000A1145F8), berichtet. Im Gespräch mit ChampionsNews zeigt er auf, wie er erfolgreich unterbewertete Titel in den Emerging Markets herausfiltert und warum gerade die Schwellenländer fälschlicherweise als risikoanfälliger dargestellt werden. Krohne ist anerkannter Experte für Emerging Markets und kann mit dieser Strategie bereits in einem US-Vehikel seit Mai 2004 eine Rendite von rund zwölf Prozent im Jahr nach Kosten erzielen. 

„Ich lasse mich nicht von kurzfristigen Schwankungen irritieren, wenn die fundamentalen Daten passen“

Axel Krohne,
EM Value
Schwellenländer wie Vietnam haben enormes Wachstumspotenzial, das sich für Investoren als vorteilhaft erweisen kann (Foto: istockphoto.com/Asian Dream)
Axel Krohne, EM Value

ChampionsNews: Herr Krohne, Value ist für Sie entscheidend bei der Titelauswahl. Wie fließt Value in Ihren Investmentansatz ein?

Krohne: Bei der Auswahl der Einzeltitel für das Portfolio ist der Fokus auf die Qualität und Substanz von Unternehmen gerichtet, ganz im Sinne des Value-Ansatzes. Es wird immer dann investiert, wenn entsprechende Unternehmen zu einem besonders attraktiven Preis zu haben sind. Wir suchen nach Unternehmen, die wenig verschuldet sind, ein profitables Geschäftsmodell aufweisen und Wachstum versprechen. Außerdem sollten sie ein KGV von fünf oder niedriger aufweisen. Im Durchschnitt liegt das KGV der Titel in unserem Portfolio bei aktuell 7,8, obwohl sich die Titel im vergangenen Jahr bereits sehr gut entwickelt haben. Die durchschnittliche Dividendenrendite liegt derzeit bei 4,6 Prozent.

ChampionsNews: Wie wählen Sie die passenden Unternehmen für das Portfolio aus?

Krohne: Im Portfolio finden Sie ausschließlich Unternehmen, die ihre gesamten Umsätze in den Emerging Markets erzielen. Es werden ausschließlich Unternehmen gekauft, die an den örtlichen Schwellenländerbörsen gehandelt werden, nicht in New York oder London. Ich habe in den letzten 15 Jahren rund 1.000 Unternehmen in 80 Schwellenländern besucht, um mir vor Ort ein genaues Bild von den Firmen zu machen. So habe ich etwa Zementfabriken in Bangladesch und Brauereien in Ecuador besucht, mit Immobilienmaklern in Vietnam und Bankern in Simbabwe gesprochen. Sich einen genauen Überblick zum Unternehmen vor Ort zu verschaffen, ist gerade in den Emerging Markets unerlässlich, aber oftmals muss man sich mit weiteren Insidern vor Ort unterhalten, um dann weitere entscheidende Informationen zu erhalten, die schließlich zu einer Anlageentscheidung führen.

ChampionsNews: Die Schwellenländer gelten immer als sehr schwankungsanfällig und risikoreicher als die etablierten Märkte. Daher fällt es vielen Investoren immer noch schwer, über Fonds direkt in die Emerging Markets breit zu investieren. Was raten Sie diesen Investoren?

Krohne: Anlagen in Emerging Markets schwanken genauso wie jedes andere börsennotierte Investment auch, das sollte man sich bewusst machen. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Schwellenländer sehr spekulativ sind. Schaut man sich das Chance-Risiko-Profil genauer an, spricht vieles für ein Investment in Emerging Markets – vor allem als Beimischung im Gesamtportfolio des Investors. Außerdem korrelieren die Aktien, die sich im Portfolio des AvH Emerging Markets Fonds UI befinden, nur begrenzt mit den Weltbörsen. So spüren etwa russische Aktien aus der zweiten Reihe oder kenianische Titel wenig von den globalen Finanzströmen. Auch sollte man sich vor Auge führen, dass in den letzten 20 Jahren ausschließlich Börsen in den Emerging Markets zu den besten zählten – nicht nur bei der absoluten Rendite, sondern auch beim risikoadjustierten Ertrag.

Ich lasse mich zudem nicht von kurzfristigen Schwankungen irritieren, wenn die fundamentalen Daten einwandfrei sind. So kann derzeit etwa eine grundsolide Aktie eines Duty-Free-Shop-Betreibers in Ägypten mit einer Dividendenrendite von 13 Prozent erworben werden. In Russland gibt es etwa eine Aktie eines Hafenbetreibers, dessen KGV unter vier liegt und eine Dividendenrendite von acht Prozent aufweist. Da nimmt man als Value-Investor auch mal ein schweres Marktumfeld in Kauf. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich auch ein weiteres Beispiel aus der Vergangenheit anführen: So habe ich 2010 in den vietnamesischen Freizeitparkbetreiber Dam Sen Water Park investiert, bei dem sich die Fundamentaldaten trotz der nicht absehbaren Entwicklung des vietnamesischen Marktes durchgesetzt haben. Mit diesem Titel konnte mittlerweile eine Rendite inklusive Dividenden von fast 800 Prozent erzielt werden.

ChampionsNews: In den letzten Jahren haben sich die Schwellenländer im Vergleich zu Europa und den USA schlechter entwickelt. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Krohne: Da haben Sie recht, außerdem haben einzelne Emerging Markets auch beim Wirtschaftswachstum enttäuscht. Hier liegt aber die große Chance des Value-Investors, da es in einem schwierigen Marktumfeld leichter ist, unterbewertete Titel ausfindig zu machen. Besonders kleine Schwellenländer wie Vietnam, Kambodscha und Kenia zählen derzeit zu den wachstumsstärksten Nationen weltweit. Auch wird die wirtschaftliche Dynamik in der Mehrzahl der Emerging Markets deutlicher stärker ausfallen als in den westlichen Nationen. Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben in den Schwellenländern, die noch einen großen Nachholbedarf in vielen Bereichen haben, die sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken werden.